18 Monate Schnecke

[Später geht immer. Aber hier ist er…]

Der 18. Lebensmonat der Schnecke stand ganz im Zeichen der Sprache. Sie verwendet zunehmend auch Verben wie „mali“ (malen), „beiße“ (beißen) oder „butze!“ (putzen – wobei sie nebenbei den Besen schwingt). Wenn sie etwas Verbotenes tut, schimpft sie mit erhobenem Zeigefinger „DuDu!“ (das hat sie von Oma 😉 ). Sehr begeistert ist sie von der Großbaustelle („Telle“) vor unserem Haus und kommentiert täglich die „Bagga“ (Bagger) und „Männa“ (Männer bzw. Bauarbeiter). Nackte Haut bezeichnet sie als „Peck“ (Speck), weil ich mal spaßeshalber gesagt hab, das sei mein Speck, als sie auf meinen nackten Bauch geprustet hat. Nun fordert sie nachts immer „Peck“ ein, wenn sie an die Brust will *lach*, sehr nett – ich muss jedes Mal schmunzeln. Wenn die Schnecke irgendwo weggeht, wird nun aus eigener Initiative heraus gewunken und „Tüss-Tüss!“ (Tschüss) gesagt.

Wenn die Schnecke sich ärgert, wird sie ein kleiner Wutzwerg. Dann zwickt und beißt sie oder wirft sich auf den Bauch und schlägt absichtlich ihren Kopf auf den Boden. Ich hoffe, diese Eigenschaft flaut noch etwas ab in nächster Zeit, denn die Maus hat schon regelrecht Angst vor den „Angriffen“.

Die Eingewöhnung in der Krippe hat die Schnecke erfolgreich gemeistert – sie bleibt von ca. 8:30 Uhr bis 13 Uhr dort, einschließlich Mittagessen und Mittagsschlaf und wir freuen uns sehr, dass sie bis jetzt gerne hingeht.

Die aktuellen Maße der Schnecke mit eineinhalb Jahren: 82 cm, 10,8 kg und ein Kopfumfang von 48 cm.

Mama ist da. Und da. Und da!

Seit die Schnecke erfolgreich in die Krippe geht, haben wir einen neuen Tagesrhythmus. Der sieht im Normalfall so aus, dass ich morgens nach dem Frühstück die Maus zu Fuß in den Kindergarten bringe, dann von zu Hause arbeite und der Mann die Schnecke zur Krippe fährt und dann weiter zur Arbeit. Mittags gegen 12:45 Uhr hole ich erst die Maus ab, denn der Kindergarten schließt um 13:30 Uhr, dann fahren wir zur Schnecke, die sowieso bis kurz vor eins Mittagsschlaf macht. Um 13:30 Uhr sind wir meist zu Hause und dann beginnt das „flexible Tagesprogramm“. Kein Mittagsschlaf der Schnecke mehr, in dem ich Exklusivzeit für die Maus habe. Bis mein Mann abends heimkommt, sind es rund 5 Stunden, in denen ich beide Kinder gleichzeitig bespaßen muss.

Und mit „bespaßen“ meine ich nicht, daneben sitzen und den beiden beim Spielen zusehen. Der Anteil dessen liegt momentan vielleicht bei 10 Minuten verteilt über den Tag.
Die Kleine weint, sobald ich sie vom Arm absetze oder spätestens, wenn ich kurz aus dem Zimmer gehe. Wenn sie nicht weint, zerstört sie etwas. Bücher, Spielzeug, egal was. Knibbelt Tapeten von der Wand, steigt auf Möbel hoch, räumt Schränke aus. Versucht, die Maus zu beißen. Ich kann sie fast keine Sekunde aus den Augen lassen.
Die Große möchte am liebsten den ganzen Tag Rollenspiele mit mir spielen. Sie kann nicht einfach mal still dasitzen und etwas angucken, malen oder so. Nein, seit sie sprechen kann (und das war gefühlt ab Geburt), spricht sie immer während sie etwas tut. Und erwartet im Normalfall auch, dass man ihr zuhört.

Also was tun? Raus aus der Bude! Am besten auf den Spielplatz. Eine Szene von neulich:
Wir erreichen den Lieblingsspielplatz der Maus. Die Schnecke verkündet, sie möchte als erstes Sandeln. Wir begeben uns zum Sandkasten, setzen uns hin. Noch während ich die Tüte mit dem Zubehör auskippe, steht die Schnecke auf und stapft ans andere Ende des Spielplatzes, wo drei Holz-Tipis stehen. Alleine kann ich sie dort nicht lassen, da in den Zelten immer wirre Stockkonstruktionen von anderen Kindern drin sind und ich Angst habe, dass sie sich ein Auge aussticht. Also saß die Maus eine Weile alleine im Sand und spielte. Dann kam sie an und wollte Schaukeln. In der Babyschaukel, da sie gern freihändig schaukeln möchte, das gehört dort zu ihrer „Geschichte“ dazu. Ich setzte sie also rein, was die Schnecke natürlich prompt mit dem dringenden Bedürfnis, auch reinzusitzen, quittierte. Auf dem Arm wand sie sich wie ein Regenwurm, auf dem Boden abgesetzt wollte sie immer in die Schwungbahn der Schaukel rennen. Beide Optionen suboptimal. Dann kam sie auf die Idee, dem Trampelpfad den Berg hinauf in den Wald hinein zu folgen. Auch hier konnte ich sie nicht alleine lassen. Die Maus folgte uns irgendwann, blieb jedoch auf halber Strecke „stecken“, weil sie sich nicht weitertraute. Ich wollte ihr ein wenig helfen, was wiederum in Riesengeschrei ausartete, da die Schnecke auf gar keinen Fall zurück wollte. Und so weiter und so weiter.

Ich könnte tausende solcher Situationen schildern und sie zermürben mich zunehmend. In letzter Zeit reicht eine winzige Kleinigkeit und ich explodiere wie ein Vulkan. Ich hasse es, wenn ich so bin.

Gestern habe ich dann versucht, ein „klärendes Gespräch“ mit der Maus zu führen. Ich sehe es natürlich, dass sie oft zurückstecken muss und dann eben durch negative Handlungen um meine Aufmerksamkeit buhlt. Ich habe ihr mein Dilemma erklärt und ich denke, sie hat es auch verstanden. Und ich muss mich wieder besser in den Griff kriegen, denn mein Geschrei hilft keinem weiter.

Ein Anfang ist gemacht.

Eine Tasse Freiheit

Seit dem 1. März geht die Schnecke in die Krippe. Ihre Eingewöhnung übernahm – wie auch damals bei der Maus – meine Mutter. Das war auch gut so, denn die Bereitschaft der Schnecke, sich von mir zu trennen strebte zu dem Zeitpunkt gegen Null und mein bislang einzige Versuch, sie selbst hinzubringen, endete beinahe mit einem vorzeitigen Anruf aus der Krippe.

