Angekommen im Herbst

Wir sind nun in der vierten Schulwoche angelangt, der Countdown zu den Herbstferien läuft. Und ich kann sagen: Wir sind angekommen. Nicht nur im Herbst, sondern auch in den neuen Schulen von Maus und Schnecke.

Ich fange mal mit der Schnecke an, denn hier lief alles ziemlich optimal. Dadurch, dass sie mit 5 weiteren Kindern aus ihrer KiTa in die selbe Klasse kam (was nur durch Glück und aufgrund diverser besonderer Umstände so kam), fiel ihr der Start in die erste Klasse nicht besonders schwer. Sie war ja auch wirklich „überreif“ und giert nach neuem Wissen. Dies bestätigte uns heute auch die Klassenlehrerin in einem ersten Kennenlerngespräch, so dass wir zuversichtlich in die Zukunft blicken. Auch die anfänglichen Stolpersteine mit der Mittagsbetreuung waren nach wenigen Tagen vergessen und die Schnecke ist mittlerweile voll informiert über alle Abläufe. Es hat sich sogar eingespielt, dass alle Kinder aus ihrem ehemaligen Kindergarten direkt nach der 6. Stunde abgeholt werden – dies ist besonders schön, da dann keiner traurig sein muss, dass er früher geht oder länger bleiben muss. Kurz: Ich hoffe, dass es so bleibt mit unserem Erstklässler-Schneckchen!

Auch die Maus hatte einen guten Start. Entgegen meiner Vermutung fand sogar der Kennenlernnachmittag der Fünftklässler statt, an dem sich nicht nur die Kinder besser kennenlernen konnten, sondern auch die Eltern Gelegenheit hatten zu Gesprächen mit den Lehrern und den anderen Eltern. Beim Elternabend wurde uns die Klasse als besonders lieb, brav, ruhig, interessiert und sozial beschrieben, die Lehrer waren alle ganz verzückt. Bis die Maus nach Hause kam und meinte, zwei Jungs hätten ihre Schließfach-Pin ausgespäht und würden ihr Fach ständig öffnen. Natürlich haben wir die Pin direkt geändert, aber sie hat nun Angst vor diesen Jungen und auch mich treibt die Frage um, wie ich reagieren soll, wenn das nochmal passiert. I’m not amused. Ich will ja keine Helikopter-Mutti sein, aber wenn ich meine knappe Freizeit damit verbringen muss, in die Schule zu fahren, um Pin-Nummern zu wechseln, hört bei mir der Spaß auf. Nun ja. Ich hoffe inständig, dass der Gag nun gemacht ist und die Jungs das nicht nochmal brauchen. Ansonsten ist die Maus auch gut angekommen. Auch wenn sie sich immer schwer tut, Vertrauen zu neuen Menschen zu fassen, hat sie mittlerweile ein Mädchen, das morgens und mittags mit ihr zusammen läuft. Ist doch schonmal was! Diese Woche wird dann der erste benotete Test geschrieben, da sind wir ein bisschen gespannt. Ebenso wie auf den weiteren Verlauf beim Sportunterricht, denn hier leidet die Maus auch ziemlich – was aber zu erwarten war. Leider kommt dazu, dass ihre Klasse zu zwei Dritteln aus Jungs besteht, entsprechend ruppig geht der Unterricht zu, auch wenn der Lehrer einen wirklich netten und vernünftigen Eindruck auf mich gemacht hat. Das Thema Sport beschäftigt mich tatsächlich noch mehr, als die Schließfach-Panzerknacker. Ich würde ihr so gerne helfen, aber ich weiß keine Lösung für dieses Problem. Mal sehen, wie ich in ein paar Monaten zu dem Ganzen stehe.

Gestern Abend lag ich jedenfalls lange schlaflos im Bett, weil ich mich so geärgert habe darüber, dass jemand, der eigentlich gerne zur Schule gehen würde, das Ganze so madig gemacht bekommt durch irgendwelche Idioten, die sich auf Kosten anderer belustigen müssen. Vor 30 Jahren in meiner eigenen Schulzeit und heute immernoch. Und wahrscheinlich in alle Ewigkeit. Warum gibt es solche Menschen? Können wir nicht einfach alle nebeneinander in Frieden leben?

Doppel-Neustart

Die Nerven liegen blank. Seit Tagen jammern Maus und Schnecke um die Wette und übertrumpfen sich mit Angstbekundungen. Angst vor der Schule – einmal 5. und einmal 1. Klasse: Für beide beginnt ein neuer Lebensabschnitt. Suboptimal, dass dies zusammentrifft, so steigern sie ihre Sorgen gegenseitig und verunsichern sich von Tag zu Tag mehr.

Es wird Zeit, dass es losgeht! Noch zwei Mal Schlafen bei der Maus und vier Mal bei der Schnecke. Ich bin selbst schon ganz aufgeregt…

Schattenwerfer

Während wir hier in Italien noch vor uns hin urlauben, werfen bereits große Ereignisse ihre Schatten voraus: Die Maus beginnt zu verarbeiten, dass sie nach den Ferien auf die weiterführende Schule kommt. Insbesondere das Thema Schulsport und Schulschwimmen ist dabei für sie ein großer Angstgegner, zumal sie einfach ihre motorischen und muskulären Schwächen hat, gepaart mit großer Angst vor Verletzungen und obendrein vor Demütigung durch die Klasse.

Wenn man ehrlich ist, kennt jeder aus seiner eigenen Schultzeit dieses eine Kind, das immer als letzter in eine Mannschaft gewählt und stets für die Niederlage beim Gruppenspiel verantwortlich gemacht wird, auch wenn zum Verlieren mehr als ein Spieler versagen muss. Das Kind, das immer gegen den Bock klatscht, statt darüber zu springen und beim Klettern an der Sprossenwand schon auf der zweiten Stufe feuchte Augen bekommt, weil es sich fühlt, als würde es auf dem Mount Everest stehen. Dieses Kind ist mein Kind. Und das tut mir sehr weh.

Ich selbst hatte irgendwie Glück im Unglück. In meiner Grundschulzeit war ich sehr ungeschickt und unsportlich. Wenn ich einen Ball werfen sollte, konnte man froh sein, wenn er wenigstens einen Meter weit flog und mir nicht direkt auf den Fuß. Klettern, Balancieren, Handstand – alles, was nicht mit beiden Beinen auf dem Boden stattfand – war eine Qual für mich. Bis der Knoten platzte. Ich weiß nicht warum, aber irgendwann kapierte ich, wie man einen Ball auch aus vollem Schuss fangen kann und war fortan ganz vorne mit dabei. Die Völkerballkönigin. Beim Turnen hatte ich es ebenfalls gut – meine beste Freundin turnte nicht nur im Verein, sie hatte eine ähnliche Statur wie ich, so dass ich ihr voll vertraute – sie wusste nicht nur, wie man Hilfestellung geben kann, ich konnte auch darauf zählen, dass sie mein Gewicht halten konnte.

Ich wünschte, die Maus hätte auch so ein Glück. Wir arbeiten an ihren sportlichen Fähigkeiten, aber ihre große Angst steht ihr oft sehr im Weg. Sie braucht Zeit, viel Zeit. Und wenn schon wir manchmal die Geduld verlieren – wie sollte ein Sportlehrer sie aufbringen? Das übersteigt seine Kompetenz und seine Zeit einfach. Trotzdem hoffe ich sehr sehr sehr, dass ihre Klasse lieb ist und ihren Makel nicht so sehr an den Pranger stellt, wie das in der Grundschule der Fall war.

Unter anderem mit diesem Hintergrund habe ich mich im Urlaub mit dem Thema „Hochsensibilität“ beschäftigt. Schon lange ist mir klar, dass bei der Maus „etwas anders“ ist, als bei anderen. Und nach nur wenigen Informationen zu diesem Thema war mir klar: Ja, das ist die Maus! Sie eine „HSP“, genau wie ich, nur möglicherweise in noch ausgeprägterer Form. Was ich allerdings mit dieser Erkenntnis anfangen kann, muss ich erst noch für mich sortieren. Denn im Endeffekt ist Hochsensibilität keine Krankheit oder Störung, sondern eine menschliche Eigenschaft wie die Haarfarbe. Man muss lediglich lernen, in einer Welt klarzukommen, die aus einer Mehrheit an Nicht-HSP besteht. Klingt einfach, ist es aber nicht. Insbesondere für ein Kind. Vielleicht schreibe ich dazu mal mehr, wenn ich mich noch etwas ausgiebiger mit dem Thema beschäftigt habe.

