Urlaub (fast) wie immer (WbzH Tag 144)

Wir haben es gewagt und sind nach Italien an die Adria gefahren. Zum 7. Mal schon in den selben Ort, in das selbe Hotel, in „unser“ Zimmer. Vermutlich hätten wir anders entschieden, hätten wir nicht wie immer schon im Herbst für den kommenden Sommer gebucht. Aber so – die Alternative, in Deutschland Urlaub zu machen, erschien uns auch nicht weniger riskant und daheim bleiben wollten wir auch nicht so recht. Also doch Italien.

Bei der Ankunft fanden wir die Rezeption „plexiverglast“ vor, bekamen Fieber gemessen und durften dank Online-Check-in ohne langes Hin und Her unser Zimmer beziehen. Recht schnell merkten wir aber, dass das auch schon der Hauptteil der Sicherheitsvorkehrungen war. Zwar trugen z.B. im Restaurant alle Beschäftigten eine Maske (mehr oder weniger „korrekt“) und auch die Gäste sollen eine bis zu ihrem Tisch tragen (was nur einzelne nicht tun), aber das Einhalten irgendwelcher Abstände ist geradezu ein Witz. Das liegt vor allem daran, dass in Italien nur 1 Meter Abstand vorgeschrieben ist statt den deutschen eineinhalb Metern. So stehen die Tische einfach wie immer und wo es hapert ist noch eine Plexiglasscheibe dazwischen, aber sonst – beim Anstehen am Buffet (zum Glück nur beim Frühstück und beim Salat – der Rest wird serviert!) rücken sich die Leute doch ordentlich auf die Pelle. Und das obwohl das Hotel anders als sonst nur zu vielleicht 80 statt 100% ausgelastet ist. Wir versuchen jedenfalls, die Stoßzeiten zu meiden, aber ein mulmiges Gefühl bleibt.

Am Strand ist ebenfalls alles wie immer. Ob die Schirme tatsächlich weiter auseinander stehen als sonst, wage ich zu bezweifeln. Aber in unserem Abschnitt waren sie schon immer vergleichsweise locker gesteckt, von daher hat man genug Platz. Dass trotz dem großen Maskenpflicht-Schild am Eingang zum Strand kein Mensch eine Maske trägt – weder auf dem „Zubringerweg“ noch im Sanitärbereich – wundert mich doch sehr in einem Land, das durch Corona derart gebeutelt wurde. Denn ich wage zu behaupten, dass hier mindestens Dreiviertel der Gäste Einheimische sind. Aber gut. Ich nutze die sanitären Anlagen nicht und der Weg zur Liege ist durch die oft recht starke Brise aus meiner Sicht kein Problem.

Trotz der kleinen Bedenken genieße ich den Urlaub hier sehr. Ich liebe es, wenn ich die Örtlichkeit im Vorhinein kenne. Vor allem wenn sie dann auch noch unseren Belangen entspricht. Und auch wenn es sich ausgelutscht anhört: Ein Besuch hier fühlt sich immer ein bisschen an, wie nach Hause kommen.

Abschlussarbeiten (WbzH 136 – 137)

Gestern Abend habe ich zum ersten Mal seit gut vier Monaten die Mitglieder meiner Big Band getroffen. Nicht zum Musizieren, sondern „nur“ zum Grillen auf einem Gartengrundstück. Unser „Saisonabschluss“ – wie jedes Jahr, aber doch sehr besonders. Das merkte man allein daran, dass bis auf zwei Leute alle da waren – in anderen Jahren waren auch schon nur eine Handvoll Leute anwesend. Ich hatte bis zuletzt gezögert, ob ich wirklich hingehen soll, da ich dadurch nachmittags nochmal los musste, um Zutaten für einen Salat zu kaufen (ja, ich weiß, das sind recht niedere Beweggründe…). Und auch, weil es mir nicht ganz wohl war bei dem Gedanken, mich mit etwa 20 Leuten zu treffen. Zum Glück schaffte ich aber, meine Bedenken zu überwinden und hatte einen sehr netten Abend, wie jedes Jahr unter einem ausrangierten Fallschirm als Sonnenschutz. Ich liebe das Licht darunter!

Heute war dann der erste Ferientag der Maus. Da es auch gleichzeitig mein letzter Arbeitstag war, musste die Schnecke nochmal in den Kindergarten. Und weil es sich irgendwie ergab und anbot, brachte die Maus die Schnecke ganz alleine dorthin. Mein Herz ging auf angesichts des süßen Bildes, das die beiden Hand in Hand auf der Straße abgaben!

Und nun: Ferien!

