75-Wochen-Schub

Ohne Zweifel: Er ist da. Pünktlich wie die Eieruhr – zu Beginn der 71. Lebenswoche – wurde die Maus „anders“. Davor war sie einfach nur zuckersüß und man vergaß beinahe, wie es ist, in einem fiesen Schub zu stecken. Zumal der 64-Wochen-Schub quasi spurlos und beinahe unbemerkt an uns vorbeiging (so unbemerkt, dass ich ihn nur kurz im ersten Artikel diese Jahres erwähnt habe und er keinen eigenen Blogartikel wert war…). Anders der 75-Wochen-Schub.

Alles begann im Skiurlaub letzte Woche. Wir fuhren mit einem recht ausgeglichenen Kind hin, so dass ich die Unruhe in den ersten paar Tagen dort für eine Folge der Umstellung hielt. Im Laufe der Zeit wurde mir aber bewusst, dass das Verhalten der Maus doch etwas außergewöhnlich war, denn sie wollte plötzlich nur noch bei mir sein, der Körperkontakt durfte am besten nicht abreißen und sie weinte bittere Tränen, wenn sie z.B. mit Papa im Haus unterwegs war und ihr einfiel, dass Mama nicht zugegen – weil am Duschen, auf der Toilette oder in der Küche – ist.

Hinzu kam noch extremes Fremdeln gegenüber Männern. Da unsere Ski-Gruppe aus je 4 Frauen und Männern besteht, stellte dies also ein nicht unerhebliches Problem dar. Vor allem einer der Kerle machte der Maus durch seine bloße Anwesenheit Angst. Sie schrie wie am Spieß, sobald sie ihn sah – egal, ob er sie ignorierte oder freundlich auf sie einredete – nichts half, außer die „Szene“ mit ihr zu verlassen.

Auch zu Hause ist sie immernoch sehr launisch. In einem Moment quietscht sie vor Freude, im nächsten verlangt sie verzweifelt nach dem „Nuller!“ und die Krokodilstränen kullern nur so aus den Äugelein. Und wenn ich nicht zugegen bin, wird schnell ein Drama aus der Sache, weil momentan nur Mama angesagt ist. Und auch Oma konnte die Sache nicht wenden. Obwohl die Maus morgens eine riesen Freude hatte, sie nach einer Woche endlich wieder zu sehen, weinte sie mittags doch bitterlich nach mir. Dabei saß ich nur ein Stockwerk tiefer im Büro.

Achso – das Thema Schlaf ist auch ein Drama. Nachts wird die Maus ständig wach und schreit, weint oder sagt irgendwelche Worte, z.B. ihren Namen. Ich bin völlig übernächtigt und frage mich, wie ich den Schlaf jemals wieder „aufholen“ soll…

Nun ja. So ist das halt mit den Schüben. Ich hoffe, wir sind schnell durch, denn es ist doch anstrengend, a) die einzige Person zu sein, mit der die Maus sich abgeben will und b) einem enttäuschten Papa immer wieder ermutigende Worte zuzusprechen, denn er gibt wirklich sein Bestes, aber die Maus will einfach nur zu Mama… *seufz*

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6 Gedanken zu „75-Wochen-Schub

  1. Mamamulle

    Kennen wir hier auch schon, die „Mama-Phasen“ – da können einem die Männer echt leid tun 😦 egal was sie machen, die Kleinen weinen dann 😦

    alles Gute euch und dass der Schub schnell vorbei geht – ich persönlich glaube aber nicht so stark an die Schübe… für mich sind das alles ganz normale Phasen oder auch Launen hihi 😉

    Antwort
    1. Schokolane Autor

      Danke dir! 🙂 Es ist tatsächlich schon etwas besser geworden.
      Ich bezeichne die Phasen eben als Sprünge und beziehe mich eigentlich ausschließlich wegen dem Zeitpunkt auf das „einschlägige Sprung-Buch“. Das hat bei uns vom Termin her immer gepasst. Was die Maus da aber neues lernt, ist nebensächlich, das sehen wir ja auch ohne Buch.

      Antwort
  2. Pingback: Rückblick 2013 und Ausblick 2014 | Schokolane's Blog

  3. Isa

    Meine Maus ist 71 Wochen und brüllt seit 1 Woche… dann ist sie wieder lieb. Unsere Nächte sind auch schlecht und sie klebt an mir wie ne Klette. Ohmmmmm.

    Antwort
  4. Pingback: Rückblick 2015 und Ausblick 2016 | Schokolane's Blog

  5. Pingback: Rückblick 2016 und Ausblick 2017 | Schokolane's Blog

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