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5 Jahre Maus

Die Maus ist 5!

Das letzte halbe Jahr hat so viele Veränderungen gebracht – gut, dass ich mir alles aufschreibe, sonst hätte ich das gar nicht bemerkt… 🙂

Allem voran: Die Maus braucht nun auch in der Nacht keine Windeln mehr! Kurz nachdem sie 4,5 Jahre alt war, wollte sie die Nachtwindel weglassen. Und was soll ich sagen: Es hat sich gelohnt, damit so lange zu warten, bis sie es von sich aus will, denn wir hatten dadurch nur sehr selten „Unfälle“ in der Nacht.

Ein weiterer Meilenstein – wenn man ihre Vorgeschichte diesbezüglich kennt – ist die Tatsache, dass sie sich jetzt die Haare mit der Duschbrause waschen lässt. Kopf in den Nacken und alles läuft prima. Unglaublich, aber es hat tatsächlich rund 3 Jahre gedauert, bis sie das wieder zugelassen hat. Waschlappen und Becher ade!

Dann haben wir wieder einen Sommerurlaub in Italien verbracht, bei dem die Maus zu einer richtigen Wasserratte geworden ist. Seitdem traut sie sich, mit Schwimmflügeln alleine im Wasser zu stehen (auch im Schwimmbad) und wagt erste Paddelversuche. Ach ja – ihre „Frühstücks-Schnabeltasse“ konnten wir im Urlaub auch verabschieden. Dank der Ablenkung durch die schönen bunten Plastiktassen im Hotel trank die Maus ihre Frühstücksmilch dort nämlich aus der Tasse – so hatte sie zu Hause kein Argument mehr, warum es nicht mit einer normalen Tasse klappen sollte… 🙂

Die psychomotorische Therapie mussten kurz vor dem Geburtstag leider schweren Herzens beenden, da die Therapeutin keinen geeigneten Raum mehr findet. Jedoch haben wir gemeinsam festgestellt, dass die Maus in dem halben Jahr große Fortschritte gemacht hat und sind guter Dinge, dass es auch ohne geht. So traut sie sich nun z.B. Treppen im Wechselschritt hochzugehen, ohne sich am Geländer festzuhalten. Auch runter geht es im ohne Geländer, allerdings noch im Nachstellschritt. Und: Rutschen – die große Phobie der letzten Zeit – ist plötzlich zu einer ihrer liebsten Beschäftigungen geworden.

Jaaaa… Dann hat die Maus von heute auf morgen Pfeifen und Schnippen gelernt und gehört im Kindergarten (als „Kann-Kind“, das evtl. nächsten Sommer eingeschult wird) zu den „Großen“. Sie hat dort in den letzten Wochen viele neue Freunde gefunden, oder nennen wir es vielleicht lieber Bekanntschaften, denn so richtig Freunde mit häufigem privaten Treffen o.ä. sind sie nicht. Aber bestimmt wird auch das noch.

Wie es sich gehört für so viele Veränderungen war das letzte halbe Jahr geprägt von einer oft übellaunigen, zeitweise auch aufmüpfigen Maus, die eben testen muss, wo die Grenzen sind. Ich hoffe inständig, dass sich dies mal wieder für längere Zeit legt. Und am allermeisten hoffe ich, dass sie irgendwann aufhört, soooooo sehr zu trödeln, wie sie es seit geraumer Zeit tut. Das bringt mich nämlich immer wieder zur Weißglut…

Die Maus ist nun 112 cm groß, wiegt 19,2 kg und hat einen Kopfumfang von 51,5 cm.

Der Schrei

Gestern holte ich wie immer zusammen mit der Maus die Schnecke von der Krippe ab. Als ich gerade die Kinder im Auto anschnallte, hörte ich plötzlich jemanden laut einen Namen rufen. Zunächst nichts ungewöhnliches in einer Großstadt. Irgendwie kam mir dieser Schrei aber komisch vor und ich hielt Ausschau nach der Herkunft. Da kam eine Frau strammen Schrittes aus einer Seitenstraße hervor. In der Hand trug sie einen Kinderrucksack. Nochmals rief sie, diesmal hörte ich deutlich die Panik in ihrer Stimme. Es war der Name ihres Kindes, den sie nun immer wieder schrie – jedes Mal lauter.