Fischlein

Gestern Morgen, gegen Ende unserer täglichen Pool-Runde, überzeugte ich die Schnecke davon, einen weiteren Klotz vom Schwimmgurt zu entfernen und es mit einem einzigen zu versuchen. Während ich also mit dem Rücken zum Pool am Beckenrand stand und innerlich fluchend versuchte, den Verschlussmechanismus auseinander zu fummeln, rief die Schnecke von hinter mir plötzlich:

„Mamaaa! Ich kann es auch ohne!“

Ich drehte mich um und sah ein fröhlich dahinpaddelndes Fischlein, das einfach so durch den Pool schwamm. Hurra! Was für eine Überraschung!

Natürlich wird die Schnecke von ihrem recht ausgeprägten Ehrgeiz gezwungen, nun auch möglichst gut – am liebsten besser und schneller als die Maus – zu schwimmen, so dass sie schon heute zwei Bahnen am Stück zurücklegte, was etwa 20 Meter sein dürften. Wenn sie so weitermacht, können wir uns den Schwimmkurs sparen und das Seepferdchen vom Bademeister bescheinigen lassen… Mal sehen!

Schwimmkurs

Das, was wir bei der Maus nur mit Hilfe des besten Schwimmlehrers der Welt hinbekommen haben, versuche ich nun, der Schnecke selbst beizubringen: Schwimmen!

Schon vor dem Urlaub wollte sie unbedingt in unserem Whirlpool schwimmen, was natürlich nicht ging, weil er viel zu klein dafür ist. Sie beschwerte sich lautstark und wiederholt, dass sie die einzige in ihrer Altersgruppe im Kindergarten sei, die noch nicht schwimmen kann – was natürlich nicht stimmt, aber dennoch ganz förderlich für ihren Ehrgeiz ist. Also beschlossen wir, es im Sommerurlaub mal selbst zu versuchen.

Die Technik des Schwimmenlernens kennen wir, seit wir bei den beiden Schwimmkursen der Maus zugeschaut haben: Brustgurt, Schwimmflügel, Schwimmbrett, Poolnudel – lauter Kram, den wir größtenteils eh besitzen, keine Zaubertricks. Zudem hat die Schnecke ja auch selbst bereits mehrere Schwimmstunden absolviert, hat sogar schon das „Frosch-Abzeichen“, die Vorstufe zum Seepferdchen, erlangt. Eine Woche vor dem ersten Lockdown begann ihr neuer Kurs, in dem sie das Seepferdchen hätte erreichen sollen…

Nun sind wir also in unserem alljährlichen Italienurlaub angekommen, wo wir sonst höchstens ein Mal in 14 Tagen dem Wunsch der Kinder nachgeben, in den Hotel-Pool zu steigen. Wozu, wenn das Meer nur wenige Schritte entfernt ist? Aber diesmal steht der Urlaub im Zeichen der (Wasser-)Schnecke 🙂, so dass wir bisher jeden Vormittag eine Schwimmeinheit im Pool absolviert haben. Und was soll ich sagen? Heute ist Tag 5 und wir konnten bereits drei der fünf Klötzchen des Schwimmgurtes entfernen! Nun schwimmt die Schnecke also ohne Flügel oder Brett, nur mit zwei kleinen Klötzchen am Gurt – ich bin begeistert! Mal sehen, wie weit wir kommen – eine knappe Woche haben wir noch Zeit…

Als die Maus das Schwimmen lernte

Als ich eben den Beitrag darüber tippen wollte, wie wir derzeit versuchen, der Schnecke das Schwimmen beizubringen, wollte ich meinen Beitrag zum Schwimmkurs der Maus verlinken. Dabei fiel mir auf, dass ich außer einem Nebensatz im Jahresbericht überhaupt nichts dazu geschrieben habe! Das darf nicht sein, denn der Schwimmkurs war für uns Gewinn, Fortschritt und Überraschung, pure Euphorie…

Angefangen hat alles im Februar 2019 mit der Erkenntnis, dass die Maus durch ihren Sprung von Klasse 1 nach Klasse 2 mitten im Schuljahr doch schneller als gedacht zur Drittklässlerin werden würde und somit Schulschwimmen auf dem Stundenplan stehen würde. Nur wenige Tage nach dieser Entscheidung buchte ich zwei Schwimmkurse für sie, zwei Mal vier Wochenenden, immer eine Schwimmstunde am Samstag und eine am Sonntag.

Natürlich hatte ich mir im Vorfeld schon lange Gedanken gemacht, wo wir diesen Kurs belegen würden, denn zum einen bin ich ein „gebranntes Kind“, das selbst nur eine einzige Schwimmstunde absolviert hat, weil ich bei ebendieser vom Schwimmlehrer einfach ins Wasser geschubst wurde und danach nie wieder dort hin wollte. „Andere Zeiten“ und so… Zum anderen kenne ich die Maus und ihre Eigenarten so gut, dass ich wusste, dass uns nur ein kleines Wunder helfen könnte. Dass dieses Wunder tatsächlich eintreten würde, wie es mir eine Mutter irgendwann im Warteraum beim Ballett versprach, wenn wir zu diesem einen Schwimmlehrer gehen würden, konnte ich zu diesem Zeitpunkt nicht ahnen…

Im April startete dann der erste Schwimmkurs. Der Schwimmlehrer war tatsächlich nicht nur für die Mütter schön anzusehen ;-))), er schaffte es auch, die Kinder abzuholen und zu überzeugen, dass sie das machen, was er von ihnen verlangte. Da der Kurs sehr klein war (nur 6 Kinder) und in einem kleinen, warmen privaten Schwimmbad stattfand, gab es auch keine Ablenkung von außen. Die Maus vertraute dem Schwimmlehrer, denn er war groß und stark und in einem Schwimmzug von einem Beckenrand am anderen. Er vermittelte ihr eine Sicherheit, die wir ihr zuvor beim Schwimmen einfach nicht geben konnten. So bekam sie am Ende des ersten Kurses das Frosch-Abzeichen – „mit eine Fuß von die Seepferdschen“, wie der Schwimmlehrer mit seinem netten französischen Akzent sagte (und direkt mit Kuli auf das Abzeichen malte).

Voll motiviert starteten wir also direkt im Anschluss mit dem zweiten Kurs. Abgesehen davon, dass es uns einiges an Energie kostete, zwei Monate lang jedes Wochenende gefühlt nur mit dem Schwimmkurs zu verbringen, waren wir froh, direkt zwei Kurse hintereinander gebucht zu haben, damit die Maus „in der Materie“ bleibt. Bis zum letzten Schwimmkurstag wagte die Maus jedoch nicht, komplett ohne eine Art von Schwimmhilfe zu schwimmen. Wir dachten also schon, dass wir mindestens einen dritten Kurs brauchen würden. Dann kam der „Prüfungsteil“, zu dem auch die Eltern das Bad betreten durften (sonst musste man außen vor der Scheibe sitzen). Als die Maus dran war, ließ er sie zunächst mit einem Schwimmgurt mit 3 Blöcken daran schwimmen. Sie schwamm eine halbe Bahn, dann schnappte der Lehrer sie, meinte: „Das war sehr gut, aber das war zu einfach!“ und machte einen Klotz weg. Also schwamm sie mit ihren 2 Blöcken wieder los. Wieder nur bis zur Mitte. Der selbe Spruch, der selbe Ablauf: ein Block weg! Auch mit einem Block schwamm sie bis zur Mitte. Nachdem auch das „sehr gut aber zu einfach“ war, nahm er ihr den Gurt ab und ehe wir uns versahen, schwamm die Maus wie ein Fischlein die geforderte Strecke ohne Hilfe und erarbeitete sich schließlich ihr Seepferdchen-Abzeichen. Was für eine schöne Überraschung für uns alle! Was für ein glücklicher Zufall, dass wir genau diesen Kurs empfohlen bekommen haben! Was für ein mega Schwimmlehrer! Ich schwärme immernoch und bin wirklich traurig, dass die Schnecke nicht in den Genuss kommen kann, denn derzeit beschäftigt die Schwimmschule coronabedingt keine externen Lehrer, sondern alle (wenigen) Kurse werden vom Leiter der Schwimmschule selbst durchgeführt.