Aber entgegen aller unserer Erwartungen macht sich die Schnecke super in der Krippe. Sie erzählt täglich von der Erzieherin, den „Kinda“ oder dem „Beeeby“, das „weine“ und einen „Nulli“ bekam. Sie spielt mit den anderen, isst meistens gut mit und macht ohne zu Murren ihren Mittagsschlaf. Was muss ich daheim immer kämpfen, bis sie mittags ihre Augen schließt! Also alles prima. Ich warte innerlich aber irgendwie auf den „großen Schlag“ mit dem alles ganz übel wird… 😉

Ja. Seit Ostern ist die Eingewöhnung also quasi abgeschlossen. Zumindest was die Uhrzeiten anbelangt – ihre Bezugserzieherin ist momentan noch sehr wichtig für die Schnecke, daher war sie nach Ostern eine Woche wegen Urlaub selbiger zu Hause. Und diese Woche ging wegen Fieber erst Mittwoch los. Aber – ABER – heute ist DER Tag, an dem beide Kinder in der Betreuung sind und ich FREI habe!!! (Entschuldigt die vielen Großbuchstaben, aber sie sprudeln aus mir heraus!) Also packte ich mein Täschchen und brach auf in die Innenstadt, um eine Jacke für die Maus zu kaufen. Und Kaffee zu trinken, alleine, in der Sonne, in aller Ruhe mit Straßenmusik im Hintergrund.

image

Es läuft. Ich bin unheimlich glücklich. So darf es bleiben!

Bis aufs Blut

Es ist 20:45 Uhr. Ich bin heute gut in der Zeit für unsere Verhältnisse. Geduscht hab ich schon heute Morgen und die Vesperboxen konnte ich während dem Abendessen bestücken, daher keine weitere Verzögerungen nachdem die Kinder eingeschlafen sind. Und die Bude – die hab ich einfach mal so gelassen. Alles in eine Ecke, nein, in viele Ecken, und fertig mit Aufräumen, ich mag nicht mehr.

image

Ich sinke aufs Sofa. Heute war einer dieser Tage, die mich richtig auslaugen, die in letzter Zeit so häufig sind. Meine beiden Mädels verstehen, mich bis aufs Blut zu reizen.

Die Maus ist in einer Phase, die ich mir einfach nur wegwünsche. Ich dachte ja, in der schlimmsten Trotzphase befindet man sich hauptsächlich mit 2 oder 3 Jahren. Weit gefehlt. Die Maus testet auch mit ihren 4,5 Jahren aus, was geht. Sie meckert an allem herum, egal ob Essen oder Aktivitäten, ist zu jedem erstmal patzig, trödelt bis ich aus der Haut fahre und hat zu nichts Lust. Sie verhält sich wie ein Baby, ist zu bequem, sich selbst die Schuhe anzuziehen, geschweige denn selbige zuzumachen. Und wenn ich sie durch Drohungen wie „dann kommen wir eben zu spät“ oder „dann gehst du eben barfuß“ unter Druck setze, fängt sie an zu heulen wie ein Schlosshund und alles dauert noch länger. Sie nimmt mich momentan dermaßen in Anspruch, dass man meinen könnte, sie sei das kleinere Kind von beiden. Ich muss ständig mit ihr spielen, ihr vorlesen, sie zur Toilette begleiten und und und. Fast jede Nacht wacht sie wieder mindestens ein Mal auf und ruft nach uns.

Zumindest in der Nacht kann es die Schnecke mit der Maus sehr gut aufnehmen. Auch sie schläft nach wie vor furchtbar schlecht. Sie wacht gefühlte tausend Mal auf und will an die Brust. Oder auch nicht, dann ist es aber noch schlimmer, denn dann schreit sie sich in Rage und man kriegt sie kaum wieder zum Schlafen. Tagsüber kann sie sich über lange Zeit alleine beschäftigen – muss sie auch, wenn ich dauernd mit der Maus zugange bin. Blöd nur, dass ihre Beschäftigung meist darin liegt, Chaos zu stiften oder etwas zu zerreißen, zerquetschen, zerbrechen, zerstören. Wenn sie wütend wird, schmeißt sie sich im besten Fall auf den Boden und schreit aus voller Kehle oder schlägt ihren Kopf auf den Boden. Um daraufhin noch mehr zu schreien. Seit Kurzem beißt sie zudem wie ein abgerichteter Kampfhund, das finde ich furchtbar. Ich hoffe, sie tut das wegen den einschießenden Eckzähnen, die ihr gerade sehr zu schaffen machen und sie lässt das ganz bald wieder sein, denn das ist nicht nur schmerzhaft, sondern auch ziemlich gefährlich. Wenn sie sich dann mal nicht selbst zu beschäftigen weiß, schreit sie und will auf meinen Arm. Egal ob ich aufm Klo sitze, Essen herausrichte, putze. Was super entspannt ist mit ihren 10 + x kg und einem Geschrei das von der Dezibelzahl her einem startenden Düsenjet in nichts nachsteht.

Meist kann ich es kaum erwarten, dass es 19 Uhr wird. Dann trudelt mein Mann von der Arbeit ein, wir essen, schauen Sandmann und starten das Abendprogramm. Trödeln, Zähne putzen, trödeln, umziehen, trödeln, Geschichte hören, singen, Nachtfläschchen, stillen. Stille. Ich liebe diese Stille, wenn beide eingeschlafen sind. Ein Gebirge fällt von meinen Schultern ab und ich schaffe oft nicht mehr, als mich für die restlichen eineinhalb, zwei Stunden vor die Glotze zu legen und die Beine hochzulegen…

 

Frühlingselan

Beim Anblick der ersten Frühlingssonne keimt in mir ein fast schon vergessener Tatendrang auf. Ich will irgendetwas tun, Bäume ausreißen, mein Leben ändern!

Oder wenigstens ein paar Kleinigkeiten auf die Reihe bringen – einen neuen Sonnenschutz im Garten planen, das Haus mal gründlich von oben bis unten putzen, nicht immer nur die gröbsten Schmuddelstellen. Mal wieder etwas für mich tun, stricken, shoppen, in der Sonne im Café sitzen. Regelmäßiger bloggen. Schöner bloggen, mit Bildern, denn das gefällt mir selbst in anderen Blogs auch.

Schon ewig spuken mir diverse Themen im Kopf umher, was ich eigentlich noch zu schreiben hätte. Manches ist bereits hinfällig, aber vielleicht schaffe ich es ja, in nächster Zeit noch ein paar Artikel zu formulieren. Ich nehme es mir fest vor. Und hoffe, dass die Sonne noch ein bisschen bleibt.
image

17 Monate Schnecke

Fast hätte ich es nicht mehr vor dem nächsten Lebensmonat geschafft. Aber hier ist nun doch noch der Bericht zum 17. Lebensmonat.

