Abschiedsstress

Heute ist der letzte Kindergartentag der Maus. Letztes Jahr zu dieser Zeit war ich noch davon überzeugt, man müsse dem Kind ein, zwei freie Tage zwischen Kindergartenzeit und Schulbeginn gönnen – in der Praxis hat sich aber herausgestellt, dass die Maus zum einen bis zum „bitteren Ende“ hingehen wollte und es zum anderen logistisch auch etwas kompliziert gewesen wäre, sie daheim zu behalten. Also eben ein nahtloser Übergang.

Natürlich organisiert die vorausschauende Mutter alle Vorbereitungen für diesen großen Abschiedstag Wochen im Voraus, so dass am Tag vor dem Abschied nur noch ein paar Kleinigkeiten zu erledigen sind. Ich leider nicht. Deshalb musste ich rödeln und rudern und tun und machen, um alles fertig zu bekommen – zwischen Arbeit, Kinderballett und Big Band-Probe noch gemalte Abschiedsbilder verpacken, Webrahmen zu Ende weben und Kuchen backen. Mini-Gugls, um genau zu sein. Die mir bisher immer prächtig gelungen sind, aber diesmal natürlich wie Zement in der Form kleben blieben (vermutlich gerade wegen meiner großen Eile beim Aus-der-Form-Nehmen der ersten Ladung…) und in tausend Stücke und Krümel zerfielen. Nur mit Hilfe von Unmengen an Schimpfwörtern Schokoglasur konnte ich die zertrümmerten Teile zu granatsplitterähnlichen Türmchen zusammenkleben, so dass ich heute früh eine Box mit Küchelchen in ausreichender Menge im Kindergarten abgeben konnte.

Nun sind wir also bei der Maus durch mit dem Kindergarten… Als sie morgens zur Tür reinkam, lag eine ganz besondere Stimmung im Raum – alle Erzieher(innen) schauten ganz aufgeregt und erwartungsvoll auf das letzte verbliebene Vorschulkind. (Alle anderen werden heute schon eingeschult.) Die Maus verteilte ihre Abschiedsmalereien und alle waren richtig gerührt, weil sie für jeden ein passendes, personenbezogenes Bild, gemalt hat. Heute Mittag beim Abholen wird es sicher emotional, ich stecke mal lieber ne Packung Taschentücher ein… Zum Glück haben wir noch ein weiteres Kindergartenkind!