Abschiedstour

Eine turbulente, emotionale Woche liegt hinter uns. Sowohl die Maus als auch die Schnecke mussten Abschied nehmen von ihrer derzeitigen Einrichtung – die Maus von ihrer Grundschule, die Schnecke vom Kindergarten. Und von letzterem auch gleich wir als Familie, denn wir haben keinen Kinder-„Nachschub“ mehr zu bieten.

Die Abschiedstour startete schon vor zwei Wochen mit dem offiziellen „Rausschmiss“ der zukünftigen Schulkinder. Es wurde vom Kita-Team ein gemeinsamer Freitag-Abend mit Schatzsuche im Wald, bestellter Pizza und Überraschungs-Eiswagen veranstaltet, inklusive obligatorischem Rausschmiss mit einer Decke durch die Kita-Tür. Die Kinder fanden es ganz nett, wenn auch nicht ober-hammer-spitzenmäßig. Denn durch den Wald laufen haben wir in den letzten eineinhalb Jahren zig Mal gemacht und auch Pizza wurde gelegentlich als „Highlight“ für daheim bestellt – Restaurant war ja lange nicht drin.

Ich will auch gar nicht undankbar sein, es ist momentan halt schwierig mit den ganzen Regelungen und Vorgaben. Aber wenn ich an den Rausschmiss der Maus denke, finde ich es einfach schade, dass dieses Ereignis nicht mehr so zelebriert wird, wie es früher der Fall war. Dies liegt ein bisschen an Corona, aber viel mehr an einigen Wechseln im Kita-Team. Bei der Maus gab es neben der Übernachtung einen Ausflug zu einer Attraktionen am Stadtrand, dann wurde ebenfalls Pizza gegessen und abends gab es im Garten der Einrichtung ein Feuer, um das man saß, Marshmellows grillte und zu Gitarrenklängen sang. Aber vielleicht musste es nun auch so sein, denn es hat mir erspart, beim Abschied in Emotionen zu versinken, da ich mich mit der Einrichtung überhaupt nicht mehr so verbunden fühle, wie damals beim Rausschmiss der Maus.

Dann kam am letzten Mittwoch der letzte Schultag der Maus in der Grundschule. Leider wurden die Eltern – vermutlich um einen Corona-Auflauf vor dem Schulhof zu vermeiden – nicht informiert, dass ein kleines „Abschieds-Programm“ geplant war. Aber die Maus erzählte, dass sie von den zukünftigen Viertkkässlern je eine Sonnenblume überreicht bekommen haben und dann durch das kleine bunte Tor aus der Schule herausgehen durften, durch das die neuen Erstklässler bei der Einschulungsfeier die Schule symbolisch betreten. Hach. Bei dem Gedanken muss ich direkt wieder ein Tränchen verdrücken…

Donnerstag dann der endgültig letzte Tag im Kindergarten. Nachdem die Schnecke seit Wochen fast täglich gemeckert hat, dass sie nicht mehr in den Kindergarten möchte, musste sie dann doch um ihre beiden liebsten Erzieherinnen weinen und ich bin froh, dass wir direkt in die Ferien starten können, um all diese Gedanken ein wenig zu zerstreuen.

Nun also Ferien. Und ein bisschen kalte Füße, was mich im September dann an organisatorischen (und anderen) Herausforderungen erwartet…

Vatertagserkenntnisse

Unser gestriger Vatertagsausflug führte uns – zufällig, nur geleitet vom Regenradar – in den Ort, in dem meine Big Band zu Hause ist. In den Ort, in den ich bis Corona in unser Leben trat 17 Jahre lang wöchentlich gefahren bin, obwohl es mich mittlerweile nach mehreren Umzügen fast eine Stunde Fahrtzeit pro Richtung kostet. Aber es ist eben „meine“ Big Band, es ist gefühlt schon immer so und ich habe noch nie darüber nachgedacht, mich nach einer anderen Big Band umzusehen.

Bis jetzt. Die letzte Probe – mit Masken, Abstand und improvisierter Probestätte – war im September 2020. Die einzige, nach einem halben Jahr Pause seit März 2020. Danach war wieder alles „dicht“ und verboten. Zu Hause schaffe ich es nicht, Saxophon zu üben – alle um mich sind im Homeoffice und überhaupt: Wenn ich ganz ehrlich bin, fehlt mir auch einfach die Motivation. Und so dachte ich neulich, ob ich vielleicht ganz aufhören sollte. Keine Fahrerei zur Probe, keine blockierten Wochenenden, keine Diskussionen mit den Kindern, warum ich weg muss.

Nun stand ich vor der Stadthalle, in der wir schon zig Mal gespielt haben und stellte fest, dass dort – wie in so vielen kulturellen Stätten – ein Corona-Testzentrum aufgebaut worden ist. Die Türen gingen auf und zu und ich linste nach dem Saal, in dem wir immer spielen. Was für ein bedrückendes Gefühl… Nicht weit entfernt von der Halle kamen wir dann an dem Biergarten vorbei, in dem wir normalerweise jedes Jahr am 1. Mai „die Saison eröffnen“ – egal, ob bei 30 Grad oder bei 3 Grad: Wir sind da. Sind da und beschweren uns über das Wetter, die frühe Zeit und dass man für’s Essen so lange anstehen muss. Aber wir haben immer Spaß. Im Vorbeigehen bildeten ich mir ein, dass es nach Grillwurst riecht – ein kurzer Blick auf die Verkaufsstände zeigte aber, dass ich mich täuschte und es keinen To-Go-Verkauf gab. Schade eigentlich. Vielleicht riecht der Platz nach so vielen Jahren Biergarten einfach grundsätzlich nach Bratwurst.

Abends gratulierte ich schließlich schriftlich einem Bandmitglied zu seinem Geburtstag. Es kam eine erstaunlich emotionale E-Mail zurück und spätestens da war mir klar: Ich kann nicht aufhören! Sobald es wieder geht, werde ich wieder Teil dieser Big Band sein, mein Herz hängt viel zu sehr an der Musik und an den Leuten, als dass ich es einfach so aufgeben könnte. „Music was my first love…“

Ein Hauch von Camping

Es wird diesmal knapp, sehr knapp. Letztes Jahr war es schon so, dass wir um unseren Camping-Urlaub in den Pfingstferien bangen mussten, er dann aber doch möglich und sehr schön war. Dass es in diesem Jahr noch viel schlimmer sein könnte, als 2020, hätte ich niemals gedacht. Ich halte alles aus und ein, das Homeschooling, die Kontaktbeschränkungen, die Ausgangssperre, ich habe mir im Lockdown die Haare nicht „schwarz“ daheim schneiden lassen, ich treffe mich in meinem Garten nicht mit mehr als einem weiteren Haushalt, ich schicke meine Kinder nicht zur Notbetreuung, obwohl ich es machen könnte wie so viele und mir den „Wisch“ einfach unterschreiben lassen. Aber irgendwo hört es dann bei mir auch so langsam auf: Wenn es an meinen Urlaub geht. Ich möchte kein All Inclusive, keine Massenveranstaltung, ich brauche kein Restaurant und kein Flugzeug mit hunderten Menschen darin. Ich will einfach nur mit dem Wohnmobil in der Nähe vom Strand stehen dürfen, unter meiner Markise frühstücken und grillen, im Sand spazieren gehen und mir den Wind um die Nase wehen lassen. Ich dusche auch nur im Wohnmobil, lasse die Kinder nur auf einen Spielplatz, wenn sonst keiner drauf ist und kaufe meine Lebensmittel nur ein Mal pro Woche ein – so war es auch im letzten Jahr und ich bilde mir ein, dass ich dabei weder eine Gefahr für andere dargestellt habe, noch mich selbst mehr gefährdet habe, als daheim.

