U7 oder: Ein Tag beim Kinderarzt

Gestern hatte die Maus die U7. Den Termin hatte ich vor 4 Monaten vereinbart. Ich wusste, dass es nichts bringt, früher dort zu sein, also trudelten wir kurz vor dem Termin um 15:15 Uhr ein.

Erstmal mussten wir am Tresen warten, da eine Mutter mit zwei Kindern eindringlich ihr Problem schilderte, dass ihr großer Sohn vielleicht Röteln hätte, sie aber in zwei Stunden zum Laternenlauf wollen und nun nicht wissen, ob sie dadurch andere anstecken würden. Zunächst versuchte man, sie abzuwimmeln, aber da natürlich ein Kind mit potentiellen Röteln nicht abgewimmelt werden sollte, bat man Mutter und Kinder, in einer Stunde wiederzukommen, da noch zwei Vorsorgeuntersuchungen anstünden, die ihre Zeit bräuchten. Das waren wir. Bingo.

Nach dem „Einchecken“ durften wir im Wartezimmer Platz nehmen. Ich sprang fast an die Decke vor Freude, da wir die einzigen Patienten im Wartezimmer waren. Das hatte ich auch schon ganz anders gesehen. Einige Zeit später gesellte sich eine weitere Mutter mit ihrer etwas älteren Tochter zu uns, die ebenfalls zur U-irgendwas da war. Ich wunderte mich kurz, warum das Mädchen nun vor der Maus auf die Waage und an die Messlatte gebeten wurde, schob es dann aber auf ihr Alter und dass man uns evtl. zunächst ein Behandlungszimmer zuweisen wollte. Weil Kleinkinder in Unterwäsche gewogen werden. Und große in voller Montur. Hm. Egal, ich glaubte daran.

Nachdem wir eine Stunde im Wartezimmer verbracht hatten und mein Mund beinahe fusselig gelesen war (zum Glück habe ich ein Kind, das sich gerne vorlesen lässt!), wurden wir aufgerufen. Tadaaa! Ich war so glücklich, dass das Warten vorbei war. Im Behandlungszimmer wurden die Maus und ich dann im Wechsel von der Arzthelferin befragt, die Maus durfte ein Sortierspiel „vorspielen“ und musste Figuren auf einer 3D-Karte erkennen. Dann ging die Arzthelferin. Und wir blieben. Und warteten. Und warteten. Durch die Milchglastür erkannte ich die Mutter mit ihren zwei Jungs, die aus sich einem anderen Behandlungszimmer wieder in Richtung Ausgang verabschiedete. Wurde sie halt doch kurz dazwischen geschoben. Wegen dem Laternenlauf. Nach weiteren 30 Minuten waren wir dann auch dran. Prima. Als wir gingen, schienen alle anderen Sprechzimmer leer zu sein.

Nicht, dass ich es der Mutter nicht gönnte, den Laternenlauf besuchen zu können. Ich dachte nur zurück an den Nachmittag vor einem Jahr, an dem ich mit einer fiebernden, röchelnden Maus in die Praxis kam, ebenfalls für eine Stunde wieder weggeschickt wurde, zurückkam und weitere 2 (!) Stunden im Wartezimmer verbracht habe. Ich fragte mich, ob die andere Mutter mit der älteren Tochter ebenfalls einen Termin um 15:15 Uhr hatte. Wenn ja, warum, da wie die Arzthelferin so schön erkannt hatte, die U-Untersuchung recht zeitintensiv ist. Und wenn nein, warum sie vor uns drankamen. Ich könnte aus der Haut fahren. Sind die alle privat versichert? Was habt ihr da für Erfahrungen? Ich ärgere mich so, denn wir hätten durchaus die Möglichkeit gehabt, die Maus privat zu versichern. Aber alle die wir gefragt haben, meinten, es wäre nicht nötig, da das bei Kinder „gaaanz anders“ gehandhabt wird. Dass die Ärztin uns zusätzlich zum Kassenrezept ein Nasenspray auf Privatrezept anbieten wollte, lässt meine Wut noch weiter aufkochen. Von wegen, bei Kindern muss man nichts zuzahlen. Ich könnte platzen, ihr merkt es vielleicht. 😉

Die Untersuchung an für sich lief super, die Maus war ganz angetan von der Kinderärztin, die ausnahmsweise unseren Kinderarzt (in seiner eigenen Praxis) vertreten hat. Sie weinte nur kurz, als es daran ging, in die Ohren zu schauen, war aber sonst sehr kooperativ. Ich glaube, die Ärztin war auch ein bisschen verliebt in die Maus. Spätestens, als die Maus „Stethoskop!“ sagte, als die Ärztin selbiges hervorholte, war es um sie geschehen. 🙂 Insgesamt alles top, nur bei den Füßen müssen wir in 3 Monaten noch einmal nachschauen lassen. Die Maus hat ja sehr ausgeprägte Knicksenkfüße, was aber vermutlich daran liegt, dass sie erst seit 2 Monaten läuft. Daher geben wir ihr noch etwas Zeit, um die Muskeln aufzubauen und wenn es nicht besser wird, müssen wir halt doch zum Orthopäden. Das Schlimmste daran ist, dass uns ein ähnliches Warte-Schicksal wohl in 3 Monaten wieder ereilen wird. Ich könnte jetzt schon heulen.

 

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