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Einmal Kann-Kind, Schulpflicht und zurück, bitte!

Über ein halbes Jahr ist es her, dass wir eine der bislang schwierigsten Entscheidungen für die Maus treffen mussten: vorzeitig Einschulen oder nicht?

Das kam so: Der Stichtag für die Einschulung in Baden-Württemberg ist derzeit der 30. September. Ist man in den Monaten danach geboren – also wie unsere Novembermaus -, ist man automatisch ein „Kann-Kind“ und die Eltern bekommen zusammen mit dem Einschulungsschreiben der „Muss-Kinder“ eine schriftliche Anfrage, ob man beabsichtigt, sein Kind vorzeitig einschulen zu lassen oder nicht. 

Natürlich kam das für uns nicht überraschend – es ist ja jedes Jahr im Kindergarten Thema, wer da jetzt früher geht oder auch nicht. Wenn man dann aber plötzlich selbst dieses Schreiben in den Händen hält, geht die Karussellfahrt erst richtig los…

Bei uns im Kindergarten sind alle Muss- und Kann-Kinder des jeweiligen Kindergartenjahres die sogenannten „Großen“. Schon allein deshalb, weil die Muss-Kinder alleine zu wenig für eine Ausflugsgruppe wären. Sie machen gemeinsame Waldtage und auch einige Aktionen, bei denen nur sie dabei sind, finden statt. Einerseits, weil man mit den „Großen“ eben schon andere Dinge unternehmen kann, aber auch weil der Zusammenhalt für die Schule gefördert werden soll.

Dadurch – aber auch bedingt durch die Tatsache, dass die Maus von ihrer Ausdrucksfähigkeit her schon immer eher den Großen entsprochen hat, hatte die Maus ausschließlich näheren Kontakt mit Mädels, die diesen Sommer eingeschult wurden. Auch ihre beste und einzige „richtige“ Freundin war ein „Muss-Kind“.

Im März galt es dann, eine endgültige Entscheidung zu treffen – und quasi zu erahnen, wie die Situation in einem halben Jahr sein würde. Die Erzieherinnen rieten uns von einer Einschulung ab – nicht aus kognitiver Sicht, sondern aufgrund der motorischen Entwicklungsverzögerung der Maus und ihrer noch nicht allzu stark ausgeprägten Sozialkompetenz. Die Kinderärztin riet auch ab, aber eher aufgrund ihrer persönlichen Erfahrungen. Der Rest unserer Familie, inklusive meinem Mann, erwarteten eine vorzeitige Einschulung, da die Maus ein sehr wissbegieriges Kind ist, zudem schon so langsam anfing zu lesen und beim optischen Vergleich eher zu den diesjährigen Schulkindern passte als zu den „Kleinen“. 

Da stand ich nun. Tief in meinem Herzen wissend, dass beide Entscheidungen falsch sein würden. Eine frühe Einschulung würde die Maus sicher vor harte Herausforderungen stellen, denn durch die gemischte Eingangsklasse (gemeinsamer Unterricht der Klassen 1+2) würde sie sich u.a. gegen bis zu 3 Jahre ältere Kinder durchsetzen müssen. Dass sie noch sehr unsicher Treppen steigt und im letzten Jahr das Wort Schule in keinem Satz erwähnt geschweige denn in einem Rollenspiel thematisiert hat, setzte ich durch, dass sie nicht eingeschult wird. 

Selbstverständlich wurde mir dies direkt vorgeworfen, als die Maus viele Wochen vor den Ferien svhon ziemlich traurig in die Zukunft blickte. Aber wer garantiert mir, dass die Freundschaft bestehen bleibt? Nachher ist die Maus völlig überfordert eingeschult und ihre Freundin orientiert sich um – was dann?

Tatsächlich findet sie zu unserer großen Erleichterung einige neue Spielpartner im Kindergarten, wenn auch nichts „Intensives“. Aber wir sind ja auch noch am Anfang des Kindergartenjahres. Außerdem wechselt in 2 Wochen ihre Schwester zu ihr.

Mein Fazit knapp 2 Wochen nach Schulbeginn: Auch wenn die Maus mittlerweile super lesen kann (ganze Bücher), zweifle ich nach wie vor an ihrer Schulfähigkeit und bin nicht unglücklich über unsere Entscheidung. Aber wer weiß, was noch kommt. 