Trouble ahead (WbzH Tag 130 – 135)

Fast eine Woche ist es nun her, dass die Schnecke Besuch von ihrer neuen Freundin aus dem Kindergarten bekam. Die beiden hatten zu Beginn des Jahres, als die Freundin neu in den Kindergarten kam, einen holprigen Start. Das Mädchen sprach nur Englisch, kannte niemanden und die Schnecke fand es anfangs spannend, ihr „Youtube-Kindervideoenglisch“ anwenden zu können. Leider spitzte sich die Situation immer weiter zu, denn das Mädchen klettete an der Schnecke und diese hatte das Gefühl, nicht mehr mit ihren alten Freunden spielen zu können, zu dürfen oder wie auch immer. Und jeder unserer Versuche, ihr zu helfen, scheiterte.

Dann kam Corona und sie hatte Pause. In dieser Zeit sprach sie immer wieder von dem Mädchen und wollte ihr aus unserem Pfingsturlaub sogar eine Karte schicken (was an der fehlenden Adresse scheiterte…).

Zurück im Kindergarten spielten sie wieder täglich miteinander. Nur wenn auch die alten Freunde der Schnecke ebenfalls im Kindergarten anwesend waren, gab es „ein Drama“, wie die Schnecke es immer nennt.

Nach langer Zeit schafften wir es auch, ein „Playdate“ zu vereinbaren und die Schnecke und das Mädchen spielten sehr nett bei uns, während ich mich bei einem Kaffee mit ihrer Mutter unterhielt. Dabei stellte sich heraus, dass die Familie nur „auf der Durchreise“ ist, dass sie vorhaben, in ein paar Jahren nach Irland zu ziehen, wo die Mutter ursprünglich herkommt. Sofort kreisten Sorgen in meinem Kopf, wie das werden würde, wenn die Schnecke irgendwann ihre Freundin ziehen lassen muss. Um gestern dann von der Schnecke zu hören, dass das Mädchen nicht ihre Freundin sei und sie nie wieder mit ihr spielen will.

Was für ein Sinneswandel, was für ein Hin und Her! Ich kenne sowas weder von mir noch von der Maus und bin sehr gespannt, wohin uns diese Sprunghaftigkeit der Schnecke beim Thema Freundschaft noch führen wird. Aber immerhin spricht sie nun Englisch.

Alles klar…? (WbzH Tag 128 – 129)

Gestern war ein geradezu historischer Tag im Leben der Maus: Wir führten das „Gespräch der Gespräche“…

Nachdem ihre liebste Klassenkameradin sie in einer großen Pause kurz aufgeklärt hatte, wollte sie gerne eine Rückmeldung von mir, ob das alles wirklich so ist, wie die Freundin es gesagt hatte. Und da auch ich neugierig war, was eine gerade 9 gewordene Freundin schon alles weiß, setzten wir uns nachmittags unter vier Augen zusammen und redeten und kicherten und klärten Fragen.

Die Maus wusste von einem Video aus der Sendung mit der Maus sowieso schon, wie das mit den Ei- und Samenzellen so funktioniert, wie sich dann ein Embryo entwickelt und zum Baby heranwächst. Was ihr offenbar noch fehlte, war die Information, wie es überhaupt zur „Begegnung“ der Ei- und Samenzellen kommen kann. Nun. Das hat ihr jetzt ihre Freundin im Gebüsch auf dem Pausenhof zutreffend erklärt.

„Und das hast du für uns zwei Mal über dich ergehen lassen?“ fragte die Maus anerkennend. Ja, mein Kind. Zwei Mal. :-)

Umbaumaßnahmen (WbzH Tag 123 – 127)

Seit geraumer Zeit stellen wir fest, dass es in der Maus arbeitet. Sie hat sich in den letzten Monaten ziemlich verändert und hängt momentan irgendwo zwischen Kind und Teenie fest. Sie ist seit Beginn des Schuljahres in einen Jungen aus ihrer Klasse verknallt, sie interessiert sich für nennen wir es mal „pubertäre Themen“, sie ist zeitweise sehr schwer zu genießen, braucht des öfteren Rückzug und Ruhe von ihrer Schwester (und vermutlich auch von uns Eltern) und und und. Kurz: In ihrem Kopf und Körper finden momentan gewaltige Umbaumaßnahmen statt.

Und nun kommt es, wie es kommen musste: Die Maus braucht früher oder später ein eigenes Zimmer. Das war uns allen klar, aber die Kinder waren bisher zufrieden mit ihrem gemeinsamen Zimmer und daher nutzten wir das zweite Kinderzimmer unterm Dach als Gästezimmer und Abstellkammer.