Die Schnecke hat weiter an ihrem Vokabular gearbeitet. Sie sagt nun neuerdings „Bett“, „Bille“ (Brille), „Putze!“ (Putzen, Kehren), „Hopp, hopp, hopp“ (wenn sie auf etwas reiten will oder reitet), „Kotze!“ (Kochen 🙂 ), „Kacke“ (Geige doppel-:-) ), „Socke“, „Mütz“ (Mütze), „Bagge“ (Bagger), „Gucki“ (Gurke), „Batze“ (baden), „Appi“ (Apfel), „Wutz“ (Wurst), „Pok“ (Kopf), und noch vieles mehr. Zu niedich.

Der vierten Backenzahn kam durch und die Schnecke kann alleine Nase schneuzen (einschließlich Tuch halten, womit sie hier ihrer Schwester ca. 3 Jahre voraus ist… 😉 ). Sie macht wie ne Eins „gulli gulli“ (also Rollen) mit den Händen und setzt ohne Hilfe Duplo-Figuren auf die zugehörige Tiere. Sie kann alleine auf den Bobbycar auf- und von selbigem wieder ansteigen und auch das Lenken klappt immer besser.

Der wahrscheinlich einschneidendste Punkt ist allerdings wohl, dass am 1. März ihre Eingewöhnung in der Krippe begonnen hat. Sie hat sich entgegen allen unseren Erwartungen ganz gut eingefunden und wir sind gespannt, wie es weitergeht.

Die Schnecke ist mit 17 Monaten 80 cm groß, wiegt 10,6 kg und hat einen Kopfumfang von 47 cm.

Müde.

Bei jedem Blinzeln muss ich mich zusammenreißen, nicht einzuschlafen. Ich bin so unglaublich müde, dass ich immer und überall nur noch ans Schlafen denken kann. Wenn jemand mit mir spricht, höre ich die Worte – sie kommen aber nicht in meinem Kopf an. Bei der Arbeit starre ich in den Computer und bekomme nichts gebacken. Jede Hausarbeit kostet mich Überwindung.

Die Schnecke bekommt gerade Eckzähne, wacht nachts dauernd auf und will tagsüber nur auf meinem Arm sein. Die Maus testet seit geraumer Zeit wieder Grenzen aus und bringt mich mit Vorliebe auf die Palme. Was auch gar nicht so schwer ist bei dem Schlafmangel… Auch mein Liebster kommt in den Genuss meiner schlechten Laune. Und der Blog… Hach. Es gäbe so viel zu schreiben, aber ich schaffe es nicht, etwas zu formulieren.

Ich sollte mal ein paar Tage lang abends mit den Kindern zusammen ins Bett gehen, dann hätte ich vielleicht ein, zwei Stunden mehr Schlaf. Aber am Abend kann ich mich nicht dazu aufraffen, meine einzigen Momente ohne quengelde Kinder für ein bisschen Schlaf aufzugeben.

Es wird irgendwann besser, ich weiß es ja. Bis dahin heißt es Abwarten und Kaffee trinken. Viel Kaffee.

image

Ein Tag im Ausnahmezustand

Bei uns steht diese Woche alles Kopf. Wegen dem anstehenden Urlaub. Alles waschen, packen, vorbereiten. Und dazwischen gefühlt tausend Termine. Arbeiten, Freizeit, Zusatzveranstaltungen, die zufällig und dummerweise genau auf diese Woche fallen. Und dann noch Maus und Mann, die kränkeln. Was will man mehr?

Gestern dachte ich dann zeitweise, ich falle einfach um. Vormittags arbeiten, Wäsche falten, Liste abstreichen, ständig mit dem Gedanken, dass mir die Zeit davon läuft, da es der letzte Tag diese Woche war, an dem meine Mutter die Schnecke betreuen konnte.

Mittags hab ich dann so früh wie möglich die Maus aus dem Kindergarten abgeholt, da sie Generalprobe von ihrer Ballettschule hatte. So richtig groß wird der anstehende Auftritt aufgezogen, in einer riesen Halle, wo die Probe auch 3,5 Stunden lang stattfand. Das größte Problem: Eltern durften nicht anwesend sein. Da die Halle ein Stück von uns entfernt ist, fuhr die Maus mit der Mutter einer Freundin mit dorthin. Das war gegen 14 Uhr. Darauf folgten 4 der fiesesten Stunden meines Lebens. Ich machte mir solche Sorgen, ob es der Maus gut geht. Ich meine – die Betreuerinnen kannte ich zwar, aber diese fremde Umgebung, die ungewohnte Situation, das viele Warten und ein gewisser Grad an Selbstständigkeit – ich traute das der Maus irgendwie nicht zu. Ich musste ständig um Atem ringen, mein Magen rebellierte und meine Gedanken kreisten um meine Entscheidung, nicht als Betreuerin zu melden. Weder packen, noch Großeinkauf vorbereiten, Kaffee trinken mit meiner Mutter noch eine heiße Dusche konnten mir Ablenkung verschaffen.

Um 17 Uhr hielt ich es nicht mehr aus und fuhr zur Halle. Viel zu früh, aber ich wollte wenigstens dort im Foyer sein. Was war ich froh, als die Maus um kurz nach 18 Uhr in meinen Armen lag! Es war, als hätten wir uns wochenlang nicht gesehen. Eine Betreuerin erzählte mir gerade noch, wie toll sie alles gemeistert hatte, da fing die Maus plötzlich doch an zu schluchzen. Mein armes kleines Baby. Ich fühlte mich ein Mal mehr wie eine Rabenmutter.

Wir fuhren nach Hause und kurz darauf musste ich zu meiner eigenen Probe wieder los. Im Auto fiel langsam die Anspannung von mir ab. Ein belegtes Brot und eine Tafel Schokolade von der Tankstelle taten ihr Übriges und ich konnte die Probe einigermaßen frei von Schuldgefühlen genießen.

Mittlerweile weiß ich, dass die Maus nach der Probe so weinerlich war, weil sie einen Infekt ausgebrütet hat, der heute schubweise deutlicher als gestern sichtbar ist. Trotzdem ist es mir eine Lehre und ich werde zukünftig mehr auf mein Bauchgefühl hören, wenn es darum geht zu entscheiden, was ich der Maus (und mir) zutrauen kann und was nicht…

16 Monate Schnecke

Der 16. Lebensmonat der Schnecke stand ganz im Zeichen des Sprechenlernens. Sie hat nun schon einen respektablen Wortschatz und kann uns dadurch immer öfter direkte Hinweise darauf geben, was sie möchte.