Bleibt nur noch zu sagen, dass ich auch erst mit knapp 7 eingeschult wurde und aus mir trotzdem was geworden ist. 🤣 Die Hoffnung stirbt zuletzt. 😉

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Eine beste Freundin für die Maus

Ich habe es im Halbjahresbericht schon erwähnt: Die Maus hat endlich eine Freundin gefunden! Und zwar nicht nur eine, mit der sie gut klarkommt. Eine „beste Freundin“. So bezeichnen die beiden sich jedenfalls gegenseitig.

Das Ganze hat sich seit ihrem 5. Geburtstag langsam entwickelt und ging so weit, dass ihre Freundin – ich nenne sie mal Bibi – wirklich jeden Morgen an der Kindergartentür auf sie gewartet hat. Dadurch ging die Maus plötzlich richtig gerne in den Kindergarten – hurra! Auch „private“ Treffen daheim gab es immer wieder mal, sogar direkt zum Mittagessen. Diese liefen dann zwar nicht komplett ohne „Moderation“ der anwesenden Eltern, aber nach einem ganzen Vormittag zusammen im Kindergarten können einem gegen Abend auch irgendwann die Ideen ausgehen, das ist ja berechtigt. Wenn ich bedenke, wie schwer sie sich immer getan hat mit anderen Kindern, lässt das mein Mutterherz vor Freude hüpfen!

Die beiden spielen am liebsten „Bibi und Tina“. Die Freundin ist Bibi, die Maus Tina. Freundlicherweise darf Tina ihrem Zusammenspiel auch hexen, sonst wäre es ungerecht. 🙂 Den Rest der Zeit spielen sie Schlümpfe, Arzt oder Schatzsuche. Und ganz neu „Superhelden“.

Aber: Eigentlich müsste ich diesen Artikel in der Vergangenheitsform schreiben, denn mit unserer Entscheidung, die Maus nicht als „Kann-Kind“ einschulen zu lassen, reißen wir diese Freundschaft entzwei. (Zu unseren Beweggründen werde ich einen separaten Blogbeitrag verfassen.) Ich wünschte, die Freundschaft könnte erhalten bleiben. Aber auch wenn man gelegentliche Treffen organisieren wird – es wird doch anders sein. Man sieht sich nicht täglich und „Bibi“ wird auch in der Schule neue Freundschaften knüpfen.

Bleibt mein kleines Kindergartenkind, das morgens plötzlich nicht mehr am Eingang freudestrahlend empfangen wird. Das eigentlich seit der Einschulung gestern keine einzige Freundin oder wenigstens Bezugsperson im Kindergarten mehr hat, denn sie hatten sich zu den „Großen“ hin orientiert und die sind nun alle weg.

Was hatten wir Angst vor diesem Tag! Die Maus und ich fast noch mehr. Ich bat die Erzieherinnen, ein Auge auf sie zu werfen. Stellte mir Sturzbäche an Tränen vor beim Abgeben am Morgen. Aber: Zu unserer großen Verwunderung ergaben sich sowohl vorgestern als auch gestern nette Aktionen, sie fand Spielpartner und war beim Abholen gut gelaunt. So drücken wir nun also alle verfügbaren Daumen, dass das so bleibt, dass sie unter den „neuen Großen“ Anschluss findet und es schafft, über den Verlust wegzukommen. In 3 Wochen beginnt dann die Eingewöhnung der Schnecke im Kindergarten – spätestens dann hat sie wieder eine kleine Freundin vor Ort. 🙂

4,5 Jahre Maus

Ein halbes Jahr ist mein letzter Bericht über die Maus her und obwohl ich eigentlich das Gefühl habe, sie ist noch „die alte“, sehe ich in meinen Aufschrieben, dass sich wieder einiges getan hat.

Vor allem in puncto Grobmotorik hat sich ein bisschen was verändert bzw. verbessert. Die Maus kann nun endlich einigermaßen hüpfen, mit beiden Beinen. Sie traut sich immer mehr zu, auch beim Klettern oder Rutschen. Wir haben seit geraumer Zeit diverse „Hilfsmaßnahmen“ am Start – Schuheinlagen wegen den Knick-Senk-Füßen, Psychomotorische Therapie wegen ihrer stark ausgeprägten Angst, Ballettuntericht für die „Basics“ der Bewegung. Das scheint ihr alles irgendwie zu helfen und man hat das Gefühl, dass langsam etwas in Gang kommt.

Kurz nach ihrem 4. Geburtstag konnte sie bereits einfache Worte in Großbuchstaben ohne Probleme lesen, ihren Namen schreiben sowieso. Das Interesse an Büchern und Lesen ist allerdings ein wenig verloren gegangen, was mit Sicherheit auch daran liegt, dass ich es seit der Geburt der Schnecke einfach nicht mehr so oft in Ruhe anbieten kann.