Nachdem sich nun auch mein Mann langsam mit dem Gedanken angefreundet (oder eher abgefunden) hat, dass sein kleines Mäuschen groß wird, standen wir in den letzten Tagen des öfteren mit Zollstock bewaffnet im Dachgeschoss und hirnten, wie wir das alles machen können. Es folgen also auch hier Umbaumaßnahmen. Zuerst muss aber der alte Krempel raus. Das ist leichter gesagt, als getan, denn das Gästebett ist das einzige, was von dem Zeug auf den Sperrmüll soll, der Rest wird im Idealfall verkauft oder findet einen anderen Platz im Haus. Wobei letzteres beinahe ein Ding der Unmöglichkeit ist, denn das Haus ist klein und voll.

Aber trotz des Aufwands freue mich ein bisschen auf das neue Zimmer. Auch wenn ich mir noch nicht vorstellen kann, dass die Maus es sofort wirklich nutzen würde – aber wer weiß!

Das Kind wird rund!

Heute mal ohne Corona-Hashtag, dafür mit einem Jubiläum:

Mein Blog wird heute 10 Jahre alt! Genau heute vor einer Dekade schrieb ich meinen ersten Beitrag: „Der Sommer zeigt Bauch“. Heute sitze ich mit zwei Kindern auf dem Sofa, von denen das ältere fast so alt ist, wie mein Blog. Was war das für eine spannende Zeit! Nicht immer nur rosa Wolken, aber doch viel Aufregung und Vorfreude. Viele Hoffnungen sind in Erfüllung gegangen, viele Klischees haben sich bestätigt, oft habe ich meine Meinung revidieren müssen, nun wo ich meine eigenen Erfahrungen mit Kindern gemacht habe.

Nach etwa vier recht aktiven Jahren hier war es auch sehr lange sehr still. Umso schöner eigentlich, dass ich im zehnten Jahr hier über drei Monate jeden Tag gebloggt habe – auch wenn der Anlass kein besonders schöner war, fühlt sich mein Blog wieder mehr wie ein Teil von mir an.

Also: Happy birthday, mein Blog! Auf die nächsten 10!

Absagewelle (WbzH Tag 119 – 122)

Die Stresspegel steigt, die Motivation zu Bloggen sinkt. Und wenn man schonmal angefangen hat, nicht zu bloggen, dann kann man am nächsten Tag gleich so weitermachen. Heute aber doch wieder ein paar Zeilen, denn diese Woche ist geprägt von coronabedingten Absagen.

Seit etwa zwei Wochen fiebert die Schnecke auf den Besuch ihrer neuen Kindergartenfreundin hin. Heute wäre der große Tag gewesen – ich hatte aufgeräumt, geputzt und wollte gerade den Backofen vorheizen, um ein paar Muffins für den „Kennenlernbesuch“ zu backen, als mein Handy plingte. Leider musste die Mutter der Freundin kurzfristig absagen, da ihre andere Tochter mit Erkältung aus der Schule gekommen war und sie nun nichts riskieren wollte. Sehr löblich, sehr verständlich aber auch unheimlich traurig für die Schnecke.

Für morgen kam dann gleich die nächste Absage rein. Die Maus wäre auf dem Kindergeburtstag ihrer liebsten Nebensitzerin (wieder mit ausschließlich Klassenkameradinnen) eingeladen gewesen. Aber auch hier die kurzfristige Erkenntnis: die kleinen Geschwister haben Schnupfen – ergo kein Kindergeburtstag.

Wie das im Herbst und Winter wohl weitergehen wird? Nun sind Grundschule und Kindergarten seit zwei Wochen offen und schon sind alle erkältet. Wie immer eigentlich. Aber diesmal halt doch anders…

Achso – und unser Big Band „Grillfest“ ist auch ausgefallen. Bei uns allerdings wetterbedingt. Wobei: So ganz unglücklich über den Regen war ich nicht – ich bleibe eh am liebsten in meinen vier Wänden…

Zum Trost für alle Ausfälle gab es spontan Schafskäsetaschen, nach dem Rezept einer Erzieherin unseres Kindergartens – von den Kindern mit meiner Unterstützung gebacken. Yummie!

Volles Programm (WbzH Tag 117 + 118)

Hoppla! Ganz ungeplant und unverhofft ist mir ein Tag durch die Lappen gegangen! Das lag daran, dass ich gestern einen vollgepackten Tag hatte. Vormittags machte ich endlich unsere Steuererklärung fertig. Mein Mann hatte zwar frei, musste aber zum Zahnarzt. Danach holten wir die Kinder ab und gingen nach dem Essen nochmal zu dem neuen Waldspielplatz, den wir neulich entdeckt hatten. Draußen war es nämlich so heiß, dass es nur im Wald auszuhalten war. Oder im Pool – dorthin begaben wir uns nach der Rückkehr nämlich.

Schließlich kam das Beste an dem Tag: Ich war abends auf einen „Mädelsabend“ eingeladen, bei der Mutter einer Freundin der Maus. Wir saßen dort zu dritt im Garten und redeten und aßen Blätterteigschnecken und Erdbeertiramisu. Prosecco gab es eventuell auch. Und plötzlich war es kurz vor Mitternacht und ich hätte noch stundenlang bleiben können.