Sie sagt nun „Bam“ (Baum), „Ball“, „Latte“ (Lampe), „Li“ (Licht), ihren Namen und den Namen ihrer Lieblingsschwester (seit neustem mit -i am Ende), „Oma“ (bzw. seit neustem „Omi“), „Opo“ (Opa), „Lat“ (Latz), „sitzi“ (sitzen), „Hasi“ (Hase), „Necke“ (Schnecke), „Mil“ (Milch), „weine“ (weinen), „Conni“ (selbige aus der Bücherreihe), „Wein“ (Schwein), „Hem“ (Hemd), „Pulli“, „Hossi“ (Hose), und „Tatze“ (Tasche). Dazu noch andere Wörter, die sie einfach nachplappert, ich aber nicht aufgeschrieben habe, da sie sie nicht von sich aus verwendet. Nachdem sie letzten Monat an viele Wörter ein „a“ angehängt hat (Balla, Manna), favorisierte sie diesen Monat offensichtlich das „i“ :-). Sie sagt „Ei-ei“ und streichelt dabei sich selbst oder andere über die Backe. Ihre Küsse gibt sie nun mit einem lauten Schmatz – davor „schnüffelte“ sie einem immer „nur“ in die Backe. Beides sehr süß.

Zum ersten Mal hat sie es alleine geschafft, aufs Sofa zu klettern. Nun muss ich noch mehr aufpassen, denn sie kann zwar alleine rückwärts runter, vergisst aber manchmal, dass sie auf dem Sofa sitzt und setzt sich mit dem Po ganz nah an die Kante…

Dann gab es noch einen weiteren Backenzahn und wir haben das abendliche Fläschchen zum Einschlafen endgültig eingeführt. Wenn ich die Schnecke abends ins Bett bringe, ist anschließend aber leider immernoch Stillen angesagt. Über den Mittagsschlaf bzw. die Schwierigkeiten, sie dazu zu bringen, schreiben ich vielleicht nochmal einen extra Beitrag…

Ach ja – in diesem Monat ist die Schnecke zum ersten Mal Schlitten gefahren – mit ihrer Schwester zusammen, von Papa gezogen. Sie fand es richtig toll und war ganz sauer, als die Maus mit Papa alleine weitergezogen ist, um den Hang hinunter zu fahren.

Die Schnecke ist nun 79 cm groß, wiegt 10,4 kg und hat einen Kopfumfang von 47 cm.

Im nächsten Monat wünsche ich mir – wie immer – Schlaf, Schlaf, Schlaf, denn die Nächte sind derzeit grausam.

Letzte Male

Nun geht es plötzlich zappzarapp. Die Zeit der letzten Male beginnt, denn ab 1. März kommt die Schnecke in die Krippe. Das letzte Elterncafé war schon vorgestern, bald kommt noch die letzte Krabbelgruppe, der letzte Musikgarten, der letzte Freitag Vormittag allein mit der Schnecke.

Ich habe grundsätzlich ein gutes Gefühl, die Schnecke in dieser Einrichtung abzugeben. Wir kennen die Abläufe und die Erzieherinnen ja gut von der Zeit der Maus dort. Die Schnecke ist zudem recht selbstständig und auch nicht so zögerlich anderen Kindern gegenüber. Kurz gesagt: Sie lässt sich nicht die Butter vom Brot nehmen. Das Durchsetzen hat sie im Zusammenleben mit der Maus schon ganz gut gelernt. Außerdem kann sie Laufen und ein paar „überlebenswichtige“ Worte wie „Pipi“, „Kacka“, „Tella“, „Weine“, „Aua“, „Eiei“ – das ist auch viel wert. 🙂

Morgen ist das Einstiegsgespräch in der Krippe. Und ich bekomme nun doch langsam wieder dieses flaue Gefühl im Magen… Wie wird es werden? Wird die Eingewöhnung reibungslos funktionieren? Wir haben eigentlich nur einen Monat Zeit, weil dann meine Mutter verreist (sie macht die Eingewöhnung mit der Schnecke). Wird die Schnecke jeden Morgen weinen? Sie ist da absolut der Typ für… Wird sie beim Essen klarkommen? Sie ist momentan relativ wählerisch bei der Konsistenz des Essens. Wird sie sich dem Ablauf des Krippentags anpassen können? Derzeit schläft sie mittags nur unter lautstarkem, anhaltenden Protest und das auch erst gegen 14 Uhr ein. Dort ist Schlafen eigentlich schon nach dem Essen um 12 Uhr angesagt. Wird sie viel krank sein? März ist kein optimaler Monat zum Einstieg, wie ich finde.

Fragen über Fragen. Einiges wird einfacher werden, einiges komplizierter. In ein paar Wochen werde ich schlauer sein.

Hilfsangebot

Mittwochabend. Ich bin unterwegs zur Big Band Probe, mein Mann bringt die Kinder ins Bett. Wie immer wird vor dem Lichtausmachen die Schnecke kurz ins Bett der Maus gelegt, damit die beiden sich einen Gute-Nacht-Kuss geben können. Da verkündet die Maus:

„Komm her, kleines Schneckchen. Du darfst heute bei mir schlafen. Ich stille dich auch heute Nacht!“

Hihi. Sie wünscht sich so sehr, dass ihre kleine Schwester endlich bei ihr im Zimmer (bzw. aus ihrer Sicht am liebsten bei ihr im Bett) schläft. Und ich sage halt jedes Mal, dass das erst geht, wenn ich die Schnecke nachts nicht mehr stille…

Ich glaube jedenfalls, das nächste Aufklärungskapitel ist heute fällig… 😉

Was man nicht im Kopf hat…

Der letzte Samstag begann wie fast jeder. Ich stand mit den Mädels gegen 7 Uhr auf, wir machten uns fertig, mein Mann stand auf, wir frühstückten, wuselten noch etwas umher und brachen gegen halb 11 auf zum Wocheneinkauf. Mein Mann entfernte die Plane von der Windschutzscheibe, ich schlug vor, sie hinten in den Fußraum zu legen, er meinte, der Kofferraum sei besser, weil ja nachher die Einkäufe in den Fußraum kämen.

Er öffnete den Kofferraum, stutzte plötzlich und fragte mich: „Wo ist denn der Kinderwagen?“ Ich verstand erst nicht, bis es mich mit einem Schlag durchfuhr: Ich hatte ihn am Abend zuvor beim Einkaufen am Straßenrand stehen lassen! Zwei Kinder anschnallen, mit ihnen reden, Einkäufe einräumen, völlig übernächtigt sein und die frühe Dunkelheit – mindestens ein Punkt war wohl zu viel und ich hatte unseren guten alten Hartan-Wagen einfach vergessen…

Wir sausten natürlich gleich zum Ort des Geschehens, aber nix. Kein Kinderwagen weit und breit. Eine Anwohnerin versicherte mir, der Wagen würde nicht im Haus stehen – das war nämlich unsere Hoffnung, dass einfach jemand den Wagen vor dem Regen am Vorabend schützen wollte.

