Beratungskommitee

Es ist mal wieder soweit. Meine Toleranzgrenze für gute Ratschläge ist erreicht. Nicht genug, dass ich selbst gucken muss, wie ich mit der seit Monaten kränkelnden Maus plane und das beste aus der Situation mache. Parallel darf ich mir auch noch fast täglich Ratschläge und TV-Doktor-basierte Diagnosen meiner Mutter anhören.

Sie sei ja so besorgt wegen dem Fieber. 39 Grad – bestimmt habe die Maus eine Lungenentzündung! Und dass das Fieber immer so hoch und runtergehe – da stimme doch etwas nicht! Nun ja – wenn ich Fiebersaft gebe, geht es runter, nach ein paar Stunden wieder hoch. Erwartungsgemäß.  Das sei doch nicht normal, dass so ein „starkes“, gesundes Kind ständig krank ist. Man möge doch das arme Kind endlich mal dem Arzt vorstellen, damit er die Lunge abhört und das Herz und überhaupt. Als dann vormittags zufällig auch noch meine Oma anrief, sie hätte schon zwei Nächte nicht geschlafen, weil die Maus krank sei (häää? warum denn das? hat ihr da jemand vielleicht was von Lungenentzündung vergeschwafelt…?) und ich solle der Kleine doch gefälligst mal was ordentliches anziehen – sei ja klar, dass sie mit den dünnen Hemdchen ständig krank sei, vor allem wenn die nicht in der Hose drin stecken, dann würde es auch noch unten reinziehen – da war es endgültig vorbei mit meinen Nerven.

Nach drei Monaten des Widersetzens konnte ich also diesmal nicht anders, als beim Kinderarzt anzurufen. Wohlwissend, wie das Wartezimmer aussehen würde, wohlwissend, wie schniefig-triefig-niesig dort drin die anderen Patientenkinder ihre Bazillen über uns ergießen würden. Aber die 39 Grad Fieber waren eben immernoch da, so dass ich mich von dem ganzen Gelaber um mich herum doch einschüchtern lies.

„Warum genau sind Sie gekommen?“ lautete die Frage des Kinderarztes, nachdem er eine offensichtlich fitte Maus untersucht hatte. Klar, die Nase läuft, sie hustet. „Wegen dem Fieber, ja?“ Ich kam mir so blöd vor. Da waren echt kranke Kinder im Wartezimmer und ich wurde mit der Diagnose „Sie hat eine Erkältung.“ wieder entlassen. Gut –  wenigstens war ein Belag auf den Mandeln, der per Abstrich untersucht wurde, aber glücklicherweise wurden keine Bakterien gefunden, also kein Antibiotika nötig. Abwarten und Tee trinken. Das hätte ich auch ohne eineinhalb Stunden beim Kinderarzt gewusst.

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4 Gedanken zu „Beratungskommitee

  1. blumenelfe

    Wenn nicht jeder sofort bei jeder „Kleinigkeit“ zum Hobbyarzt werden würde… ach Mensch.
    Bambina ist auch ständig krank, immer das selbe… am Anfang war ich noch mit ihr beim Kinderarzt, doch mittlerweile kann ich selbst gut einschätzen, ob ein Arzt wirklich nötig ist. Und in den wenigsten Fällen muss dann tatsächlich mal der Kinderarzt drüberschauen 🙂
    Nicht aufregen, sie meinen es doch alle nur gut 🙂

    Antwort
  2. Mamamulle

    Hihi ich muss schmunzeln, weil ich das noch aus Mulles ersten Babymonaten kenne 😀 habe nur doofe Tipps bekommen, auch veraltete Sachen wann man mit brei beginnen sollte, dass stillen nicht sättigt und tragen doof ist 😉 gute Besserung an die Maus 🙂

    Antwort

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