Jedenfalls war das der Grund meiner Abstinenz hier…

Heute starteten wir den Samstag wieder auf dem Tennisplatz. Nach dem Mittagessen machte ich mich aber an eine besondere Aufgabe: Ich mistete meinen Kleiderschrank aus! Gestern Abend hatten wir es ausgiebig von diesem Thema und ich war so motiviert, dass ich die Gelegenheit nicht verstreichen lassen durfte. Zwei Säcke voll landeten am Ende in der Altkleidersammlung – ich bin ein bisschen stolz auf mich! Vielleicht sollte ich mich öfter mal zu einem Mädelsabend verabreden…

Das Experiment (WbzH Tag 116)

Nach einem weiteren Tag voller Streitereien der Kinder einschließlich einer filmreichen Explosion meinerseits, die in einer schriftlichen Entschuldigungs- und Vorsatzliste der Kinder endete, mussten meine Haare dran glauben. Als die Wogen sich wieder geglättet hatten, jeder ein Eis intus hatte und eine Stunde im Pool geplanscht war, spielten die Mädels einträchtig und ich verzog mich ins Bad.

Die letzten zwei Abende hatte ich mich nämlich mit der Frage beschäftigt, ob ich nicht irgendwie unkompliziert meine Haare selbst schneiden könnte. Nachdem ich letzte Woche nämlich auf der Homepage meines Frisörsalons lesen musste, dass „meine“ Frisörin gegangen ist und mir ein kurzer Blick in die Suchmaschine verriet, dass es sie nicht etwa in einen anderen Salon verschlagen hat, sondern sie ab sofort esoterische Beratungen anbietet (wow! diese Seite hat sie in den letzten 11 Jahren gut vor mir verborgen!), hatte ich keine allzu große Lust, mich nach einem neuen Frisör umzusehen. Meine Haare allerdings haben seit etwa einem halben Jahr keine Schere berührt und waren schon sehr kaputt an den Spitzen.

Um es kurz zu machen: Ich sah mir mehrere Methoden an, studierte meinen alten Haarschnitt und entschied mich, es zu wagen. Ich trage eh fast immer einen Pferdeschwanz, da fällt es nicht auf, wenn es schief ist. Also – schnipp schnapp Haare ab!

Für’s erste mal die Spitzen. Ich.war spontan begeistert vom Ergebnis und schnitt mir dann vorne noch eine „Schräge“ zum Kinn rein. Beim zweiten Hinsehen vorhin stellte ich fest, dass die Haare genau mittig im Nacken noch etwas lang geblieben sind, da werde ich nochmal nacharbeiten. Aber sonst: wunderbar für mich! So bald wird mich vermutlich kein Frisörsalon mehr sehen! Zumindest nicht, so lange dort kein Kaffee ausgeschenkt werden darf… ;-)

Mutti-Fail (WbzH Tag 115)

Irgendwann musste es soweit kommen. Heute Morgen, mitten in meinen schönsten Träumen, klingte das Telefon. Sofort wusste ich, was los war. Ein Blick auf meinen Wecker bestätigte es: 8:40 Uhr! Ich hatte den Alarm gestern wohl versehentlich ausgeschaltet und mein Mann hatte offenbar vor ein paar Tagen (oder Wochen…?) beschlossen, dass er seinen Wecker nicht mehr stellen muss. Weil er nicht wusste, um wieviel Uhr wir aufstehen und er eh immer wach wird, wenn ich die Treppe runtergehe. Nun ja. Nicht, wenn mein Wecker ebenfalls nicht klingelt!

Ich entschuldigte mich hastig bei der Schulsekretärin, rannte ins Kinderzimmerund verkündet das Malheur. Innerhalb weniger Minuten saßen die Kinder geschniegelt und gebügelt mit einem Müsliriegel im Magen im Auto und wurden von der Fail-Mutti persönlicg in ihre Einrichtungen gekarrt. Immerhin verpasste die Maus nur die erste Stunde und die „Bringzeit“ im Kindergarten war noch in vollem Gange. Natürlich hätte ich ausgerechnet heute um 8 Uhr eine Telefonkonferenz gehabt – das hab ich sonst nie, aber heute kam alles zusammen. Peinlich, peinlich.

So ist es halt, wenn die ganze Verantwortung und Planung einer ganzen Familie einer einzelnen Person aufgeladen wird. Morgen früh jedenfalls werden hier vermutlich mindestens zwei Wecker klingeln…

Der Nachmittag war ziemlich entspannt, endlich mal wieder! Nachdem die Freundin der Maus wegen mir ja nicht kommen durfte, hatten wir „frei“. Die Kinder spielten, konsumierten digitale Medien und durften in den Pool. Und damit ich mich heute nicht komplett unnütz fühle, stieg ich nicht mit ins Wasser, sondern schnitt unsere aus der Form geratene Forsythie zurück. Vermutlich ist derzeit nicht der beste Zeitpunkt im Jahr, aber man muss die Feste feiern, wie sie fallen und ich bin froh über mein Werk.