Ihr Verhältnis zu anderen Kindern ist nach wie vor zurückhaltend, die „Hochphase“ um ihren Geburtstag herum ist wieder ein wenig eingeschlafen, so dass sie „privat“ (also außerhalb des Kindergartens) keine großartigen Ambitionen hat, andere Kinder zu treffen. Auch mit der Schnecke spielt sie zur Zeit nicht mehr so viel – wenn, dann wird nur sich gegenseitig geärgert, Spielzeug weggenommen und dergleichen. Wie das halt so ist.

Launemäßig hatten wir schon bessere Lebensabschnitte. Die Maus ist oft gereizt oder schlecht gelaunt, kann sich nicht lange selbst beschäftigen, trödelt unsäglich, meckert an allem herum. Unzählige Male musste ich mit irgendwelchen Verboten drohen, damit sie „in die Pötte“ kommt. Aber das gehört vermutlich zu dem Alter dazu…

Die nächtliche Windel ist im Übrigen nach wie vor unser Begleiter. Aber ich vertraue da ihrem Gefühl – tagsüber hat sie es auch von sich aus angeleiert und dann super gemacht. Und da morgens immer mal wieder etwas in der Windel ist, vermute ich, dass es einfach noch etwas Zeit braucht.

Einen ersten Berufswunsch hat die Maus nun übrigens auch – sie möchte Astronautin werden! Da ist sie sich ganz sicher. Na prima. Ich hoffe, sie findet vielleicht noch eine Alternative… 🙂

Die Maus ist nun 107 cm groß, wiegt 18,5 kg und hat einen Kopfumfang von 51 cm.

Für das nächste halbe Jahr wünsche ich mir, dass sie wieder mehr Kontakte zu anderen Kindern bekommt, weiter Mut hat, an ihren Schwächen in der Motorik zu arbeiten und dass sie ein so tolles Kind bleibt, wie sie es ist! 🙂

Vom Tisch

All meine Sorgen und Ängste um die Maus sind mit einem Mal wie verflogen, denn heute hatten wir Besuch von einer Studienkollegin mit ihrem Mann und ihren beiden Töchtern. Ein sehr netter Kontakt, der sich wahrscheinlich hauptsächlich wegen der Kinder über die ganzen Jahre gehalten hat, denn uns trennen rund zwei Autostunden. Eigentlich Grund genug, eine relativ „flüchtige“ Bekanntschaft einschlafen zu lassen. Da unsere großen Mädels aber nur etwa 4 Monate Altersunterschied haben, trafen wir uns rund ein Mal im Jahr – mal bei uns, mal bei ihnen.

Heute waren sie dann wiedermal bei uns eingeladen. Mittags ging es zum Italiener, dann auf den Spielplatz und schließlich zu uns nach Hause. Normalerweise läuft die Maus schon im Restaurant zu Mecker-Hochtouren auf, verweigert bei Besuchern den Spielplatz und fragt spätestens nach 30 Minuten, wann der Besuch denn wieder geht.

Heute war aber alles anders. Im Restaurant bot die Große (so nenn ich mal die große Tochter der Kollegin) der Maus ihre Spielzeugpferde an. Zunächst lehnte die Maus die Kontaktaufnahme auch wie gewohnt ab. Auch auf dem Spielplatz gab es zaghafte Versuche der Großen, die Maus aus der Reserve zu locken – immernoch recht erfolglos. Zu Hause standen die beiden dann aber plötzlich nebeneinander und unterhielten sich. Ich konnte meinen Augen und Ohren kaum trauen! Ein richtiger Dialog kam da zu Stande. ♥ Irgendwann machten sie draußen gemeinsam Seifenblasen bzw. fingen diese. Auch der Rest des Tages war super, alle waren prima gelaunt und zum Schluss malten sogar alle (bis auf die Schnecke natürlich) – auf Initiative der Maus, die sonst so gut wie nie malen will – Bilder, die sie sich dann gegenseitig schenkten. Ich kam aus dem Staunen gar nicht mehr heraus. Und die Besuchsmädels wollten gar nicht mehr nach Hause.

Ich bin so dankbar für diesen Besuch, für diesen Tag. Denn nun weiß ich, dass die Maus anders kann, wenn sie das richtige Gegenüber hat. Das beruhigt mich ungemein und gibt mir die Ruhe, einfach noch ein bisschen abzuwarten. ♡

Geklärt.