Ich stand wie angewurzelt an meinem Auto. Ein Blick um mich herum zeigte ihr, dass das Kind hier nirgends ist. In meinem Kopf gingen tausend Dinge um. Was man alles in der Presse liest über das Verschwinden von Kindern. Dass das auch ich sein könnte, die nach Maus oder Schnecke sucht. Ich wollte helfen – aber wie? Immernoch wie gelähmt von der Situation stieg ich ins Auto ein und parkte aus. Ich erklärte der Maus, was los war und bat sie, Ausschau zu halten nach einem Kind ohne Begleitung.

An der ersten Abbiegung entdeckte ich plötzlich im Augenwinkel hinter einer Litfaßsäule einen vielleicht 4jährigen Jungen auf einem Fahrrad. Ich parkte das Auto am Straßenrand und rannte zu ihm hinüber. Er stand da ganz ruhig, das Vorderrand an die Säule gestemmt, und wartete. Ich versuchte, ihn anzusprechen, aber – eigentlich ja richtigerweise – gab er der „fremden Frau“ keine Antwort. Ich wusste auch seinen Namen nicht mehr, da er mir nicht geläufig und nicht deutsch war. Ebendeshalb wusste ich zunächst gar nicht, ob er mich überhaupt versteht. Ich versuchte ihn zu fragen, ob er gerade mit seiner Mama aus dem Kindergarten gekommen sei, ob er wüsste, wo seine Mama jetzt sei. Ich wollte ja nicht das falsche Kind „verhaften“… Plötzlich sagte er, er sei vorausgefahren und seine Mama wäre ganz hinten. Da war mir alles klar. Wahrscheinlich stand er da tatsächlich ganz „unschuldig“, wartete darauf, dass seine Mutter ihn wieder einholen würde und wusste nicht, dass sie nicht kommen würde, weil er den falschen Weg genommen hatte. Ich erklärte ihm, dass seine Mutter nach ihm rufen würde und bot ihm an, sie mit mir gemeinsam zu suchen. Natürlich stand er weiter wie angewurzelt da und er hatte doch so Recht, nicht mit mir mitzugehen. Dann sagte ich: „Ich suche jetzt deine Mama. Du bleibst solange hier stehen, ok?“ Er nickte eifrig. Ich glaubte ihm.

Ich rannte die Straße in Richtung des Weges, wo ich seine Mutter zuletzt gesehen hatte. Zum Glück kam mir da auch schon ein anderer Junge, ein paar Jahre älter, entgegengerannt. Ich rief ihm zu, ob das da vorne sein Bruder sei, er rief mir ein „Nein!“ entgegen. Um aber dann doch zu dem kleinen Jungen hinzusprinten. Wahrscheinlich war er einfach ein Verwandter oder Freund, aber eben nicht der Bruder. Er sprach mit ihm, bis ich wieder zurückgehetzt war. Dann bat ich den großen Jungen, die Mutter des Kleinen zu suchen und blieb bei der Litfaßsäule stehen. Eine weitere, etwas ältere Passantin, war dazugekommen und stand dabei. Als sie die Situation erfasste, tadelte sie, die Mutter müsse doch auf ihr Kind besser aufpassen! Ja klar. Müsste sie. Aber in der Situation ist das egal. Ich nickte, sagte aber kein Wort.

Der große Junge kam nicht wieder. Ich wurde langsam nervös. Maus und Schnecke saßen immernoch im Auto. Ich winkte ihnen ab und an, aber ich wusste, dass sie sich bald beschweren würden. Plötzlich entdeckte ich in der Ferne eine Frau, hörte wieder die Rufe. Ich überquerte die Fahrbahn, rannte ihr entgegen und rief: „Er ist hier!“

Sie kam angerannt, mit Kinderwagen und Baby drin – den hatte sie wohl zuvor irgendwo stehen lassen. „Danke! Danke!“ sagte sie mehrmals zu mir. Ich setzte mich ins Auto, startete den Motor. Als ich losfuhr, hörte ich ein lautes Schluchzen durch das geöffnete Fenster. Die Mutter saß auf dem Grünstreifen und weinte bittere Tränen der Erleichterung. Eine ihr bekannte Frau war mittlerweile angekommen und tröstete sie, ich konnte nun also wirklich wegfahren.