Mama-Pause (WbzH Tag 114)

Heute war es soweit – ich hatte einen Solo-Abend mit meinen Kollegen. Wir treffen uns seit Jahren immer ein Mal pro Sommer auf der Terrasse unseres ältesten Kollegen und dann wird gegrillt und gequatscht. So auch heute – ich hatte alle seit (über) 114 Tagen nicht gesehen, das war zum einen komisch, aber zum anderen, als hätten wir uns erst letzte Woche getroffen. Sehr nett. Mal sehen, wann wir wiedermal alle gemeinsam in unserem Viererbüro vor Ort sein dürfen…

Eigentlich ein toller Tag in meinem Allltagschaos, der derzeit oft von den Streitigkeiten der Kindern geprägt ist. Aber natürlich ging es nicht ganz ohne „Knatsch“. Nachmittags bekam ich eine Nachricht von der Mutter der besten Maus-Freundin, die morgen zu uns kommen sollte. Dass die Freundin gestern und vorgestern Fieber hatte und heute beim Arzt auf Corona getestet wurde. Sie hätte nur noch Schnupfen und ob ich etwas dagegen hätte, wenn sie morgen kommt, falls das Testergebnis negativ ist. Leute. Was ist das für eine Frage? Ich meine – es ist ja nett, dass sie mir das überhaupt erzählt und das Kind nicht einfach so schickt. Aber im Ernst – wieso schiebt sie mir den schwarzen Absage-Peter zu?! Der Kindergarten z.B. nimmt momentan keine Kinder an, die irgendein Erkältungszeichen haben. Dazu zählt auch Schnupfen. Soll ich also riskieren, nächste Woche wieder beide Kinder daheim zu haben? Klar können sie evtl. auch anderweitig krank werden. Aber ich kann doch nicht sehenden Auges da hineinspringen! Oder? Oder? Ich habe den Termin nun abgesagt. Bin ich halt der Buhmann, ist mir jetzt auch egal. Ein bisschen vermisse ich die Kontaktsperre, wo man sich nicht dafür rechtfertigen musste, wenn man sich mit keinem treffen konnte…

Zwischen Tür und Angel (WbzH Tag 113)

Heute Nachmittag war ich nur unterwegs. Die Kinder anholen, drei Musikschul-Dates, dazwischen Brot kaufen und ein Geburtstagsgeschenk besorgen, dann nur kurz die Maus heimfahren, weil sie noch Hausaufgaben hatte und schnell zum Supermarkt düsen, weil ich kurzfristig Zutaten für einen Salat brauchte.

Zu Hause schwankten die Kinder zwischen trauter Zweisamkein und Streit aus der Hölle, der wie in letzter Zeit so oft darin endete, dass die Schnecke verlangte, die Maus möge ein eigenes Zimmer bekommen. Dabei will diese ja noch gar nicht so recht.

Ich bin die Streitereien so satt. Vermutlich ist das alles normal – man hört ja so dies und jenes – aber ich bin Einzelkind und hatte das nie und wollte das auch nie. Ich hasse streiten, deswegen nervt es mich wahrscheinlich auch so überaus. Aber es hilft alles Toben und Schreien nichts, denn während ich noch auf 180 bin, liegen sich die beiden Streithälse längst wieder in den Armen, als wenn nichts gewesen wäre.

Nun zähle ich voll auf morgen. Da gehe ich zum Grillen zu meinem Arbeitskollegen. Mein erster Freigang alleine seit dem Corona-Shutdown. Seit 113 Tagen war ich nur zum Einkaufen ohne Anhang aus dem Haus – keine Big Band, kein Sport, kein Besuch. Ab und zu im Keller mit meinen Freundinnen videofonieren, das war mein Ausgang. Ich freu mich so auf morgen Abend!

Ausmisten (WbzH Tag 112)

Heute war ein entspannter Tag, an dem wir wieder meine Mutter besucht haben, während mein Mann bei einem Tennisturnier mitgespielt hat. Die Kinder haben geknetet und waren sehr gut gelaunt und ich konnte ein bisschen mit Mama quatschen.