Umso schwerer fällt es mir, in diesem Jahr wieder um den WoMo-Urlaub bangen zu müssen. Besser gesagt: Irgendwo habe ich ihn sogar schon abgeschrieben, es gibt keine Aussicht auf Öffnung der Plätze und mir fehlt langsam auch die Energie, wieder neue Plätze zu suchen und umzubuchen auf Regionen, die irgendwelche „Modellprojekte“ haben. Dazu ist mir der Ausgang der Projekte zu unsicher – nachher buche ich um und das Modellprojekt wird abgebrochen, während im anderen Bundesland plötzlich geöffnet wird. Zu viel Glücksspiel, da bin ich nicht der Typ dafür.

Stattdessen weht seit Tagen ein Hauch von Camping durch unser Zuhause: die Spülmaschine ist kaputt. Und die Lieferzeiten einer neuen liegen derzeit bei mindestens 2 Wochen, genaues Datum ungewiss. Wegen Corona, verklemmten Containerschiffen – wer weiß das schon. Nun spüle ich halt von Hand und stelle mir vor, ich wäre im Wohnmobil. Wenigsten muss ich nicht auch noch die Toilette jeden Tag leeren…

Auf dem Prüfstand

Diese Woche steht für die Maus ganz im Zeichen des Prüfens und Testens: Am Mittwoch hatte sie die praktische Fahrradprüfung, morgen wird die dazugehörige theoretische Prüfung stattfinden und heute – ja, heute wurden an ihrer Grundschule zum ersten Mal Corona-Schnelltests durchgeführt. Wie genau es dazu kam, dass wir jetzt schon welche bekommen, weiß ich nicht, denn angekündigt wurden die Tests in Baden-Württemberg erst für nach den Osterferien. Aber es rückte sogar ein Testteam an, so dass das Ganze ziemlich professionell über die Bühne ging. Immerhin wurde in der Klasse der Maus keiner positiv getestet – ich weiß nicht, ob das in allen Klassen so war, kann mir aber kaum vorstellen, dass kein einziger „Treffer“ dabei war. Allerdings muss man dazu sagen: die Tests sind leider freiwillig, so dass nichtmal die Hälfte der Kinder getestet wurden. Hauptsächlich diejenigen, die sich sonst auch nie um ihre Kinder kümmern, nie beim Elternabend aufkreuzen, nie schauen, dass die Hausaufgaben erledigt sind oder die Kinder pünktlich zur Schule kommen – diejenigen haben natürlich auch diesmal den Zettel mit der Testerlaubnis nicht abgegeben. Ich hoffe, das sind dann nicht auch die, die sich nicht an die Einschränkungen halten und Corona haben… Ein sehr schwieriges Thema. Ich bin gespannt, ob die Landesregierung es schafft, die Tests zur Pflicht zu machen. Österreich kann es ja auch – wieso wir wieder nicht? Ich möchte nicht, dass mein Kind als „Indikator“ für die anderen herhalten muss…

Das Testergebnis zur Fahrradprüfung haben wir indes noch nicht bekommen. (Sagt man noch „indes“? Es kommt mir so komisch vor…) Ich bin so gespannt und hoffe sehr, dass die Maus bestanden hat, nach all dem emotionalen Hin und Her der letzten vier Wochen. Der Polizist, der das Ganze geleitet hat, war nämlich ein verkappter Feldwebel mit dem Feingefühl eines Bulldozers und so kam die Maus beide Male, an denen sie zufällig in seiner Gruppe gelandet ist, weinend nach Hause, weil er sich z.B. über sie lustig gemacht hatte, dass sie nicht so schnell fahren konnte wie die Jungs. Geht’s noch? Ist das die Ausbildung zum Rennfahrer oder geht es darum, die Verkehrsregeln zu lernen? Ich konnte kaum glauben, was sie alles über ihn erzählt hat, auch wie er mit den Lehrerinnen umgegangen ist – unglaublich. Wieso arbeitet so ein Typ in diesem Bereich, wenn er nicht mit Kindern umgehen kann?

Es bleibt also wiedermal spannend. Morgen vielleicht das Rad-Ergebnis und Montag nochmal ein Schnelltest – in der Hoffnung, dass auch da alle negativ sind, sonst sind wir (bzw. zumindest die Maus) über Ostern in Quarantäne…

Wind

Seit einer halbe Stunde versuche ich schon, einen poetischen Titel für diesen Blogbeitrag zu finden. Irgendetwas mit Wind – um festzustellen, dass jeder erdenkliche Wind-Slogan bereits Titel eines Romans, einer Firma, eines Songs oder zumindest eines anderen Blogs ist. Also gebe ich auf und nenne ihn einfach „Wind“. Ich will ja niemandem die Idee klauen…

Was ich erzählen will, ist, dass ich mich im Moment fühle, als ob ich vom Wind hin- und hergetrieben werde. Ich bin nicht Herr meiner Handlungen, ich reagiere auf den Moment, ich kann nichts tun, als mich treiben zu lassen und zu hoffen, dass er mich dorthin bringt, wo ich hin möchte und alles gut geht.

Letzte Woche haben wir die Maus auf der weiterführenden Schule angemeldet. Wir haben uns für das Gymnasium entschieden, das von uns aus am nächsten gelegen, aber in einem anderen Landkreis liegt und somit gegen das Gymnasium, das von den meisten Abgängern unserer Grundschule besucht wird. Gegen die Schule, die sich so toll digital präsentiert hat. Ein Bauchgefühl. Die liebste Klassenkameradin der Maus wird mit uns mitgehen und ich drücke sehr die Daumen, dass nun alles weitere klappt. Wenn wir nächste Woche keine Nachricht bekommen, können wir angeblich davon ausgehen, dass wir angenommen wurden. Ansonsten wird es erstmal blöd.

Am Montag beginnt dann nach wochenlangem Homeschooling und ein paar wenigen Wochen Wechselunterricht der Unterricht in voller Klassenstärke und nach (fast) regulärem Stundenplan. Das heißt nicht nur, die Kinder täglich fast eineinhalb Stunden früher aus den Federn zu reißen als in den letzten Monaten, sondern auch noch mehr Unsicherheit zu haben, ob eines der Kinder Corona mit nach Hause bringen könnte. Es hört einfach nicht mehr auf.

Ebenso unsicher ist unsere Urlaubsplanung. Wir mussten ja unsere Schwedenreise letztes Jahr abblasen und die Fähre auf dieses Jahr verschieben. Um nun natürlich festzustellen, dass auch dieses Jahr im Mai Schweden keine gute Idee sein wird und derzeit sowieso noch in den Sternen steht, ob Urlaub generell eine gute Idee ist. Wer hätte das gedacht, dass es diesbezüglich noch eine Negativ-Steigerung im Vergleich zu letztem Jahr geben würde! 2020 konnten wir immerhin unsere Urlaubspläne noch komplett einhalten, bis auf die Änderung des Reiseziels an Pfingsten eben. Und so fühle ich mich auch hier hin und her geworfen von Regelungen, Ge- und Verboten und insbesondere von Unklarheiten, Stornobedingungen und AGBs.

Und es bleibt uns nichts anderes übrig, als mit dem Wind zu fliegen, nachzugeben und mit geschlossenen Augen zu hoffen, dass es keine Bruchlandung geben wird…

Dreieck

Heute feierten die Maus und die Schnecke Fasching bei der Freundin der Maus. Karneval, für alle Nicht-Schwaben. :-) Die Freundin, die in den letzten Wochen und Monaten unsere einzige „Kontakt-Freundin“ war, eben weil es mit den dreien immer ganz gut geklappt hat und wir so nicht unnötig viele Kontakte treffen mussten.

Wie ich das eine oder andere Mal schon erwähnt habe, ist dies eine nicht ganz unkomplizierte Freundschaft. Die Freundin ist zum einen sehr einnehmend, bestimmend und zudem springt sie sehr schnell von einer Sache zur nächsten und muss den ganzen Tag in Bewegung sein, um nicht die Wände hochzulaufen. Das komplette Gegenteil der Maus. Die Maus möchte sie auf keinen Fall als Freundin missen, weil sie schon einiges zusammen erlebt haben. Sie ist aber zunehmend gestresst von den vielen Treffen, die es in letzter Zeit gab. Diese waren alle mehr oder weniger unfreiwillig und wurden alle von der Mutter der Freundin initiiert, da diese angeblich täglich danach fragt, die Maus treffen zu dürfen.