Auch heute bekomme ich eine Gänsehaut, wenn ich an die Geschichte zurückdenke. Gott sei Dank haben wir den Jungen gefunden. Es kann wirklich jedem passieren, es geht so schnell. Ich bete, dass ich nie in eine solche Situation komme!

Ein Tag im Ausnahmezustand

Bei uns steht diese Woche alles Kopf. Wegen dem anstehenden Urlaub. Alles waschen, packen, vorbereiten. Und dazwischen gefühlt tausend Termine. Arbeiten, Freizeit, Zusatzveranstaltungen, die zufällig und dummerweise genau auf diese Woche fallen. Und dann noch Maus und Mann, die kränkeln. Was will man mehr?

Gestern dachte ich dann zeitweise, ich falle einfach um. Vormittags arbeiten, Wäsche falten, Liste abstreichen, ständig mit dem Gedanken, dass mir die Zeit davon läuft, da es der letzte Tag diese Woche war, an dem meine Mutter die Schnecke betreuen konnte.

Mittags hab ich dann so früh wie möglich die Maus aus dem Kindergarten abgeholt, da sie Generalprobe von ihrer Ballettschule hatte. So richtig groß wird der anstehende Auftritt aufgezogen, in einer riesen Halle, wo die Probe auch 3,5 Stunden lang stattfand. Das größte Problem: Eltern durften nicht anwesend sein. Da die Halle ein Stück von uns entfernt ist, fuhr die Maus mit der Mutter einer Freundin mit dorthin. Das war gegen 14 Uhr. Darauf folgten 4 der fiesesten Stunden meines Lebens. Ich machte mir solche Sorgen, ob es der Maus gut geht. Ich meine – die Betreuerinnen kannte ich zwar, aber diese fremde Umgebung, die ungewohnte Situation, das viele Warten und ein gewisser Grad an Selbstständigkeit – ich traute das der Maus irgendwie nicht zu. Ich musste ständig um Atem ringen, mein Magen rebellierte und meine Gedanken kreisten um meine Entscheidung, nicht als Betreuerin zu melden. Weder packen, noch Großeinkauf vorbereiten, Kaffee trinken mit meiner Mutter noch eine heiße Dusche konnten mir Ablenkung verschaffen.

Um 17 Uhr hielt ich es nicht mehr aus und fuhr zur Halle. Viel zu früh, aber ich wollte wenigstens dort im Foyer sein. Was war ich froh, als die Maus um kurz nach 18 Uhr in meinen Armen lag! Es war, als hätten wir uns wochenlang nicht gesehen. Eine Betreuerin erzählte mir gerade noch, wie toll sie alles gemeistert hatte, da fing die Maus plötzlich doch an zu schluchzen. Mein armes kleines Baby. Ich fühlte mich ein Mal mehr wie eine Rabenmutter.

Wir fuhren nach Hause und kurz darauf musste ich zu meiner eigenen Probe wieder los. Im Auto fiel langsam die Anspannung von mir ab. Ein belegtes Brot und eine Tafel Schokolade von der Tankstelle taten ihr Übriges und ich konnte die Probe einigermaßen frei von Schuldgefühlen genießen.

Mittlerweile weiß ich, dass die Maus nach der Probe so weinerlich war, weil sie einen Infekt ausgebrütet hat, der heute schubweise deutlicher als gestern sichtbar ist. Trotzdem ist es mir eine Lehre und ich werde zukünftig mehr auf mein Bauchgefühl hören, wenn es darum geht zu entscheiden, was ich der Maus (und mir) zutrauen kann und was nicht…

Eieruhr from hell

Seit etwa einem Jahr hat die Maus unsere Küche nicht mehr betreten. Ich erzählte ja hier bereits von dem Nudel-Hahn, der das Problem auslöste. Doch auch als wir ihn Anfang des Jahres entsorgt hatten, änderte sich nicht allzu viel. Gut, der Flur wurde irgendwann wieder betreten, auch wenn die Küchentür offen war. Immerhin. Meine Nachfrage, warum sie nach wie vor die Küche nicht betreten wolle, wurde mit komischen Argumenten begründet, z.B. sie würde sich vorstellen, der Hahn wäre noch da. Na prima.