Was ich an ihr fast schon beneide: Sie kann Dinge einfach so wegwerfen, ohne mit der Wimper zu zucken. Wenn sie sich vornimmt, etwas in ihrer Wohnung umzustellen, dann zack – zack – fliegt etwas auf den Sperrmüll. Ich dagegen hänge an allem. Jede Kleinigkeit verbinde ich mit Erinnerungen, denke, das könnte ich noch brauchen oder verkaufen. Deswegen habe ich auch wieder den halben Abend Kleinanzeigen erstellt, in der Hoffnung, dass irgendwas wegkommt. Im Hinblick darauf, dass wir irgendwann das Dachzimmer nutzen wollen… Am Ende fliegt dann wahrscheinlich doch alles raus. Aber immerhin habe ich es versucht.

Auf Abstand (WbzH Tag 111)

Heute war die Maus auf einem Kindergeburtstag eingeladen. Da nur Kinder aus ihrer Klasse eingeladen waren, habe ich auch nicht gezögert, ihr zu erlauben, hinzugehen.

Während die Maus weg war, waren wir zuerst zu dritt auf dem Spielplatz, naschten dann Eis und badeten im Pool. Und schon waren die drei Stunden um.

Ich holte eine glückliche und entspannte Maus von der Party ab und nun sitzen die beiden Mädels in der Badewanne, um den Tag ausklingen zu lassen. Nachdem die beiden gestern Abend hauptsächlich im Streit Pläne gezeichnet haben, wie sie mal wohnen wollen, wenn jede ihr eigenes Zimmer hat, ist es heute wieder ruhiger hier.

Manchmal tut es einfach gut, ein bisschen Abstand voneinander zu bekommen, dann geht es danach umso besser. Aber ich denke trotzdem darüber nach, wann der richtige Zeitpunkt für das zweite Kinderzimmer ist und vor allem, wohin wir den ganzen Krempel, der momentan noch in dem Zimmer steht, hinräumen sollen…

Frei-Tag (WbzH Tag 110)

Heute war ein etwas besonderer Freitag, weil es der erste seit dem „Lockdown“ war, an dem beide Kinder vormittags weg waren und ich frei hatte. Allerdings hatte mein Mann auch frei und so verbrachten wir einen ganz entspannten, aber nicht sehr produktiven Vormittag zu Hause. Auch meine Wunschvorstellung, gemeinsam etwas zu unternehmen, scheiterte an der Frage, was. Ins Café wollten wir nicht und spazieren hatten wir uns für nachmittags mit den Kindern zusammen vorgenommen. Dafür holten wir gemeinsam die Kinder von Schule und Kindergarten ab und beide freuten sich sehr darüber.

Mittags hatte die Schnecke Klavierunterricht und gleich danach starteten wir zu unserem kleinen Trip in den benachbarten Ortsteil, wo ein neuer Waldspielplatz eröffnet worden war. Nach vielen Schneckentränen, weil sie auf gaaar keinen Fall spazieren gehen und sowieso nie mehr irgendwohin wollte (ihr Vorschlag: wir könnten ja einfach im Wohnzimmer herumlaufen und die Fenster dabei aufmachen), war sie die erste, die mit strahlenden Augen auf den Spielplatz rannte und diejenige, die wir kaum wieder dort weglocken konnten.

Alles in allem ein schöner Tag. Nach dem gestrigen auch dringend nötig.

Morgen ist die Maus auf einem Kindergeburtstag eingeladen – mal sehen, was der Rest der Bande in der Zeit macht.

Am Limit (WbzH Tag 109)

Obwohl man meinen sollte, es kehrt langsam ein Stück Normalität zurück, sind wir hier alle am Limit. Mein Mann bei der Arbeit, weil er Stunden reduzieren muss, aber seine Tätigkeiten trotzdem nicht reduziert wurden und ich, weil ich alles an mir hängen bleibt. Ich stehe morgens auf, während alle anderen noch tief und fest schnarchen, fahre meinen PC hoch, checke Mails und mache die wichtigsten Dinge im Büro fertig. Dann wecke ich die Kinder, mache sie fertig, bereite das Frühstück vor (in der Regel sehr hektisch, weil wir spät dran sind). Wenn ich Pech habe – so wie heute – kommt noch ein wichtiger geschäftlicher Anruf dazwischen, dann muss ich sehen, wie wir überhaupt rechtzeitig frühstücken können. Ich bringe die Schnecke in den Kindergarten und bin gegen 8:10 Uhr wieder daheim. Dann habe ich bis etwa 12:20 Uhr Zeit (aber nur, wenn ich nicht noch zum Bäcker muss oder ähnliches), hole die Maus, hole die Schnecke, koche im Eiltempo – nicht einfach Nudeln mit Pesto, weil der „Herr im Haus“ gerne „was Richtiges“ zu essen hätte. Dann jage ich die Maus zu den Hausaufgaben und kaum ist sie fertig, müssen wir oft schon zu einem Nachmittagstermin hetzen. Heute war dazwischen noch der Wocheneinkauf angesagt, den ich seit 109 Tagen alleine erledige (mit Unterbrechung von zwei Wochen im Urlaub, ich geb’s ja zu). Dann kommen wir abends irgendwann heim, eigentlich ist es für die Kinder höchste Zeit, ins Bett zu gehen, aber mein Mann hat noch keine 5 Minuten das Tageslicht gesehen geht er ne Runde ums Viertel, während ich das Abendessen vorbereite.