Enttäuscht gingen wir einkaufen. Ich hätte heulen können und konnte mich auf nichts anderes als meinen Gram konzentrieren. Zu Hause konnte ich auch nicht kochen, ich musste sofort Aushänge und Zettel für die Briefkästen der Anwohner drucken und nochmal zurückfahren, sie aufzuhängen bzw. zu verteilen. Eine weitere Anwohnerin erzählte, ihr Sohn habe von dem Wagen – immerhin ohne Baby drin – berichtet, jedoch irgendwann gesagt, er sei nun weg. Ich wollte den Wagen einfach nicht aufgeben, obwohl etwas in mir drin immer sagte: Der ist endgültig weg! Der stand so leer da, mit weit nach hinten geklapptem Verdeck und mit Brotkrümeln auf dem Sitz sowie zerknüllten Papiertüchern im Gepäcknetz, dass er durchaus als „Sperrmüll“ durchgehen hätte können.

Sonntags tauschten wir die Aushänge aus gegen neue mit Foto. Einen Jungen, der Zeitungen austrug, bat ich, Ausschau zu halten. Er erzählte, sein Vater habe mich gesehen, wie ich ohne dem Wagen weggefahren bin, hätte aber nicht gewusst, was er tun soll.

Auch der ergänzte Aushang brachte nichts. Kein Anruf. Ich googelte nach dem örtlichen Fundbüro und las dabei den Hinweis, dass auch die Polizei Fundstücke sammelt. Ich wollte nichts unversucht lassen. Also rief ich heute morgen bei der Polizeidienststelle hier an und schilderte mein Anliegen. Mein Herz schlug bis zum Hals. Der Polizist meinte, er sehe mal nach, ob ein Kinderwagen da sei, und ich hatte mir schon die Worte zurecht gelegt, die ich sagen wollte: „Ah ja, schade, trotzdem danke.“ Da verkündete er plötzlich: „Sie können den Wagen bei uns im Polizeirevier abholen!“

Hurra! Er ist wieder da! ♡

image

Ich danke von Herzen allen, die den Wagen nicht mitgenommen haben und noch mehr demjenigen, der die Polizei informiert hat – oder der Polizei selbst, falls sie den Wagen „auf Streife“ entdeckt haben – das habe ich nicht erfragt.

Eine lustige Sache noch zum Schluss (wer bis hierhin gelesen hat, hat ein Späßchen verdient… 😉 ):
Als ich bei der Polizei fertig war und die Abholung unterschrieben hatte, meinte der Polizist, er würde jetzt nach hinten gehen und für mich den Türöffner betätigen. Er ging ins Büro, da klingelte sein Telefon. Er ging ran, redete kurz und legte wieder auf. Dann ging er durch eine Hintertür raus. Ich dachte, er käme vielleicht durch die Seitentür, um mir an der Treppe zu helfen oder so, also wartete ich brav. Nix. Dann kam er zurück ins Büro und setzte sich wieder. Nix, kein Surren am Türöffner. Die Maus hatte mich begleitet und fragte nun in „Kinderlautstärke“, ob der Polizist jetzt gleich aufmacht. Da schrak er auf und meinte: „Oh, ich habe Sie ganz vergessen! Tut mir leid!“ Ich musste sehr lachen und versicherte ihm, es ihm nicht übel zu nehmen. „Ich vergesse ab und an auch Dinge…!“ zwinkerte ich ihm zu…

15 Monate Schnecke

Wow, was für ein Monat! Die Schnecke hat in diesem Lebensmonat dermaßen viele Fortschritte gemacht, dass es mir vorkommt, es wäre mindestens ein Vierteljahr gewesen…

Allem voran ihre auffälligste Errungenschaft: Sie kann freihändig laufen! Und zwar mittlerweile in einem Affenzahn. Sie steht kaum still, ist immer in Bewegung, läuft den ganzen Tag herum. Durch den Flur, um den Tisch herum, egal. Krabbeln sieht man sie fast gar nicht mehr. Wenn sie doch mal das Gleichgewicht verliert (weil sie z.B. grundsätzlich nicht schaut, ob etwas auf dem Boden liegt, sondern über alles drüberstiefelt), plumpst sie sehr elegant auf Po oder Knie.

Aber auch wenn man die Ohren spitzt, merkt man, was sich zudem getan hat: Die Schnecke hat ihr Wort- und Geräusche-Repertoir immens erweitert. Sie beherrscht jetzt diverse neue Tiergeräusche, wie „Wauwau“, „I-ah“, „Mäh“, „Gi-ga“ (Gans, Vogel), „Kiki“ (Hahn), „Muh“, „Iiiih“ (Mäusefiepen). Sie sagt nun den Namen ihrer Schwester ganz korrekt, außerdem „Nee“ (Näschen), „Baby“, „Balla“ (Ball), „Manna“ (Mann), „Tella“ (Teller), „Pipi“, „Kacka“ und „Katze“. Und „Po-po“, jeweils mit kurzem „o“ – was „Spongebob“ heißen soll… Der Einfluss der großen Schwester auf ihr Vokabular ist unverkennbar! 😉 Ach so, das Wort „Ja“ benutzt sie nun mit richtiger Bedeutung. Frage ich z.B., ob sie eine Mandarine will, kommt wie aus der Pistole geschossen: „Jaaa!“

Zudem brachte dieser Monat der Schnecke zwei Backenzähne und eine fiese Erkältung, die eigentlich die ganzen 4 Wochen anhielt. Dass es bei alledem um Mamas Schlaf nicht allzu rosig aussah, brauche ich wohl kaum zu erwähnen… Also bitte mehr Ruhe und Schlaf für Lebensmonat 16! Danke.

Die Schnecke ist 78 cm groß, wiegt 10,2 kg (Premiere – sie ist zweistellig!) und hat einen Kopfumfang von 47 cm.

Familienbande

Ich weiß nicht, wie oft ich diesen Artikel schon tippen wollte, es dann aber doch habe sein lassen. Ganz nach dem Motto „Schlaf lieber eine Nacht drüber“ hab ich es immer überdacht und am nächsten Morgen für übertrieben abgestempelt und nicht gebloggt.

Anders diesmal, denn ich habe seit Silvester darüber geschlafen und das Gefühl bleibt. Also raus damit.