Nun hatte es sich so entwickelt, dass die Mutter die letzten zwei Male angeboten hatte, sowohl Maus als auch Schnecke zum Spielen zu sich zu nehmen. Dieses Angebot nahm ich gerne an, zumal die Maus förmlich darum bettelte. Denn ist die Schnecke bei diesen Treffen dabei (bzw. ist die Freundin bei uns zu Besuch), muss die Maus die „flitzige“ Freundin nicht alleine aushalten. Das klingt hart, ist aber leider wirklich nicht übertrieben.

Heute jedenfalls war dann leider die große Wende in der Geschichte. Die Faschingsparty war wohl anfangs sehr lustig und nett, doch mit fortschreitender Zeit versuchte die Freundin immer mehr, die Schnecke auszugrenzen. Dies missfiel natürlich der Maus, die Hintenrum-Getue nicht leiden kann. Und als die Freundin auch noch der Schnecke diverse Dinge „in die Schuhe geschoben“ hat (ausgeschüttete Süßigkeiten, Chaos im Zimmer, …), obwohl sie es selbst gemacht hatte, machte die Maus endgültig zu. Ich holte daher abends zwei vermeintlich müde, aber bei genauem Hinsehen nicht ganz so glückliche Kinder ab und musste mir daheim erstmal erklären lassen, was passiert war.

Ich verstehe ja auch die Sicht der Freundin. Sie denkt vermutlich, dass die Schnecke ab sofort immer dabei sein wird und gibt nun alles, um das zu verhindern. Da fiel mir dann auch wieder ein, wie die Maus mir noch zu Beginn ihrer Schulzeit erzählt hat, wie ihre Freundin ihren Eltern Lügen über ein Mädchen erzählte, was dazu führte, dass diese den Kontakt zu der Familie abbrachen. Vermutlich will die Freundin nun erreichen, dass die Schnecke als „Störenfried“ abgestempelt und künftig nicht mehr eingeladen wird.

Nun wird es erstmal eine Pause geben müssen – schon länger ernte ich nur Augenrollen, wenn ich Treffen mit der Freundin ankündige. Und wenn es dann mal wieder eines gibt, sollte die Maus alleine hin. Das sehe ich ein – auch wenn sie dann vielleicht gar nicht mehr hin möchte.

Skiurlaubsurlaub

Während ich diese Zeilen schreibe, würde ich im Normalfall schon tief und fest und vermutlich recht unruhig schlafen, denn morgen würden wir eigentlich wie jedes Jahr mit ein paar befreundeten Familien in den Skiurlaub nach Österreich fahren. Eine Woche lang würde ich mich um die Ängste meiner Kinder und meine eigenen kümmern und nebenbei noch für 13 Personen kochen, aufräumen, einkaufen. Natürlich nicht alleine, aber immerhin als eine von nicht ganz so vielen „echten“ Helfern. Das alles meinem Mann zuliebe, der Skifahren liebt und dem ich dieses Hobby nicht nehmen möchte.

Nun hat mich ausgerechnet Corona in die unglaubliche Lage gebracht, dieses Jahr nicht in den Skiurlaub fahren zu müssen. Ich freue mich! Der Schnee ist stattdessen einfach zu uns gekommen und wir fahren fleißig Schlitten und gehen spazieren und frieren und hängen das Haus und die Heizungen voll mit nassen Kleidungsstücken. Was will man mehr? Ach ja – Urlaub vielleicht. Den haben nächste Woche nämlich leider nur die Kinder, wir arbeiten „durch“. Seufz. Man kann nicht alles haben.

Zahn-Highlights und -Lowlights

Der Februar kam mit einer netten Überraschung daher: Die beiden oberen Schneidezähne der Schnecke sind im Abstand von 3 Tagen ausgefallen! Zuerst der vermeintlich noch nicht ganz so sehr wackelnde – beim Herumbalgen auf dem Sofa – und dann der am seidenen Faden hängende andere Schneidezahn beim Zähneputzen. Wie süß so ein zahnloses Kindergesicht doch ist! :-)

Nicht so süß waren dagegen die Zahn-News, die uns der Januar zu bieten hatte. Mein Schwiegervater war in der eigenen Wohnung ohnmächtig geworden und dabei so unglücklich gestürzt, dass er mit einem mehrfach gebrochenen Kiefer ins Krankenhaus musste. Mittlerweile sind fast 4 Wochen vergangen und es geht langsam wieder aufwärts mit ihm. Zwar sehr langsam und mit noch so einigen Hürden, die zu nehmen sind, aber immerhin ist die Tendenz nach oben zu erkennen.

Ab sofort hätte ich dann bitte gerne nur noch ausgefallene Milchzähne in der Familie zu vermelden! Da fällt mir ein: Den Zahnkalender der Kinder muss ich dringend mal wieder aktualisieren und hier hochladen, vielleicht schaffe ich es am Wochenende mal, den Laptop zu ergattern…

Was zählt wirklich?

Als mich die Schnecke heute Morgen wie an jedem Wochenend-Morgen mit ihrem Rufen aus dem Schlaf riss, träumte ich gerade davon, in meiner alten Schule zu sein. Kein Wunder, hatte ich doch den ganzen Vorabend lang über die Frage nachgedacht und recherchiert, welches Gymnasium für die Maus wohl das richtige sein wird.

Jedenfalls ließ der Traum mich nicht mehr los. Ich grübelte weiter und ließ meine Schulzeit auf dem Gymnasium Revue passieren. Was war gut? Was war weniger schön? Worauf hätte ich verzichten können und welche Erfahrungen würde ich nicht missen wollen?

Ziemlich schnell wurde mir klar: Das, was mir die Schulzeit wirklich versüßt hat und mir die meisten bleibenden Erinnerungen beschert hat, waren die AGs, in denen ich mitgemacht habe. Erst Chor, dann Modern Dance und dann Big Band. Insgesamt habe ich mich erst sehr spät getraut, an AGs teilzunehmen, aber dafür dann umso intensiver. Mit zahlreichen Fahrten, Auftritten, Proben, Erfolgserlebnissen und noch mehr Spaß.

Daneben – genauso wichtig – meine Freundinnen. Und zwar allen voran diejenigen, die mit mir zusammen auch schon die selbe Grundschule besucht hatten. Aber natürlich auch noch ein paar andere. So viele gemeinsame Pausen, Schwärmereien, Busfahrten, Übernachtungspartys, gemeinsames Wachsen.

Wie könnte ich also eine Schule für die Maus nur nach rein rationalen Kriterien auswählen? Fächerangebot, Schulweg, Ruf – das ist alles wichtig, klar. Aber noch viel wichtiger sind die Herz-Dinge. Ich hoffe sehr, dass wir die richtige Entscheidung treffen können.

Lobeshymne

Gestern Abend hatten wir unser Informationsgespräch zur Grundschulempfehlung der Maus. Das Klassenlehrerinnen-Tandem erzählte uns in einer Videokonferenz vieles, was wir schon über die Maus wussten, ließen unsere Elternherzen dann aber auch dahinschmelzen, da ihre Worte voll des Lobes für die Maus waren. Nicht nur auf Leistungsebene, sondern auch aus „menschlicher Sicht“.

Nun wurde uns also offiziell bestätigt: Die Maus wird im nächsten Sommer aufs Gymnasium gehen. So klar die Entscheidung für die Schulart gefallen ist, so schwer tun wir uns mit der Wahl der Schule. Immerhin haben wir uns darauf geeinigt, eines der beiden Gymnasien im näheren Umfeld zu wählen. Da ist auf der einen Seite das fußläufig zu erreichende Gymnasium, dem der Ruf vorauseilt, hohe Leistungserwartungen zu haben, von dem ich aber nur wenige Informationen aus erster Hand habe, da es in einem anderen Landkreis liegt. Auf der anderen Seite steht das für unseren Wohnort „zuständige“ Gymnasium in unserem Stadtteil, von dem ich bislang ebenfalls nur Gutes gehört habe, zu dem der Schulweg allerdings richtig doof ist, da man trotz der recht kurzen Fahrtzeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln ein Mal umsteigen muss. Letztere Schule hat eine super-duper-moderne Homepage, äußerst ansprechend und informativ, sogar mit einem netten Video, in dem die Schule präsentiert wird. Demgegenüber die Website des anderen Gymnasiums, auf der man nichtmal einen ordentlich bestückten Terminkalender findet, geschweige denn irgendwelche informativen Inhalte. Schulprofile, Coronainfos und Öffnungszeiten des Sekretariats. Hm.