Gestern stand sie dann nach ewigen Zeiten in der offenen Küchentür, während ich im Raum war, so dass ich mehr oder weniger zufällig ihrem – plötzlich wieder völlig verängstigten – Blick folgenden konnte: Er fiel direkt auf unsere uralte Eieruhr in Form eines Pandabären, der ganz hinten auf der Arbeitsplatte stand. Durch die typischen Ringe um die Augen hat er – wie sie es immer bezeichnet – „Glubschaugen“. Es fiel mir wie Schuppen von den Augen. Ehe ich was sagen konnte, war die Maus auch schon davongerannt. Ich schnappte mir das Ding, folgte ihr und fragte, ob „der da“ das Problem sei. Sie bejahte und in ihrem Blick sah ich, dass es stimmte.

Also weg damit – funktioniert hat die Eieruhr eh nicht mehr, sie war nur eine Erinnerung an unsere erste gemeinsame Wohnung. Und was soll ich sagen? Seitdem haben wir wieder ein fleißiges Helferlein in der Küche. Ich kann es nicht fassen, dass es ein Jahr gedauert hat, darauf zu kommen! Und dass sie kein Wort dazu verloren hat. Wahrscheinlich konnte sie es wirklich nicht so recht formulieren, weil der Pandabär quasi zwischen den neuen eiförmigen Eieruhren „durchlugte“…

II/13+0: Bammel

Heute Abend ist es soweit, wir gehen zur Nackenfaltenmessung. Und obwohl ich mir vorgenommen hab, entspannt an die Sache ranzugehen, merke ich, dass ich langsam nervös werde. Mittags wird mir ja für die Untersuchung noch Blut abgenommen – ich hoffe dass die Werte nicht durch irgendwelche Infekte meinerseits negativ beeinträchtigt werden, denn ich friere seit gestern Abend ständig und habe auch etwas Halsschmerzen, vielleicht ist eine Erkältung im Anmarsch.

Fast noch mehr Bammel als vor dem Test habe ich vor dem morgigen Tag. Da will ich nämlich eigentlich in der Arbeit von meiner Schwangerschaft erzählen. Nur bin ich nicht sicher, ob ich es schaffen werde, die „hierarchische Reihenfolge“ korrekt einzuhalten, denn soweit ich es sehen kann, sind sämtlich Chefs von mir morgen ziemlich verplant mit Terminen bis komplett abwesend. Und bevor die es wissen, kann ich es den Kollegen eigentlich nicht sagen. Ich bin wegen meinem Homeoffice aber nur einen Tag in der Woche „vor Ort“… Dann kommt noch dazu, dass ich solche Situationen sowieso hasse, in denen ich mich erklären muss. Ich hasse aber auch die Geheimniskrämerei. Wie auch immer. Es wird keinen Freudentanz bei den Betroffenen geben, aber damit rechne ich ja auch nicht.

Da heute die 14. SSW begonnen hat, habe ich gestern auch neue Bauchbilder gemacht. Ich finde, so langsam sieht man etwas – und vor allem fühle ich etwas. Nämlich, dass die Hosen zwicken. Bei längeren Autofahrten oder „Sitzaufenthalten“ muss ich meist den Hosenknopf öffnen, um mich nicht allzu eingeengt zu fühlen. Daheim trage ich seit ein paar Tagen meine Umstandsjogginghose – was für eine Wohltat! 😉

Hach. Ich wünschte, es wäre Donnerstag. Dann wären hoffentlich ein paar Dinge in meinem Leben wieder etwas entspannter.

Ach, Leben.

Manchmal bist du einfach gnadenlos.

Gerade hatte ich einen Anflug von Schwangerschafts-Enthusiasmus verspürt, nachdem der Schwangerschaftsfrühtest heute Morgen zwar keinen eindeutigen zweiten Strich geliefert hat, aber da vielleicht doch ein kleiner, fast unsichtbarer Schatten zu sehen war, den ich in den nächsten Tagen nochmal „überprüfen“ wollte.

