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Groß und Klein – Teil 2

Vor einem guten Jahr verfasste ich diesen Artikel. Darin ging es um die Erkenntnis der Maus, dass sie langsam groß wird.

Vor ein paar Tagen ist das Thema wieder aufgekeimt, diesmal mit einem weiteren Teilaspekt – nämlich der Erkenntnis, dass das Leben der Maus, die Beachtung die sie bekommt, anders ist, seit die Schnecke geboren wurde und auch nicht mehr zum „Urzustand“ zurückkehren wird. 

Nachdem wir auf ihren Wunsch hin Urlaubsfotos von vor der Geburt der Schnecke angeschaut hatten, wurde sie sehr nachdenklich und meinte, dass sie gerne mehr Zeit mit uns (Eltern) verbringen würde. Und dass es früher schöner war. Vermutlich weil die Fotos so nach heile Mutter-Vater-Kind-Welt aussahen. Klar. Man fotografiert ja keine Streitsituationen oder Geheul.

Gekrönt wurde das ganze von einem Dialog, der auf der Toilette stattfand. Die Maus fragte, ob sie immer bei uns wohnen darf, auch wenn sie erwachsen ist. „Klar, so lange du willst!“ entgegnete ich. „Auch wenn ich Kinder habe? – Ach nein, ich will nur ein Kind haben, sonst ist das Kind auch immer so traurig wir ich.“

Schnüff. Das klang schon ziemlich unglücklich. Gäbe es nicht die vielen Momente, in denen Maus und Schnecke sich sehr innig ihre Liebe demonstrieren, würde es mir das herz brechen. 

Die Maus steckt vermutlich gerade wieder in einem „Schub“. Sie hat auch um Weihnachten herum mit einem „Tick“ begonnen, immer durch die Nase das Geräusch zu machen, als wenn man loslacht. Erst gelegentlich, kurz nach Silvester ständig. Mein Mann begann sich große Sorgen zu machen und ermahnte sie ständig, aufzuhören. Bis ich ihm erzählte, dass ich als Kind auch diverse Ticks durchlebt habe – z.B. Augenzwinkern – und das Schlimmste daran war, wenn meine Eltern mich ständig drauf aufmerksam machten, weil ich es wirklich nicht unterbinden konnte. Google sagt, die Neigung zu“Ticks“ ist vererbbar und zeigt sich gerne ab dem Vorschulalter. Dann wundert mich nichts. Wir hörten also auf, es zu thematisieren und wenige Tage später war es verschwunden. Aber es wird sicher nicht der letzte Tick gewesen sein…

23 Monate Schnecke

Man merkt, dass wir langsam auf den zweiten Geburtstag der Schnecke zusteuern – so richtig viel habe ich nämlich nicht zu berichten…

Der 23. Monat brachte der Schnecke – wie schon erwartet – den dritten und vierten Eckzahn. Nun haben wir nur noch „eine Runde Backenzähne“, mit den wir uns in (naher?) Zukunft quälen müssen…

Die Schnecke ist seit einiger Zeit wieder zugänglicher, auch Papa oder die Großeltern dürfen sich mal mit ihr beschäftigen, ohne dass sie ausflippt, weil Mama den Raum verlässt. Der Entwicklungsschub scheint also vollzogen zu sein.

Sprachlich hat sie weiter zugelegt, man versteht wirklich viel von dem, was sie sagt. Für uns irgendwie normal, da die Maus ja auch so ein „Sprachtalent“ war, aber wenn ich Gleichaltrige höre, dann merke ich erst, dass sich die Schnecke doch auch schon sehr gut mitteilen kann.

Sehr süß sind mittlerweile auch die Interaktionen zwischen den beiden Schwestern. Zumindest wenn sie sich nicht gegenseitig anschreien, versuchen zu hauen oder sich gegenseitig Sachen wegnehmen. Dann wünscht die Schnecke sich ein Lied und die Maus singt für sie, wenn es sein muss auch 100 Mal, mit den lustigsten ausgedachten Strophen. 🙂

Ach ja – abends vor dem Einschlafen kommt seit neustem der „Sampa“, nicht mehr der „Manne“… 🙂

Die Schnecke ist 23 Monate alt. Sie ist 87 cm groß, wiegt 12,2 kg und hat einen Kopfumfang von 49 cm.