Dieses Jahr ist es aber auch besonders schwierig. Letztes Jahr konnten bei uns in der Gegend wenigstens noch die Tage der offenen Tür stattfinden. Nun hat man eigentlich keine andere Möglichkeit, als auf das Online-Angebot zu blicken und auf Mund-zu-Mund-Propaganda zu bauen. Sofern man überhaupt einen passenden Mund zu Gesicht bekommt…

Und dann ist da natürlich auch noch die Freundinnen-Frage. Die Maus hat riesige Angst, ganz alleine, ohne Anschluss in eine neue Schule gehen zu müssen. Das kann ich auch gut verstehen, deswegen liegt mir viel daran, eine gute Lösung für sie zu finden. Aber es ist gar nicht so einfach, da die anderen auch alle „herumeiern“ und unentschlossen sind. Vielleicht müssten wir uns einfach festlegen, denn die bisherigen Entscheidungen im Zusammenhang mit dem Thema Schule sollten mich eigentlich gelehrt haben, dass man am Ende immer in den Ofen guckt, wenn man nur einer Person zuliebe eine Entscheidung trifft… Es bleibt spannend! Mitte März müssen wir entschieden haben, da sind die Termine zur Anmeldung.

Auf der Suche

Mal wieder kann ich nicht einschlafen, wie so oft in letzter Zeit. Meine Gedanken kreisen um die Frage, was ich tun könnte, um wieder zufriedener mit mir zu sein.

Angefangen hat es mit dem Gedanken, ob ich nicht meinen Job wechseln sollte. Nicht, dass mir Programmieren keinen Spaß mehr macht, aber ich fühle mich zunehmend überfordert. Es gibt kaum noch ein normales Projekt, ständig müssen komplexe neue Verfahren aufgebaut werden, ständig fehlen die entsprechenden Vorgaben und ständig sollen die Arbeiten am besten gestern fertig sein. Ich habe mittlerweile so oft das Gefühl, dass ich das nicht kann, dass der Spaß darunter leidet.

Und dann frage ich mich: Gibt es denn gar nichts, das ich wirklich gut kann? Ich meine so richtig gut? Ich wäre gerne Musikerin – aber dafür bin ich zu schlecht und zu feige. Ich wäre gerne Lehrerin – aber nicht in der heutigen Zeit, in der Respekt nur noch in Rap-Songs vorkommt – dazu bin ich zu zurückhaltend und friedliebend. Ich wäre gerne Autorin – aber könnte ich wirklich mal ein Buch zu Ende bringen? Nein, alles passt nicht.

So geht es immer weiter und ich komme vom Hundertsten ins Tausendste und lande bei der Frage, ob ich denn nicht wenigstens etwas Kleines finden kann, das mich zufriedener werden lässt. Vielleicht ein kleines Erfolgserlebnis, etwas abschließen und damit glücklich sein. Aber alles, was ich anfange, wird zur unendlichen Geschichte – digitale Fotos archivieren, die Kunstwerke der Kinder (aus)sortieren, alte Datenträger digitalisieren, abgelegte Kindersachen verkaufen. Egal was ich anfange, alles „wächst nach“ und so schiebe ich wie Sisyphos Stein um Stein den Berg hinauf, um am Ende doch keinen Erfolg verbuchen zu können, sondern zu sehen, wie das Chaos wächst.

Ich bin frustriert. So frustriert, dass ich es sogar in Erwägung ziehe, mit irgendeinem Sportprogramm zu beginnen, um wenigstens bei irgendetwas Fortschritte zu machen. Vermutlich um dann kurz darauf noch frustrierter wieder aufzugeben, weil ich den Kampf gegen den inneren Schweinehund doch wieder verloren habe.

Hallo Jahr!

Ich hoffe, ihr seid alle gut in 2021 angekommen – ein glückliches und gesundes Jahr wünsche ich euch!

Wir sind gut ins neue Jahr gestartet. An Silvester waren wir nachmittags bei den Schwiegereltern, wo wir Fleischfondue gegessen haben nebst vielen anderen Leckereien. Da in Baden-Württemberg die Ausgangssperre am Silvester nicht aufgehoben wurde, legten wir den Besuch so, dass wir ganz regelgetreu um 20 Uhr wieder zu Hause waren. Dann führte die Maus uns ein paar Zaubertricks vor, quasi als Warm-up für die digitale Zaubershow eines lokalen Zauberers, die wir gebucht hatten. Bis diese startete, spielten wir ein paar Brettspiele und packten Partyhütchen und Leuchtbrillen aus. Dann schauten wir dem Zauberer zu und schon war es halb zwölf. Wir wechselten zu einem TV-Programm mit der obligatorischen Schlager-Silvesterparty und machten uns für Mitternacht bereit. Und tatsächlich – trotz Verkaufsverbot für Feuerwerk und trotz Abbrennverbot auf öffentlichen Plätzen krachte es ordentlich in den Gärten, so dass sogar „echtes“ Silvesterfeeling aufkam. Wir hatten Knallbonbons mit Konfetti und Witzen und für jedes Kind ein Schächtelchen mit Knallfröschen, die wir auf der Terrasse platzen ließen. Anschließend tanzten wir wild zu Macarena, Ententanz und co. und staunten beinahe über die Party-Stimmung, die wir so ganz alleine aufbauen konnten. Um halb 2 konnten wir dann die Kinder überreden, endlich ins Bett zu gehen.

Und nun warten wir gespannt darauf, dass die Politiker verkünden, wie es weitergeht. Wird der Kindergarten öffnen? Und die Schule? Wird es wenigstens Homeschooling geben und nicht wieder nur Zeit vergeudet durch verlängerte Ferien? Geht es in diesem Jahr aufwärts oder wird es noch anstrengender als 2020…?

Rückblick 2020 und Ausblick 2021

Ich kann es kaum fassen, dass ich hier den Jahresrückblick tippe, weil schon wieder ein ganzes Jahr vergangen ist. Und was für eins… Ein Jahr, in dem alles Kopf stand, Corona die Welt beherrschte und in dem wir als Familie aber trotz allem erstaunlich viele schöne Momente erlebt haben. Und obendrein ein Jahr, in dem mein Blog sogar ein kleines „Revival“ erlebt hat…

Zunächst einige Fakten über meinen Blog:

  • In diesem Jahr habe ich doch tatsächlich 129 Beiträge geschrieben! Ich kann es kaum glauben – mehr habe ich nur im ersten Lebensjahr der Maus gebloggt… Das war im Vergleich zum Vorjahr eine Steigerung um über 2.000 %! Feuerwerk! Champagner!
  • Es sind sogar wieder ein paar mehr Leute hier gelandet – nicht ganz 6.500 Aufrufe hatte mein Blog anstatt der rund 5.000 im letzten Jahr. Auch das finde ich einen guten Schnitt, denn meine Beiträge drehten sich diesmal weniger um das Thema Kind, sondern mehr um Corona, Lockdown und Urlaub. Wer will sowas schon lesen? :-)
  • Auch 2020 war der „75-Wochen-Schub“ von 2013 der mit Abstand meistgeklickte Beitrag. Das scheint wirklich eine sehr herausfordernde Phase zu sein… Auf Platz 2 landeten die „Herbstarbeiten“ von 2014, wo es um eine Anleitung für einen gestrickten Kinderschal geht. Platz 3 geht an den ersten Zahn der Maus in „Der Übeltäter“ von 2012. Ab Platz 14 kommen dann die aktuellen Artikel aus diesem Jahr, allen voran „Wir bleiben zu Hause – Tag 26“ – vielleicht, weil es hier unter anderem um meine neue Nähmaschine geht und das ein paar zusätzliche Klicks gebracht hat…
  • Neben den deutschen Aufrufern auf Platz 1 waren in diesem Jahr besonders viele Klicks aus Spanien auf meinem Blog zu verzeichnen, danach die üblichen Spitzenreiter USA, Österreich und Schweiz auf den Plätzen 3-5. Dafür gibt es ein „¡Hola y gracias a todos!“
  • Bei den Suchanfragen ging es wie immer fast ausschließlich um Schwangerschaft, Schwangerschaftstests, Schübe und Stricken. Auch hier siegt der „75-Wochen-Schub“ mal wieder. Die allernetteste Anfrage möchte ich aber direkt noch hier in diesem Jahresrückblick beantworten. Es wurde gefragt: „Haben Schnecken Zähne?“ Nicht alle – aber meine schon… :-)
  • Hier noch für’s Archiv die Links zu den Vorjahres-Abschlussberichte:
    2011 | 2012 | 2013 | 2014 | 2015 |
    2016 | 2017 | 2018 | 2019