Jeden Abend, oder zumindest jeden zweiten, kann die Maus nicht einschlafen. Ich versuche momentan noch herauszufinden, woran das liegt. Ob es daran liegt, dass sie etwas länger wach bleiben sollte, um müder zu sein, oder ob sie zu aufregende Dinge erlebt hat, oder ob ihr auch alles zu viel ist. Aber bis ich das weiß, bedeutet das für mich, dass ich bis um 22 Uhr, bis um 22:30 Uhr – je nach dem, wie sehr sie sich hineinsteigert – keinen „Feierabend“ habe. Ich tröste, ich bleibe, ich schimpfe, ich weiß nicht mehr, was ich noch tun soll, damit das aufhört.

Immer wieder frage ich mich, ob ich eine verzerrte Wahrnehmung habe, oder ob es wirklich so ist, dass ich alles alleine schultern muss. Ja, ich habe nur einen 50 %-Job. Aber die anderen 50 %, die sind mit mindestens weiteren 100 % gefüllt. Mein Mann steht auf, setzt sich an den gedeckten Tisch, dann ins Büro, dann an den gedeckten Tisch, dann ins Büro, dann wieder an den gedeckten Tisch und dann auf’s Sofa vor den Fernseher. Ich möchte es ihm zuschreien, dass ich nicht mehr kann, dass er auch mal was machen soll, aber ich kann offensichtlich doch noch, denn ich bekommees ja doch wieder hin. Jeden Tag aufs Neue.

Morgen haben wir beide frei. Ich wünsche mir sehr, dass wir nicht nur Sachen durch die Gegend räumen, sondern vielleicht ein paar Minuten miteinander verbringen. Miteinander, nicht nebeneinander. Wenigstens das.

Halbschön (WbzH Tag 108)

Heute hatte die Maus Besuch von ihrer liebsten Klassenkameradin. Ich kann nicht wirklich sagen „Freundin“, denn bisher haben die zwei sich nur in der Schule getroffen und auf Kindergeburtstagen. Sie kennen sich seit dem Kindergarten, aber die Freundin (jetzt nenn‘ ich sie doch so… ;-) ) hatte eben viele andere Freunde und ihre Mutter viele gute Kontakte, längst bevor wir daherkamen – da hatten wir keinen Platz. Und es war auch ok so. Nun war es darum etwas ganz besonderes, dass die Freundin heute zu uns kam und die beiden haben wirklich von Anfang bis Ende gespielt, ohne mich zu brauchen.

Ich hatte der Maus zugesagt, dass ich die Schnecke „übernehme“, damit sie mir ihrer Freundin alleine sein kann. Das ist bei uns nicht selbstverständlich, denn bisher hat die Schnecke einfach immer mitgespielt. Aber natürlich ist es etwas anderes, wenn „die Großen“ unter sich sind. Zwar tat mir die Schnecke leid, denn sie hätte gerne mitgespielt und saß wie ein Jäger auf dem Hochsitz auf ihrem Stuhl und beobachtete aus der Ferne, was so passierte. Aber sie traute sich auch gar nicht zu fragen, ob sie mitspielen darf. Dafür bot ich mich immer wieder an und wir spielten alle möglichen Spiele. So war sie wenigstens nicht traurig.

Irgendwann brauten die Großen dann ein „Corona-Heilmittel“ aus Teebeuteln und Brennnesseln. Natürlich musste ich es probieren und loben und erinnerte mich daran, wie ich als Kind (ebenfalls in der Grundschulzeit) mit Freunden in unserer Küche Zeug zusammengerührt habe… Manches ändert sich halt nicht!

Zwischendrin warf mir mein Mann ein paar nicht so nette Worte an den Kopf wegen einer Nichtigkeit und ich frage mich, ob es nicht mal wieder allerhöchste Zeit ist, an unserer Beziehung zu arbeiten. Ein Paartag, ein Wochenende alleine. Aber das steht in unabsehbarer Ferne. Dafür Stress bei ihm in der Arbeit, an jemandem muss er den halt auslassen.

So war dieser eigentlich schöne Tag doch nur halb schön, aber hey: Morgen muss ich einkaufen und Tennistraining ist auch wieder auf dem Plan – da ist stimmungsmäßig auf jeden Fall noch Luft nach unten…

An die Arbeit! (WbzH Tag 107)

Heute habe ich gearbeitet, so richtig echt konzentriert, ununterbrochen, die gesamte Sollzeit lang. Probleme gelöst – meine und die von anderen, was mir am meisten Freude bereitet. Ich kann es nach wie vor kaum fassen, dass die Kinder jetzt wieder jeden Tag für rund 5 Stunden weg sind!