Es geht um das Thema Familienzusammenhalt. Meine Familie ist eine „Dorffamilie“. Bis kurz vor meiner Geburt lebten meine Großeltern auf dem Land, meine Eltern entsprechend vor dem Ende ihrer Schulzeit auch. Man lebte mit mehreren Generationen in einem Haus und unterstützte sich gegenseitig, wo es nötig war. So lebte ich z.B. das erste halbe Jahr meines Lebens bei meinen Großeltern auf dem Land, während meine Eltern in der Stadt waren und arbeiteten – weil meine Mutter nur wenige Wochen Mutterschutz hatte und danach wieder voll arbeiten musste. Nix Elternzeit, das gab es nicht.

Entsprechend verhält es sich, wenn wir heutzutage zu Besuch kommen. Die Maus und die Schnecke werden uns so gut es geht „abgenommen“, immerhin freut sich jeder auf die Kleinen und will dann auch mal vorlesen oder rumschleppen. Oder dafür sorgen, dass ich mal einigermaßen in Ruhe essen kann. Und zwar packt jeder an. Meine Mutter, meine Tante, mein Onkel. Sogar meine Oma mit 88 Jahren bespaßt, singt, macht Fingerspiele. Oder backt was, wenn wir eine große Feier haben, damit ich mit den beiden Kindern nicht auch noch drei Kuchen machen muss. Was meine Mutter alles für uns tut, brauche ich hier ja nicht mehr erwähnen.

Die Familie meines Mannes ist dagegen ganz anders. Auch hier freut man sich durchaus, wenn wir zu Besuch kommen. Vor allem Opa bemüht sich schon. Vor allem, als die Maus noch so stark aufs Vorlesen fixiert war, musste er stundenlang Bücher vorlesen. Mittlerweile hat sich das gelegt mit der Folge, dass ich oft dort bin und die Kinder „vorführen“ darf. Sprich: Ich sitze mit den beiden aufm Boden, im schlimmsten Fall nölt eine oder beide rum und die Großeltern schauen mir dabei zu. Wenn es Essen gibt, wird es anstrengend, denn alles ist recht steif und fest vorgegeben. Wenn eine der beiden quengelt, muss ich gucken, dass das aufhört. Falls mir nix einfällt, verlasse ich eben den Tisch bzw. das Esszimmer, während die anderen weiteressen.

Genau so war es an Silvester. Fleischfondue gab es traditionsgemäß. Und was ist das Problem am Fleischfondue? Es dauert ewig. Man hat ein mini Fleischstück, das ewig brät, damit es nicht mehr roh innen ist, dann ist es zäh und heiß und überhaupt. Die ganzen sauren Beilagen sind auch nicht jedermanns (oder v.a. „jederkinds“) Sache – zumal die Cornichons zudem megascharf waren, so dass die Maus nur Baguette essen konnte. Trocken. Dazu wurden ihr freundlicherweise noch vier Scheiben Lyoner angeboten – immerhin, denn im letzten Jahr gab es gar keine Alternative für sie. Dass es die billigsten waren, die man bekommen kann (die aus der runden Packung, wo 10 Scheiben oder so übereinander drin sind), fand ich auch solala, wo doch für die anderen Gourmets Unmengen an Rindfleisch vom Metzger zum Frittieren bereit lag. Der Obstsalat zum Nachtisch war dann noch „mit Schuss“, herzlichen Dank. Auch von mir, da ich noch stille. Aber das versteht eh keiner, zumal in deren Generation sogar während der Schwangerschaft auf Alkohol nicht gänzlich verzichtet wurde. Und warum alle außer der Maus ein Getränk hatten, frage ich mich auch, zumal sie eh immer nur Leitungswasser trinkt. Aber ich hatte ja ihren Becher zufällig dabei, so ersparte ich allen Beteiligten, kurz nach Fondue-Beginn wieder vom Tisch aufstehen zu müssen.

Joa. Irgendwann hatte dann die Maus ihre Brezel aufgegessen, die ich dabei hatte mit der Begründung, sie hätte ein bisschen Magenprobleme und wurde unleidlich. Also wurde sie mit Tablet und YouTube ins Wohnzimmer abgeschoben. Dann hatte die Schnecke keinen Bock mehr. Also lief ich eine Ewigkeit mit ihr im Flur auf und ab und schaute mit ihr die Wanddeko an. Bis irgendwann Opa kam und mich ablösen wollte. Da war der Fetttopf aber bereits abgestellt, so dass ich geschwind meine zwei längst kalt gewordenen letzten Fleischstücke in mich reingestopft habe und froh war, zu Hause zum Kaffee vorsorglich ein großes Stück Kuchen gegessen zu haben.

So läuft es, eigentlich immer. Hilfe wird auch immer nur großartig angeboten, wenn wir dann aber nachfragen, passt der Termin so gut wie nie. Hach. Ich hoffe, ich selbst werde nicht so und kann die ländliche Tradition noch weiterleben und weitergeben, auch wenn ich zeitlebens in der Großstadt gewohnt habe…

Rückblick 2015 und Ausblick 2016

Das Jahr 2015 neigt sich dem Ende zu. Ein anstrengendes, emotional aufreibendes Jahr. Mit gutem Ende. Hier eine Zusammenfassung der Ereignisse:

Zu Beginn einige Fakten über meinen Blog:

  • Rund 41.000 Aufrufe verzeichnete mein Blog im Jahr 2015, das ist etwas mehr als die Hälfte der Aufrufe im Jahr 2014. Das überrascht mich nicht, da ich ja 2015 nicht mehr über das Thema Schwangerschaft gebloggt habe und auch sonst nicht allzu viele „Piepser“ von mir gegeben habe. Und sowieso – wow, was für Zahlen! Wieso interessiert Leute überhaupt, was ich hier von mir gebe?!? 🙂
  • 80 Beiträge hab ich geschrieben. Sag ich’s nicht? Nur 2/3 der 124 vom Vorjahr.
  • Der beliebteste Artikel aus dem Jahr 2015 war die „Windelschnecke„, vermutlich von Leuten, die eine Anleitung dafür gesucht haben (vielleicht schreib ich beim nächsten Mal eine…). Danach kommt „Schau mir in die Augen…“ über die Angst der Maus vor Augen und „In aller Freundschaft“ über die fehlenden Freunde der Maus, beide fast gleichauf. Scheinbar Themen, die doch den einen oder anderen betreffen. Aber auch dieses Jahr ist ein alter Beitrag „Top-Seller“, erstmals hat er allerdings nicht mit dem Thema Schwangerschaft zu tun – es ist der „75-Wochen-Schub“ der Maus von 2013, der rund 10 Mal so viele Aufrufe hatte, wie die Windelschnecke.
  • Wieder kommen die meisten Aufrufer meines Blog natürlich aus Deutschland bzw. dem deutschsprachigen Ausland. Auf Platz 6 (bzw. Platz 3 nach D/AUT/CH) ist erstmals Argentinien vorne dabei mit über 300 Aufrufen – hallo Argentinien! 😉
  • Nun kommt mein einstiger Lieblingsteil der Statistik, die Suchanfragen. Leider nicht mehr ganz repräsentativ wegen der zahlreichen verschlüsselten Anfragen. Auffällig oft wurde jedoch nach einer Strickanleitung für einen Babyschal gesucht, und ein paar besonders lustige Anfragen waren auch dabei, die ich an dieser Stelle gern beantworten will:
    „zweites kind gute idee?“  – Ja! Nein! Je nach dem, zu welchem Zeitpunkt ich gefragt werde…! 😉
    und
    „unterschied dick und schwanger“ – Der gravierendste zeigt sich nach rund 9 Monaten! 😉
  • Auch dieses Jahr war blumenpost diejenige, die die meisten Kommentare verfasst hat. Danke dir dafür, aber auch allen anderen, die sich die Mühe gemacht haben, hier ein paar Worte zu schreiben, mich aufzumuntern oder meine Fragen zu beantworten! ❤
  • Alles weitere zur Statistik findet ihr im WordPress-Jahresrückblick!