Mein persönliches Fazit für das Jahr 2020:

  • 2020 war – wie vermutlich für die meisten – ein sehr seltsames Jahr. Es startete noch ganz gut, wir feierten Silvester mit Kind und Kegel zusammen mit unserer Skigruppe bei einer der Familien zu Hause. Auch im Februar fuhren wir noch völlig ahnungslos in den Skiurlaub nach Österreich. Aber noch während wir dort waren, griff das Covid-19-Virus um sich und schwappte mit gewaltiger Wucht nach Deutschland über. Unsere Eltern kauften Vorräte während wir Urlaub machten, denn in Österreich war Corona so gar kein Thema. Völlig unreal, ich hielt alles für übertrieben, das Einkaufen und auch dass eine Familie unserer Gruppe dann plötzlich vorzeitig abreisen wollte. Ich konnte mir einfach nicht vorstellen, was da auf uns zukommt. Keine 14 Tage nach unserer Rückkehr dann der „Lockdown“. Alles dicht, Schulen, Kindergärten, Büros, Restaurants, die meisten Läden. Abstand halten, Kontakte vermeiden. Wir blieben tatsächlich über einen Monat lang unter uns, ohne persönliche Kontakte zu Familienmitgliedern oder Freunden. Ich war die einzige, die ein Mal in der Woche das Haus verließ, um Lebensmittel einzukaufen. Glücklicherweise konnten sowohl mein Mann als auch ich komplett im Homeoffice arbeiten, die Maus machte ihr Homeschooling sehr tapfer und weitestgehend selbstständig und die Schnecke gab sich auch Mühe, die Zeit, in der die Maus nicht mit ihr spielen konnte, durch Puzzeln oder Malen zu überbrücken. Nachmittags machten wir Spaziergänge über alle Felder in der Gegend, durch alle Wälder. Wir entdeckten die nahe Umgebung und waren geradezu begeistert, was wir alles noch nicht gesehen hatten, obwohl wir quasi ums Eck wohnten. Im Mai zog dann zuerst ein Sonnenschirm in unserem Garten ein und schließlich noch ein Whirlpool, den wir bis September wirklich ausgiebig nutzten. Wir genossen geradezu die Zeit zu viert und hatten dann ganz schön daran zu knabbern, als nach Ostern die Beschränkungen zurückgefahren wurden und sich immer mehr Termine zurück in unser Leben drängten.
    Unser Pfingsturlaub, der mit dem Wohnmobil wieder nach Schweden führen sollte, musste auf später verschoben werden, da uns die zu dem Zeitpunkt gültigen Quarantäneregeln einen Strich durch die Rechnung machten. Also planten und buchten wir um und verbrachten trotz allem zwei schöne Wochen mit dem Wohnmobil an Nordsee, Ostsee und der Mecklenburger Seenplatte. Und während ich das jetzt schreibe, kann ich kaum noch glauben, dass das wirklich so war: Wir konnten sogar unseren Sommerurlaub in Italien verbringen – selbes Hotel, selbes Zimmer, selber Strand wie jedes Jahr. Nur eben mit Maske.
    Nach den Sommerferien schien alles wieder in ruhigere Bahnen zu kommen: Die Maus startete in die 4. Klasse, die Schnecke startete in ihr letztes Kindergartenjahr. Vor allem die Maus profitierte geradezu von den Corona-Regeln ihrer Schule. Da die Klassen anfangs getrennte Startzeiten hatten, bot sich ihr plötzlich die Gelegenheit, mit einer Klassenkameradin zusammen zur Schule zu laufen, da diese nicht mehr mit ihrem Bruder laufen konnte. Ebenso durften die Klassen sich in denn Pausen nicht mehr mischen – auch dies förderte die Freundschaft zu ihrer Nebensitzerin sehr, denn die Maus wurde davor immer ziemlich von ihrer besten Freundin (aus einer anderen Klassenstufe) „in Beschlag“ genommen, die nicht duldete, dass irgendjemand anderes mitspielte.
    Im Kindergarten fiel das Thema Corona nur am Rande auf. Denn bis auf die fehlenden Ausflüge und Geburtstage war alles wie immer. Und auch hier brachte das Ganze wenigstens einen Vorteil: Das Bringen und Abholen erfolgt an der Eingangstür. Dadurch ersparte ich mir einiges an Jammern von und Diskussionen mit der Schnecke.
  • Im Oktober durften wir dann glücklicherweise die Erstkommunion der Maus feiern. Zwar mit einem halben Jahr Verspätung zum ursprünglichen Termin, mit großen Einschränkungen, aber immerhin konnten wir feiern. Schon eine Woche später wäre das nicht mehr möglich gewesen.
  • Für unsere Paarsituation war das Jahr 2020 nicht besonders toll. Klar, wir konnten während des Lockdowns viel mehr Zeit zusammen verbringen als sonst, allerdings natürlich immer nur als Familie und nicht als Paar. Auch die Anzahl der Auswärtsübernachtungen der Kinder oder unserer abendlichen „Kinderfrei-Veranstaltungen“ kann ich an einer Hand abzählen – man wollte den Großeltern halt irgendwie nicht zu nahe kommen. Ich habe nun zwar deswegen nicht das Gefühl, dass es allzu schlecht um unsere Beziehung steht, aber die Paartage fehlen mir schon – ohne sie ist man sich seiner Rolle als Partner gar nicht so bewusst. Man ist Mama, Papa, Familienmitglied, aber mehr auch nicht.
  • Auch mein persönliches „Privatleben“ ist auf einem Tiefpunkt angekommen, da ich genau Null Minuten am Tag alleine zu Hause bin oder Zeit für mich habe. Seit Beginn der Pandemie hatte ich genau eine Big Band-Probe, danach war’s wieder vorbei mit meinem Hobby – zu Hause klappt das mit dem Saxophon spielen leider nicht – die Nachbarn oder meinen Mann im Homeoffice beschallen ist keine gute Idee. Wenigstens habe ich ein paar Mal mit meinen Freundinnen „videofoniert“ – das war neu und sehr nett.
  • Natürlich hat sich Corona auch auf die Arbeit ausgewirkt. Während des Lockdowns im Frühjahr konnten anfangs nur diejenigen arbeiten, die bereits ein Homeoffice eingerichtet hatten, plus eine Person pro Büro vor Ort. Somit kamen meine Kollegen abwechselnd in den Genuss, eine Woche „gratis Urlaub“ zu haben, während ich die ganze Arbeit machen und nebenbei noch die Kinder behomeschoolen und behomekindergarten durfte. Während mein Mann gefühlt den ganzen Tag in Telefonkonferenzen festhing und mir kaum eine Hilfe sein konnte. Seit März war ich nun genau vier Mal im Büro vor Ort – drei Mal während des Sommerurlaubs meiner Kollegen und ein Mal Anfang Dezember, weil ich meinen Computer austauschen lassen musste. Mir fehlt der persönliche Kontakt zu meinen Kollegen schon ein bisschen, das Quatsch machen wenn man mal mit der gesamten Vierergruppe im Büro sitzt, einfach mal zu Hause rauskommen. Aber andererseits genieße ich es auch, dass ich mir die Fahrerei komplett sparen kann, denn seit die Maus zur Schule geht, waren meine Bürotage auch nicht mehr so entspannt wie zu Kindergartenzeiten, als ich morgens einfach aufgestanden und zur Arbeit gegangen bin und mein Mann dann den Rest erledigt hat.
  • Und nun mein liebster Rückblick-Punkt: die Babys! Die Freundin, die ich im letzten Jahresausblick ins Auge gefasst hatte, ist nach wie vor kinderlos. Ich bin mir auch gar nicht mehr sicher, ob sie ihre Familienplanung weiter verfolgt. Dafür gab es aber zwei 2020er-Überraschungsbabys! Ein zweites Kind bei meiner Studienfreundin, die wir – wenn wir uns nicht gerade in einer Pandemie befinden – jedes Jahr ein Mal treffen und ein drittes Baby bei einer Bekannten, die mit mir zusammen in der Krabbelgruppe der Maus war. Wie schön! Damit hatte ich zum letzten Jahreswechsel noch nicht gerechnet.