Und dann meldet sich eine liebe Freundin, in der 17. Woche schwanger, dass bei ihrer Untersuchung heute festgestellt wurde, dass das Kind Wasser im Bauchraum habe und sie nun zum Spezialisten muss. Verzweiflung pur. Und ich erinnere mich plötzlich, wie das bei uns bei der Maus doch war mit der blöden Nackenfalte und wie mich das Warten auf das Ergebnis der Chorionzottenbiopsie den letzten Nerv gekostet hat… Ich leide mit ihr und habe plötzlich so gar keine Lust mehr, schwanger zu sein…

Ich will es, ich will es nicht, ich…

…hab keine Ahnung, was ich will. Seit mir an Weihnachten eine gute Freundin erzählt hat, dass sie wieder schwanger ist (ihre Tochter ist zwei Monate jünger als die Maus), fahren meine Gedanken Karussell. Tagsüber geht es noch – bis auf dass ich überall Schwangere sehe und Autos mit zwei Kindersitzen drin. Aber sobald ich im Bett liege, ist es vorbei mit der Ruhe. Ich drehe und wende die Gedanken, die Argumente, spiele durch, wie es mit zwei Kindern wäre.

Wie würde ich alles alleine händeln, wenn mein Mann unterwegs wäre? Wie würde er es ohne mich schaffen, wenn ich mal ein paar Stunden weg wäre? Würde er es überhaupt schaffen…? Würde ich nochmal das Glück haben, meinen Job nach einem Jahr zurück zu bekommen? Und wäre es vertretbar, meine Mutter nochmal ein Jahr für die Betreuung einzuspannen? Inklusive Autofahrten bei Schnee, Einmischung in meine Angelegenheit und und und. Und würden wir überhaupt auch für Kind 2 einen Betreuungsplatz bekommen? Könnten wir der Maus weiterhin die Aufmerksamkeit schenken, die sie verdient hat? Würde sie die neue Situation gut verarbeiten, wo sie doch so gar nichts mit anderen Kindern anfangen kann…

Als wäre ich der erste Mensch mit zwei Kindern. Eigentlich lächerlich, aber ich kann die Gedanken nicht abstellen. Und trotz allem fühlt es sich auf einmal mehr nach „Ja“ an, als nach „Nein“…

13+0: Wahrscheinlichkeiten

Wahrscheinlichkeitsrechnung war auch in Mathe nie mein Lieblingsthema. Und nun soll es sich in einer bitteren Art und Weise fortsetzen: Das Ersttrimesterscreening hat eine Wahrscheinlichkeit bzw. ein Risiko von 1:2 ergeben, dass das Kind Trisomie 21, 13 oder 18 hat.

Das ist ein Ergebnis, das mich doch schockiert hat. Hauptverantwortlich für den schlechten Wert ist die Nackenfalte, die auf 5,2 mm vermessen wurde. Und anscheinend waren meine Blutwerte zwar ok, aber auch nicht top, sonst hätte das Ergebnis etwas besser ausfallen müssen.

Weil ich weiß, dass es eine mathematische Wahrscheinlichkeitsrechnung ist, wollte ich mich nicht verrückt machen und abwarten, was die Untersuchung beim Spezialisten nächste Woche ergibt. Er wird entweder eine Chorionzottenbiopsie machen oder eine Fruchtwasseruntersuchung, für letzteres ist es aber laut meiner FÄ eigentlich noch etwas zu früh. Trotzdem bin ich nun völlig aufgewühlt und habe die letzte Nacht größtenteils mit Heulen verbracht. Mein Mann tut mir auch leid – er ist ja genau so besorgt wie ich und hat mich dann noch als Häufchen Elend neben sich sitzen. Aber ich kann meine Angst einfach nicht überspielen…

Ich frage mich immer: Hätte man eine lebensbedrohliche Krankheit und würde eine Überlebenschance von 2:1 genannt bekommen, würde man dann nicht Hoffnung schöpfen? Immerhin wäre die Wahrscheinlichkeit zu überleben doppelt so hoch wie ein negativer Ausgang. Weiß man aber, dass das „normale“ Risiko in meinem Alter bei ca. 1:600 liegt, sieht die Sache irgendwie anders aus.

Nächste Woche werden wir hoffentlich mehr wissen. So lange werde ich auch in der Arbeit noch nicht Bescheid sagen.