Mein persönliches Fazit für das Jahr 2015:

  • Das Jahr begann mit einer schrecklichen Nachricht, nämlich dass meine Mutter einen Knoten in der Brust hat und eine Chemotherapie machen muss. Keiner wusste, wie es weitergehen würde, wie sie alles übersteht, wann sie wieder ins „normale Leben“ zurückkehren würde. Seit rund einer Woche ist sie nun ihre Perücke wieder los und hat mir ein Mal mehr gezeigt, dass man alles schaffen kann, wenn man es nur will. Sie hat alles durchgezogen ohne zu jammern, sogar während der Chemo ab und an die Kinder „gehütet“ und wie geplant ab Oktober die Betreuung der Schnecke übernommen, während ich arbeite. Hut ab! Ich hoffe und wünsche mir sehr, dass das nächste Jahr keine weiteren Hiobsbotschaften im Gepäck hat.
  • Im Oktober habe ich meine Arbeit wieder aufgenommen, wie vor der Geburt der Schecke – 50 % im Homeoffice, davon ein Tag vor Ort. Ich genieße die Abwechslung, auch wenn ich natürlich gelegentlich über die Arbeit fluche… 😉
  • Die Maus hat fast ein ganzes Jahr im Kindergarten hinter sich. Sie hat den Wechsel aus der „behüteten Krippe“ in den „brutalen Hackordnungsalltag des Kindergartens“ sehr gut gemeistert und ist gegen Ende des Jahres tatsächlich sehr oft in der Kindergarten gegangen, ohne zu erwähnen, dass sie nicht hinwill.
  • Die Schnecke ist zu einem richtigen Kleinkind geworden. Von Baby keine Spur mehr. Sie läuft und läuft und läuft und mischt unsere Bude richtig auf.
  • War die Schnecke zum Jahresbeginn mehr ein „störendes Beiwerk“ für die Maus, ist in den letzten Monaten große Schwesternliebe aufgekeimt. So schön anzuschauen! ❤
  • Im Freundeskreis wurde ein Kind geboren, im Krabbelgruppenkreis drei, davon ein „drittes“.

Noch ein kurzer Ausblick auf das Jahr 2016:

  • Winterurlaub im Zillertal und Sommerurlaub in Italien sind bereits gebucht. Ich freue mich und zittere gleichzeitig davor, wie wir Fahrt und Aufenthalte meistern werden.
  • Die Schnecke kommt ab März in die Krippe – und zwar in dieselbe, in der auch die Maus war. Trotzdem habe ich etwas Bammel, wie sie diesen Schritt verkraften wird. Ach ja, außerdem läuft natürlich schon die Anmeldung der Schnecke für den Kindergarten der Maus. In diesen soll sie dann möglichst mit 3 wechseln.
  • Ich liebe meinen Job bzw. meinen Tätigkeitsbereich. Umso mehr bedrückt mich die Tatsache, dass ich im nächsten Jahr vermutlich aufgrund von Personalmangel intern in einen anderen Bereich wechseln muss. Mal sehen, wie das alles wird.
  • Nun kommt der Punkt mit den 2016-Babys! 🙂 Der eine oder andere, der hier regelmäßig mitliest, erinnert sich vielleicht an das Paar aus unserem Freundeskreis, das sich aufgrund ihres unerfüllten Kinderwunsches nach langer Beziehung trennte. Nun ist sie schwanger – von einem anderen! Und ich freue mich riesig für sie. Und er? Hat eine Neue mit Kind, das „aus dem gröbsten raus“ ist. Beide zufrieden – wenn das nur immer so wäre! Ansonsten gibt es nur noch ein weiteres Krabbelgruppenbaby, aber sonst bin ich offen für Überraschungen! 🙂

Das war mein Wort zum Jahreswechsel. Ich danke allen, die hier mitlesen und wünsche euch ein gesundes, glückliches und erfolgreiches Jahr 2016! Kommt gut rüber!

Frei!

Letztes Wochenende hat die Schnecke begonnen, so richtig frei zu laufen. Zunächst nur immer wieder ein paar Meter – heute ist es aber schon die Fortbewegungsart ihrer Wahl. Gekrabbelt wird kaum noch. Wenn sie aus dem Gleichgewicht gerät, plumpst sie immer sehr elegant auf Po oder Knie, ganz gekonnt. Sie sieht ja so niedlich aus, wenn sie durchs Haus stapft! (Kennt ihr den Außerirdischen von „American Dad“..? ;-P)

Nur eine Sache werde ich wohl vermissen… Bisher war es oft so, dass ich – wenn ich z.B. in der Küche war und die Schnecke im Wohnzimmer – schon von Weitem hörte, dass die Schnecke krabbelnd auf dem Weg zu mir war. Nämlich weil sie oft einen harten Gegenstand in der Hand hielt und es immer lauter „klack-klack-klack“ machte. Nun stehe ich in der Küche, drehe mich um – und erschrecke, weil die Schnecke plötzlich hinter mir steht! ♥

14 Monate Schnecke

Bevor die Schnecke 15 Monate alt wird, möchte ich doch schnell noch den 14. Monat im Bericht hier festhalten. Mann, Mann, meine Blogmoral war auch schon mal besser…

Der 14. Monat war wieder voller neuer „Errungenschaften“. Allen voran machte die Schnecke große Fortschritte beim Stehen und Laufen. Sie kann nun ganz lange frei stehen, in die Hocke gehen und sich wieder aufrichten. Anfang des Monats konnte sie ein paar freihändige Schritte auf eine Person zu machen und sich dann in deren Arme fallen lassen. Zum Ende des Monats schafft sie auch einzelne freie Schritte, ohne am Ende aufgefangen zu werden.