Ich weiß, ich wollte nichts mehr zum Thema KiTa schreiben und am liebsten gar nicht mehr daran denken, aber dann hat es mich innerlich doch so sehr beschäftigt, dass gestern Abend vor meinem Mann plötzlich Tränen geflossen sind. Konkreter Anlass war, dass meine Mutter mir Anfang der Woche erzählt hat, sie hätte Probleme mit einem beginnenden Karpaltunnelsyndrom und es würde immer schlimmer werden. Jedenfalls war das für mich zwischen den Zeilen eine Aufforderung, nach einer anderen Betreuungsmöglichkeit für die Maus zu suchen. Ich hatte das Gefühl, sie wollte mir sagen, es wäre alles ein bisschen viel, vor allem die ganze Fahrerei und dass sie eben keine Zeit hat, sich um ihre eigenen „Belange“ zu kümmern, wie z.B. ihre Gesundheit.

Gestern Nachmittag habe ich dann beschlossen, meine Vorbehalte gegenüber dem Thema Tagesmutter zu revidieren und habe begonnen, mich zu dem Thema zu informieren. Irgendwann bin ich auf der Homepage einer Tagesmutter aus der (nicht allzu nahen…) Nähe gestoßen, deren Informationen mich sehr angesprochen haben. Dazu kam, dass sie auf der Startseite einen freien Platz ab September anbot. So wurschtelte ich eine Weile vor mich hin, bis ich meinem Mann alles zeigte und wir über die Sache redeten. Als die Maus dann im Bett war, kamen wir darauf, wieso ich jetzt auf einmal nach Tagesmüttern suchen würde. Ich habe ihm dann erklärt, was vorgefallen ist und irgendwann brach es einfach aus mir heraus und ich konnte mich bis zum Einschlafen auch gar nicht wieder richtig einkriegen. Er hat es zum Glück sehr verständnisvoll aufgenommen und versucht, mich zu trösten, was ihm aber nicht recht gelang.

Als meine Mutter heute Morgen dann wieder zu uns kam, musste ich die Sache ansprechen. Ich war so aufgeregt, als würde mir eine Prüfung bevorstehen. Aber ich hatte einfach Angst, sie würde all das, was ich gestern noch vermutet habe, bestätigen und ich würde vor der schier unmöglichen Aufgabe stehen, nun alles neu organisieren zu müssen. Doch es kam alles anders und meine Mutter wirkte beinahe überrascht über die Frage. Sie bestätigte mir immer wieder, dass sie glücklich sei mit ihrer Aufgabe als Maus-Betreuerin und dass sie es auf jeden Fall weitermachen wird, bis die Maus in den Kindergarten kommt. Ein riesen Wackerstein plumpste von meinem Herzen und ich hätte gleich nochmal losheulen können, weil ich die beste Mutter der Welt habe.

Vielleicht waren bei der ganzen Sache auch ein bisschen viele PMS-Emotionen dabei… Heute Nachmittag darf die Maus jedenfalls zur anderen Oma und zu Opa, ich gehe nämlich einer Freundin beim Umzug helfen – ihre 10-jährige Beziehung ist nach langem Hin und Her endgültig in die Brüche gegangen. Das sind echte Probleme. Also ab jetzt, gute Laune aktivieren und weiter im Programm!

Einzel-Kind

Die Maus ist gleichaltrigen Kindern gegenüber nicht besonders aufgeschlossen. Insbesondere wenn selbige Kinder sich in unserem Haus aufhalten, womöglich ein wenig meiner sonst 100%-igen Maus-Aufmerksamkeit auf sich ziehen und mit dem Spielzeug der Maus hantieren wollen. Wenn das Gegenüber auch noch auf Tuchfühlung gehen will, gibts ein riesen Geschrei.

Gestern zum Beispiel. Da war eine Freundin mit ihrer Tochter hier. Die Maus fand das gar nicht gut, hat viel gequengelt und wollte unbedingt hoch in ihr Zimmer und den Besuch unten sitzen lassen. Na prima.

Heute waren wir dann im Schwimmbad. Zig Kinder, aber unsere Maus hockte im letzten Eck hinter der Springbrunnenfigur und streichelte abwechselnd den Po der Figur oder patschte mit einer Schaufel ins Wasser… Spaß hatte sie ja wenigstens, wenn auch alleine.

Das muss noch besser werden!! Aber wir „üben“ ja fleißig in der Krabbelgruppe auf neutralem Terrain mit neutralem Spielzeug – irgendwann wird sie sich schon an den Umgang mit anderen Kindern gewöhnen. Hoffentlich.