Sommerurlaub mit Kindern

Nach einem Jahr „Babypause“ waren wir wieder 10 Tage lang in unserem „Stammhotel“ an der italienischen Adriaküste. Und was soll ich sagen? Es war ein Traum! Ein Alptraum nämlich. 

Das lag an verschiedenen Faktoren – die 8-stündige Anfahrt war es überraschenderweise nicht. Ein sehr gravierender Punkt jedoch war, dass mein Mann sich drei Wochen vor dem Urlaub einen Sehnenanriss, Muskelbündelriss oder was auch immer (das konnte bislang keiner sagen) in der Wade zugezogen hat. Meine anfängliche Hoffnung, es wäre bis zum Urlaub auskuriert, änderte sich irgendwann zur Angst, den Urlaub nicht antreten zu können und schließlich zur Gewissheit, fahren zu können mit der Einschränkung, dass er nur humpeln kann und ich fürs Gepäck und die Kinder zuständig bin…

Nächstes Problem war die Schnecke, die quasi den kompletten Urlaub auf meinem Arm verbringen wollte und gefühlt den halben Tag mit Heulen verbrachte. Wegen Nichtigkeiten (aus Elternsicht…). Und weil sie sowohl beim Essen als auch beim Mittagsschlaf grundsätzlich schreien wollte. Dann hatte sie gegen Ende eine fiese Verstopfung und fiel am letzten Tag zu allem Überfluss vor lauter Rumzappeln noch kopfüber vom Bett, während ich gerade die Maus kämmte. Zum Glück ging es glimpflich aus. Achja. Entgegen aller Vorhersagen unserer Verwandtschaft (ich war ja aufgrund der Erfahrung mit der Maus eh skeptisch…) wollte die Schnecke nur sehr ungern ins Meer. Es war ihr irgendwie suspekt und auch sie störte sich daran, wenn ein Fitzelchen Seegras an ihrem Fuß hängen blieb. Und auch der Sand war nicht so interessant, wie wir es vermutet hatten.

Dann die Maus. Zu unserer großen Überraschung war sie zum ersten Mal vom Meer begeistert und die treibende Kraft, wenn es darum ging, ins Wasser zu gehen. Gegen Ende machte sie mit ihren Schwimmflügeln sogar erste Schwimmversuche! Wenn man bedenkt, dass sie bis kurz vor dem Urlaub im Wasser auch mit Schwimmflügeln stets auf dem Arm gehalten werden wollte – ein wahnsinniger Fortschritt! Das forderte aber auch seinen Tribut. Sie war so zickig, wie ich es mir von ihr nie hätte vorstellen können, schrie herum, hatte an allem was zu meckern und machte grundsätzlich nicht das, was man von ihr verlangte. Zwischendurch verfiel sie in babyhaftes Verhalten oder stellte sich selbst unlösbare Aufgaben  („Ich will meine Sandalen ohne meine Hände anziehen!!“ – „Dann versuch mal einfach so reinzuschlüpfen!“ – „Ich will sie aber auch ohne Füße anziehen, uääääh!“), die stets in einem spektakulären Wutanfall endeten.

Ich selbst war mega genervt von alledem und mit zunehmender Zeit ziemlich erschöpft, so dass meine Nerven immer dünner wurden. Dadurch, dass meine drei Mitreisenden die Obertrödler waren, ich sowieso allen alles „hinterhertragen“ musste und dazu noch die Schnecke , die keine 10 Sekunden bei Papa bleiben wollte. So konnte ich mich wirklich 10 Tage lang nicht weiter als einen Meter von ihr entfernen, denn sobald sie losgerannt ist, konnte mein armer, humpelnder Gatte sie nicht mehr einfangen. Zudem konnte er sie in der ersten Woche nichtmal auf den Arm nehmen, um sie am Weglaufen zu hindern. Ihr seht also…

Der strömende Regen am Abfahrtstag passte wunderbar, denn mit jedem Urlaubstag war mir deutlicher klar, dass es der schlimmste „Urlaub“ meines Lebens ist. Ich sehnte mich zurück zu der Zeit, als wir mit nur einem Kind verreist sind. Um dann beim Nachlesen in meinem Blog festzustellen, dass es damals genauso schlimm war. Oder zumindest ähnlich. Im zweiten Jahr war’s schon besser und wer weiß – in 5 Jahren wird es vielleicht auch mal wieder ein entspannter Urlaub  (bitte!)….

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