In diesem Monat kamen viele neue Worte bzw. Geräusche hinzu. Sie sagt nun: „Bei!“ (Brei, Essen), „Sa!“/“Sat!“/“Sasa!“ (Saft), „Katte!“ (Kaffee 🙂 ), „Ssss“ (Schlange), „Ti-ta-ta“ (Uhr) und den Namen ihrer Schwester fast richtig. Außerdem summt sie oft minutenlang beim Spielen oder Autofahren Kinderlieder vor sich hin. Ihr Lieblingslied ist dabei zur Zeit „Hänschen klein“.

Dann hatte dieser Monat drei Schneidezähne für uns im Gepäck, jetzt sind alle 8 da und wir warten auf die Backenzähne, denn das Zahnfleisch hinten ist schon ganz dick. Ach ja, die Hand-Fuß-Mund-Krankheit hatte die Schnecke auch noch. Nicht verwunderlich, dass unsere Nächte (und Tage…) auch im diesem Monat oft bescheiden waren.

Außerdem bekommt sie seit eineinhalb Wochen eine Medizin gegen ihren zu harten Stuhlgang. Endlich. Nach rund vier Monaten Quälerei. Aber das werde ich an anderer Stelle noch ausführlicher erzählen.

Joa. Weiter geht’s. Natürlich wünsche ich mir wieder mehr Schlaf. Was sonst. 😉

Die Schnecke ist nun knapp 78 cm groß (erstmals im Stehen gemessen), wiegt 9,9 kg und hat einen Kopfumfang von 47 cm.

4 Jahre Maus

Längst überfällig ist der Quartalsbericht zum 4. Geburtstag der Maus. Nun kommt er aber endlich.

Das letzte Quartal lässt sich mit zwei Schlagworten ziemlich knapp und treffend wiedergeben: Selbstständigkeit und Sozialisation.

Letzteres will ich zuerst genauer darstellen, weil es uns als Eltern so unheimlich erleichtert zu sehen, dass nun alles einen „normalen Weg“ zu gehen scheint, nachdem wir noch vor einem halben Jahr sehr verunsichert waren aufgrund der absoluten Ablehnung anderer Kinder durch die Maus. Heute ist es fast, als wäre sie ein anderes Kind. Sie liebt ihre kleine Schwester sehr, knuddelt und ärgert sie tagtäglich, spielt mit ihr und sagt zu ihr: „Ich hab dich lieb, kleine Schnecke!“ Sie wollte von sich aus Kindergeburtstag feiern mit vier Mädchen aus dem Kindergarten. Und die Liste der potentiellen Gäste war so lang, dass sie am Ende nicht einmal alle ihre „Freundinnen“ einladen konnte. Zudem waren die ersten Kindergartenkinder zum „Playdate“ bei uns zu Hause – ich würde sagen, sie ist nun im Kindergarten angekommen. Nur noch selten klagt sie, dass sie keine Lust hat, hinzugehen – vor den Sommerferien hatten wir das täglich.

In Punkto Selbstständigkeit hat sich auch vieles getan. Zum einen ist sie tatsächlich seit dem Sommerurlaub tagsüber windelfrei. Auch das Ende der Kindergartenferien änderte nichts daran. Die Windel in der Nacht möchte sie noch haben und so lange sie es so will, bekommt sie eine. Denn wenn ich in diesem Bereich eine Erfahrung gemacht habe, dann dass die Maus von sich aus weiß, wann sie den nächsten Schritt gehen kann.

Sie kann seit geraumer Zeit alleine ins Auto ein- und aussteigen (man muss in unser Auto eher rein- und rausklettern, da es für ein Kind doch recht hoch ist), sich weitestgehend alleine anziehen, den Reißverschluss der Jacke ohne Hilfe zumachen, Laufrad fahren und manchmal sogar freihändig die Treppe vor dem Haus hochlaufen. Ja, ich weiß, mit 4 können das andere Kinder längst. Aber die Maus ist eben anders und wir sind glücklich, dass sie diese vielen Fortschritte in so kurzer Zeit gemacht hat.

Besonders schön finde ich, dass sie wieder mehr Zeit mit Malen verbringt. Sie hat im letzten Quartal zum ersten Mal ein Strichmännchen mit Körper gemalt – sprich die Arme und Beine kamen nicht aus dem Kopf heraus. Außerdem malt sie seit neustem „Spongebob“ und „Gary“ (für alle die ihn nicht kennen – das ist dessen Haustier-Schnecke…) und wir staunen jedes Mal aufs Neue, wie präzise sie das hinbekommt. Sogar die Streifen an Spongebobs Socken malt sie. 🙂 Und dann natürlich das Schreiben. Sie schreibt ja schon lange ihren Namen, aber in letzter Zeit möchte sie verschiedene Dinge schreiben und fordert einen auf, ihr die Worte zu buchstabieren, damit sie sie schreiben kann. Und sie bekommt es echt gut und lesbar hin, alles zu schreiben, was sie will – ohne dass ich ihr Buchstaben vormalen müsste.

Ich bin so gespannt, wie unser nächstes Jahr weiter verläuft. Die Maus ist schon so groß, verständig und geduldig. Man kann so gut mit ihr zusammen lachen, Quatsch machen, aber auch kuscheln! Ich freue mich sehr, ihre weiteren Fortschritte beobachten zu können.

Sie ist nun 104,5 cm groß, wiegt 17,4 kg und hat einen Kopfumfang von 51 cm.

Ach ja – und wie vor einem Jahr sind Igel bei der Maus immernoch das Größte. Aber Spongebob ist ihnen dicht auf den Fersen – vielleicht habe ich damit ja schon das Thema für ihre nächste Geburtstagstorte… 😉
20151113_215810_wm

4! Ein Igelgeburtstag.

Lange hast du auf den heutigen Tag hingefiebert – nun bist du endlich vier geworden!

Nachdem du uns vor einiger Zeit ziemlich überrascht hast, indem du dir einen Kindergeburtstag gewünscht hast, waren heute vier Mädels aus dem Kindergarten hier zum feiern. Es war natürlich ein Igelgeburtstag, mit Igelmuffins und Schnitzeljagd, ganz nach deinen Wünschen.

image

Und wenn man mal ehrlich ist – vier passt mittlerweile auch viel besser zu dir als drei. Meistens bist du nämlich sehr verständig, geduldig und brav. Man kann prima mit dir verhandeln und du kannst fast alles alleine. Sogar Laufrad fährst du seit einer Woche! (Und das will bei dir was heißen!) Nur manchmal kommt die Drei in dir noch durch. Dann bist du gegen alles und durch nichts zu besänftigen. Ein kleiner Igel eben. Niedlich, lieb, aber manchmal auch ziemlich stachelig… 😉

Happy birthday, mein Mäuschen!