Noch ein kurzer Ausblick auf das Jahr 2021:

  • Ich hoffe, die Welt bekommt sich wieder in den Griff. Das ist mein größter Wunsch. Es geht mir nicht darum, dass ich mich nicht einschränken will, dass ich Party machen oder mich mit unzähligen Menschen treffen muss. Aber diese ständige Sorge im Hinterkopf, die Angst, dass die eigene Familie vielleicht irgendwann auch betroffen sein könnte – ich wünschte, das hätte ein Ende. Aber ich habe das ungute Gefühl, dass 2021 für uns persönlich noch schlimmer wird als 2020…
  • 2021 wird für uns auf jeden Fall ein Jahr der Veränderung. Im Sommer wird die Schnecke eingeschult – sie ist nun wirklich bereit und lechzt danach, Neues zu lernen. Durch den coronabedingten Abstand vom Kindergarten (die Übergabe der Kinder erfolgt nur noch an der Tür, es gibt kaum noch persönlichen Kontakt zu den Erziehern) wird es mir hoffentlich wenigstens nicht ganz so schwer fallen, den Kindergarten nach fast 7 Jahren hinter uns zu lassen. Gleichzeitig wechselt die Maus auf die weiterführende Schule – verrückt, dass sie die Grundschulzeit nun schon hinter sich hat! Das Gespräch zur Grundschulempfehlung steht unmittelbar bevor und ihren Noten nach zu urteilen, wird es wohl aufs Gymnasium gehen. Bleibt nun noch die Frage, auf welches und ob sie mit ihrer Freundin zusammenbleiben kann. Das bekümmert sie jetzt schon sehr.
  • Urlaub – ja, das wird im nächsten Jahr auch wieder spannend. Unseren Skiurlaub, der für die Faschingsferien gebucht war, haben wir storniert. Man kann sich einfach nicht vorstellen, dass man sich im Februar in so großen Menschenmassen wieder wohlfühlen wird.
    Dann haben wir für Pfingsten wieder ein Wohnmobil gemietet – wir würden wirklich gerne wieder nach Schweden, zumal wir die Fährfahrt nicht stornieren, sondern nur verschieben konnten. Aber auch hier bin ich mir noch nicht sicher, ob das so klappen wird, denn mit Schweden war ja coronamäßig von Anfang an alles anders.
    Auch unseren Sommerurlaub in Italien würden wir gerne wie immer machen und haben es entsprechend gebucht. War ich vor ein paar Wochen noch sehr zuversichtlich, fällt es mir momentan immer schwerer, daran zu glauben, dass 2021 „alles gut“ wird. Es ist kein Ende in Sicht und ich kann mir gerade einfach nicht einreden, dass der Sommer die Situation wieder bessern wird.
  • Und nun zum letzten Punkt: Wird es 2021 in unserem Umfeld ein Baby geben? Ich glaube es nicht. Zumindest hätte ich in der Corona-Phase keinen Nerv, mich damit zu beschäftigen. Aber ich würde mich natürlich freuen, wenn sich jemand aus unserem Bekanntenkreis davon nicht beeinflussen lässt!

Nun kann das Jahr 2020 also bitte zu Ende gehen. Und ich hoffe mehr als alles andere, dass 2021 wieder unbeschwerter wird. Euch da draußen einen guten Rutsch und ein glückliches und vor allen Dingen gesundes Jahr 2021!

Das Problem mit der Freundschaft

Wer mich kennt und auch die Maus, der weiß: Sie ist eine kleine Version von mir. Optisch, aber vielmehr noch „inhaltlich“. Natürlich hat sie eine eigene Persönlichkeit, aber gewisse Parallelen lassen sich nicht von der Hand weisen. Deswegen glaube ich auch oft zu wissen, was in ihr vorgeht. Beim Thema Freundschaft zum Beispiel…

Die Maus hat eine beste Freundin, die sehr – sagen wir mal – anhänglich ist. Würde es nach der Freundin gehen, gäbe es fast tägliche Treffen, am besten von früh bis spät. Sobald die Maus sich auch nur einer anderen Person gefühlsmäßig nähert, schrillen bei dieser Freundin die Alarmglocken und es wird um jeden Preis verhindert, dass die Maus ihre Kontakte erweitern kann. Genau das hatte ich auch. Eine sehr, sehr gute Freundin, lange Zeit die beste, die mich aber zunehmend zermürbt hat, da sie nicht akzeptieren konnte, dass es neben ihr noch andere Freundinnen gab. Ich musste mich stets rechtfertigen, warum ich keine Zeit für ein Treffen habe und sie war schnell sauer, wenn sie merkte, dass andere Freundinnen der Grund waren. Deswegen begann ich zuerst, Lügengeschichten zu erfinden, warum ich keine Zeit hatte. Schule, Familientermine, Hobbys. Irgendwann kam aber der Tag, an dem ich davon so genervt war, dass ich damit Schluss machte. Und nicht lange darauf brach sie den Kontakt zu mir für mehrere Jahre ab. Mittlerweile haben wir wieder ein gutes Verhältnis, aber recht distanziert und wir sehen uns nur ein paar Mal im Jahr. Ich frage mich, ob das bei der Maus auch so enden muss und finde keine andere Idee zur Lösung dieses Problems. Sonst hätte ich sie in meiner Jugend ja vermutlich schon selbst angewandt.

Und auch bei der Schnecke ist das Thema Freundschaft kompliziert. Im Kindergarten hatte sie anfangs viele lose Freundschaften. Ihre „besten Freundinnen“ waren Zwillinge. Da ist schon das Problem an der Sache: Die Zwillinge mögen zwar die Schnecke gerne und bezeichnen sie auch als Freundin, aber vor allen Dingen haben sie sich eben gegenseitig, da kommt ein Außenstehender nur schwer dazwischen. Dann kam gleich nach Jahresbeginn ein neues Mädchen in den Kindergarten. Sie konnte nur Englisch sprechen und da die Schnecke von den vielen englischen Videos, die sie anschaut, offensichtlich etwas Englisch konnte, erwählte dieses Mädchen die Schnecke zur Freundin. Zumal diese in Amerika, wo sie ihre ersten 5 Jahre gelebt hatte, eine beste Freundin hatte, die nicht nur den selben Vornamen wie die Schnecke hatte, sondern auch noch rote Haare wie die Schnecke. Kein Wunder, dass das Mädchen sich an die Schnecke klammerte. Sie konnte keinen Schritt mehr ohne sie tun. Aber irgendwann wurde es der Schnecke zu viel, denn sie konnte nicht mehr mit ihren „alten“ Freunden spielen, musste ständig übersetzen und auch mehrere Gespräche mit dem Kindergartenteam brachten keine Besserung. Die Schnecke wollte partout nicht mehr in den Kindergarten und es gab jeden Morgen ein Drama.

Dann kam der erste Lockdown. Wir waren erleichtert, keine Diskussionen mehr am Morgen. Und als dann Wochen später der Kindergarten wieder öffnete, waren auch schon die Sommerferien vor der Tür. Nach den Ferien kamen viele Freunde der Schnecke in die Schule und die Zwillinge waren oft nicht da. Also wuchs die Freundschaft zu dem „neuen“ Mädchen immer weiter, bis die Schnecke sie zur besten Freundin krönte. Die beiden sprachen nur noch englisch miteinander (blöd für das Mädchen, das nicht deutsch lernte, toll für die Schnecke, die mittlerweile wie ein Nativespeaker klingt) und waren unzertrennlich. Eines Tages im Sommer luden wir sie zu uns nach Hause ein, wo die Mutter mir erzählte, dass Deutschland nur eine Durchgangsstation für sie sei, denn eigentlich würde sie in ein paar Jahren in ihre Heimat nach Irland ziehen wollen… Dieser Satz spukt mir nun ständig durch den Kopf und ich habe Angst vor dem Tag, an dem die Schnecke ihre beste Freundin aufgeben muss.

Freundschaften sind irgendwie nicht unsere Paradedisziplin…