Der Schultag verlief recht erfolgreich für die Maus – er brachte ihr für morgen ein Playdate mit ihrer liebsten Nebensitzerin und für’s Wochenende eine Geburtstagseinladung zu einer Klassenkameradin ein. Da überall nur Kinder aus ihrer Klasse beteiligt sind, geht das on Ordnung für mich. Auch wenn ich deswegen morgen Mittag nicht einkaufen gehen kann und stattdessen staubsaugen muss… Hurra.

Auch der Schnecke hat es im Kindergarten wieder gut gefallen. Ich weiß jetzt schon, dass es eine Liebe auf Zeit sein wird, aber ich hoffe, dass die Zeit wenigstens nicht allzu kurz ausfallen wird. Ganz dringend muss ich für sie auch mal eine Freundin einladen – sie fragt immer wieder, warum nur die Maus zu Freunden darf oder Besuch bekommt. Da hat sie Recht!

So langsam taucht in meinem Kopf auch immer mal wieder das Thema Sommerurlaub auf. Wir hatten ja wie immer schon im Herbst unser Hotel in Italien gebucht und nun müssen wir bald entscheiden, ob wir es stornieren oder riskieren. Hm. Der Kopf sagt daheim bleiben, der Bauch sagt fahren… Es bleibt also spannend hier!

Zurück in die Welt (WbzH Tag 106)

Heute war der große Tag, an dem die Schnecke zum ersten Mal seit 106 Tagen – das sind dreieinhalb Monate – in den Kindergarten durfte. Sie konnte es kaum erwarten, war schneller drin als ich gucken konnte und wurde mir mittags sehr fröhlich wieder übergeben. Und das beste: Sie möchte morgen wieder in den Kindergarten! ;-)

Der Maus fiel der Wiedereinstieg deutlich schwerer. Sie konnte gestern Abend vor lauter Sorgen nicht einschlafen und stand um 23 Uhr plötzlich vor uns. Sie tat mir so leid, dass ich ihr schnell die Klappmatratze holte und sie neben mir im Schlafzimmer schlafen ließ. Quasi wie früher im Beistellbett. Ich streichelte ihren Kopf und legte meine Hand auf ihren Rücken und schon sehr bald schlief sie tief und fest. Bei Mama. Mein armes kleines Mäuschen. Es ist für die Kleinen nicht leicht, diese ganzen Veränderungen zu verkraften. Der Schultag verlief aber positiv, sie durfte neben ihrer Lieblingsklassenkameradin sitzen und spielte mit dieser auch in der Pause, das reichte schon zu ihrem Glück.

Und bei mir – nun ja, auch ich muss mich irgendwie wieder daran gewöhnen, dass ich ganz ungestört arbeiten kann. Ich hoffe nun wirklich sehr, dass alles gut bleibt, gut wird.

Einen einzigen Kritikpunkt habe ich an der Wiederaufnahme von Schule und Kindergarten: Ich muss wieder Brotdosen bestücken… Das fällt mir jeden Tag aufs Neue schwer, weil die Damen da so wählerisch sind. Aber hey, für heute bin ich fertig!

Mädelstag (WbzH Tag 105)

Heute waren wir drei Mädels unter uns: Mein Mann hatte zum ersten Mal seit Corona ein Tennisturnier und war den ganzen Tag weg. Wir ließen alles entspannt angehen, besuchten meine Mutter zum Mittagessen und vor dem Heimfahren stand auch noch ein „Haustürbesuch“ bei meiner Oma an.

Zurück zu Hause mussten wir die Sachen für morgen rauslegen: kiloweise Schulsachen für die Maus (ich werde sie morgen wohl oder übel zur Schule fahren müssen, den Ranzen kann man keinem Kind für 2 km zumuten…) und taschenweise Zeug für den Kindergarten.

Die Schnecke freut sich dermaßen auf morgen – sie hat jedem sofort davon erzählt und wollte nicht nur mit mir zusammen die Sachen vorbereiten, sondern auch noch ihr „Outfit“ selbst wählen. Die Maus dagegen freut sich gar nicht, sondern ist eher besorgt. Wie immer, wenn etwas Neues ansteht. Und das passiert momentan ja ziemlich oft… Aber das wird schon. Vielleicht hilft da auch das Hinfahren ein bisschen, mal sehen.

Nichtmal ein Foto habe ich den ganzen Tag über gemacht – ich musste deswegen unseren „Sandmann-Apfel“ fotografieren, um hier ein Bild hochladen zu können… In dem Sinne: Gute Nacht!