13+0: Wahrscheinlichkeiten

Wahrscheinlichkeitsrechnung war auch in Mathe nie mein Lieblingsthema. Und nun soll es sich in einer bitteren Art und Weise fortsetzen: Das Ersttrimesterscreening hat eine Wahrscheinlichkeit bzw. ein Risiko von 1:2 ergeben, dass das Kind Trisomie 21, 13 oder 18 hat.

Das ist ein Ergebnis, das mich doch schockiert hat. Hauptverantwortlich für den schlechten Wert ist die Nackenfalte, die auf 5,2 mm vermessen wurde. Und anscheinend waren meine Blutwerte zwar ok, aber auch nicht top, sonst hätte das Ergebnis etwas besser ausfallen müssen.

Weil ich weiß, dass es eine mathematische Wahrscheinlichkeitsrechnung ist, wollte ich mich nicht verrückt machen und abwarten, was die Untersuchung beim Spezialisten nächste Woche ergibt. Er wird entweder eine Chorionzottenbiopsie machen oder eine Fruchtwasseruntersuchung, für letzteres ist es aber laut meiner FÄ eigentlich noch etwas zu früh. Trotzdem bin ich nun völlig aufgewühlt und habe die letzte Nacht größtenteils mit Heulen verbracht. Mein Mann tut mir auch leid – er ist ja genau so besorgt wie ich und hat mich dann noch als Häufchen Elend neben sich sitzen. Aber ich kann meine Angst einfach nicht überspielen…

Ich frage mich immer: Hätte man eine lebensbedrohliche Krankheit und würde eine Überlebenschance von 2:1 genannt bekommen, würde man dann nicht Hoffnung schöpfen? Immerhin wäre die Wahrscheinlichkeit zu überleben doppelt so hoch wie ein negativer Ausgang. Weiß man aber, dass das „normale“ Risiko in meinem Alter bei ca. 1:600 liegt, sieht die Sache irgendwie anders aus.

Nächste Woche werden wir hoffentlich mehr wissen. So lange werde ich auch in der Arbeit noch nicht Bescheid sagen.

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5 Gedanken zu „13+0: Wahrscheinlichkeiten

  1. Andrea

    *seufz* — Das hatten wir mit Kind nummer 3, putzmunter auch ohne invasive Untersuchungen.

    Wir haben uns zunächst für AUFKLÄRUNG gekämpft (ja, scheinbar haben es nicht alle Ärzte so mit der Aufklärung).

    Trisomie 21: Down Syndrom. Da mein älterer Bruder geistig behindert ist, kenne ich Down Kinder und Erwachsene ziemlich gut. Da gibt es nichts zu befürchten (ausser vielleicht das Deutsche Schulsystem, aber das ist ein anderes Thema).

    Trisomie 18 und 13: In der Regel, werden diese Fehlentwicklungen auch von Natur aus geregelt. Die meisten überleben die Schwangerschaft nicht (und nicht nur, weil viel abgetrieben werden, sondern weil sie mit erheblichen Fehlbildungen geformt werden und bereits im Mutterleib aufhören zu leben).

    Die jenigen die doch ausgetragen werden, sind so schwer dran, dass die meisten innerhalb von den ersten Stunden sterben. Auf natürliche Art und Weise. Andere überleben nur einige Tage.

    In der Fachliteratur gibt es isolierte Fälle, wo solche Kinder bis zum 5. Lebensjahr überleben, das ist aber selten belegt. Wieso? Es kann an der Praxis des Abtreibens liegen (welches dann das weitere Überlebensstatistik dann „verfälscht“) oder es kann einfach so sein.

    Für uns war klar: wir können keine Entscheidung über Leben und Tod treffen.

    Wir haben uns für einen DopplerUltraschal (glaube ich in der 30 oder 32 Woche oder so) entschieden, da mann dann erkennen könnte, ob ein Herzfehler vorliegt, welches sofort operiert werden müssten nach der Entbindung (diese Tatsache hätte uns deutlich in der Entbindungsort diktiert, wo es hingeht, da ein Kinderstation mit entsprechende Fachkräftig dann wichtig wären).

    Der Punkt ist dies: habt ihr eine Entscheidung zu treffen, was Trisomie 21 angeht (Down Syndrom), welches ein völlig lebensfähiges Leben hervorbringt, dann ist es meines Erachtens einfach (dafür — aber es ist nicht meine Entscheidung, das müsst ihr verantworten). Habt ihr eine Entscheidung zu treffen, was die andere Trisomien angeht, dürft ihr auch ruhig die Natur ihren Lauf gehen lassen. Denn ob *ihr* die Entscheidung für eine Abtreibung oder ob das Baby von der Natur aus nicht lebensfähig ist, ist letztendlich die Frage.

    Und vielleicht (und wahrscheinlich sehr wahrscheinlich) habt ihr ein normal entwickeltes Kind am wachsen. So wie unserem Sohn, der nächstes Jahr das Gymnasium besuchen wird.

    Unabhängig, wie ich selber entschieden habe sowie wie ich die Welt sehe, wünsche ich Dir, liebe Schololane, und deinem Mann viel Kraft, dass ihr zusammen wächst an diese Aufgabe und in dieser Zeit.

    Es ist nicht eine einfache Sache, aber schwer ist es nicht, wenn man in sich und miteinander fest ist, zueinander hält und Unterstützung hat.

    Kraft, Ruhe und tiefe Verbundenheit wünsche ich Euch. Und eine gesunde Schwangerschaft.

    Antwort
  2. blumenpost

    Ich kann gut verstehen, dass dich das grade sehr mitnimmt, man wünscht sich ja immer vor allem ein gesundes Kind.
    ich drücke dir ganz fest die Daumen, dass ihr nächste Woche ein positives Ergebnis bekomnst und gut beraten werdet.

    Antwort
  3. wunschwolke

    Ich bin ja nun auch in der situation, dass ich mir überlegen muss, ob ich diesen Test machen lasse, hab mich aber noch nicht entschieden. Ich hab schon öfter gehört dass auch auffällige Kinder ganz gesund zur welt gekommen sind. Ich wünsche dir viel Kraft um mit dieser jetzigen Situation umzugehen!

    Antwort
  4. Pingback: Rückblick 2016 und Ausblick 2017 | Schokolane's Blog

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