Übrigens bin ich endlich in die Pötte gekommen und habe die letzten 4 Monatsberichte der Schnecke getippt (zurückdatiert). Also nicht wundern, wo das alles herkommt…

18 Monate Schnecke

[Später geht immer. Aber hier ist er…]

Der 18. Lebensmonat der Schnecke stand ganz im Zeichen der Sprache. Sie verwendet zunehmend auch Verben wie „mali“ (malen), „beiße“ (beißen) oder „butze!“ (putzen – wobei sie nebenbei den Besen schwingt). Wenn sie etwas Verbotenes tut, schimpft sie mit erhobenem Zeigefinger „DuDu!“ (das hat sie von Oma 😉 ). Sehr begeistert ist sie von der Großbaustelle („Telle“) vor unserem Haus und kommentiert täglich die „Bagga“ (Bagger) und „Männa“ (Männer bzw. Bauarbeiter). Nackte Haut bezeichnet sie als „Peck“ (Speck), weil ich mal spaßeshalber gesagt hab, das sei mein Speck, als sie auf meinen nackten Bauch geprustet hat. Nun fordert sie nachts immer „Peck“ ein, wenn sie an die Brust will *lach*, sehr nett – ich muss jedes Mal schmunzeln. Wenn die Schnecke irgendwo weggeht, wird nun aus eigener Initiative heraus gewunken und „Tüss-Tüss!“ (Tschüss) gesagt.

Wenn die Schnecke sich ärgert, wird sie ein kleiner Wutzwerg. Dann zwickt und beißt sie oder wirft sich auf den Bauch und schlägt absichtlich ihren Kopf auf den Boden. Ich hoffe, diese Eigenschaft flaut noch etwas ab in nächster Zeit, denn die Maus hat schon regelrecht Angst vor den „Angriffen“.

Die Eingewöhnung in der Krippe hat die Schnecke erfolgreich gemeistert – sie bleibt von ca. 8:30 Uhr bis 13 Uhr dort, einschließlich Mittagessen und Mittagsschlaf und wir freuen uns sehr, dass sie bis jetzt gerne hingeht.

Die aktuellen Maße der Schnecke mit eineinhalb Jahren: 82 cm, 10,8 kg und ein Kopfumfang von 48 cm.

Mama ist da. Und da. Und da!

Seit die Schnecke erfolgreich in die Krippe geht, haben wir einen neuen Tagesrhythmus. Der sieht im Normalfall so aus, dass ich morgens nach dem Frühstück die Maus zu Fuß in den Kindergarten bringe, dann von zu Hause arbeite und der Mann die Schnecke zur Krippe fährt und dann weiter zur Arbeit. Mittags gegen 12:45 Uhr hole ich erst die Maus ab, denn der Kindergarten schließt um 13:30 Uhr, dann fahren wir zur Schnecke, die sowieso bis kurz vor eins Mittagsschlaf macht. Um 13:30 Uhr sind wir meist zu Hause und dann beginnt das „flexible Tagesprogramm“. Kein Mittagsschlaf der Schnecke mehr, in dem ich Exklusivzeit für die Maus habe. Bis mein Mann abends heimkommt, sind es rund 5 Stunden, in denen ich beide Kinder gleichzeitig bespaßen muss.

Und mit „bespaßen“ meine ich nicht, daneben sitzen und den beiden beim Spielen zusehen. Der Anteil dessen liegt momentan vielleicht bei 10 Minuten verteilt über den Tag.
Die Kleine weint, sobald ich sie vom Arm absetze oder spätestens, wenn ich kurz aus dem Zimmer gehe. Wenn sie nicht weint, zerstört sie etwas. Bücher, Spielzeug, egal was. Knibbelt Tapeten von der Wand, steigt auf Möbel hoch, räumt Schränke aus. Versucht, die Maus zu beißen. Ich kann sie fast keine Sekunde aus den Augen lassen.
Die Große möchte am liebsten den ganzen Tag Rollenspiele mit mir spielen. Sie kann nicht einfach mal still dasitzen und etwas angucken, malen oder so. Nein, seit sie sprechen kann (und das war gefühlt ab Geburt), spricht sie immer während sie etwas tut. Und erwartet im Normalfall auch, dass man ihr zuhört.

Also was tun? Raus aus der Bude! Am besten auf den Spielplatz. Eine Szene von neulich:
Wir erreichen den Lieblingsspielplatz der Maus. Die Schnecke verkündet, sie möchte als erstes Sandeln. Wir begeben uns zum Sandkasten, setzen uns hin. Noch während ich die Tüte mit dem Zubehör auskippe, steht die Schnecke auf und stapft ans andere Ende des Spielplatzes, wo drei Holz-Tipis stehen. Alleine kann ich sie dort nicht lassen, da in den Zelten immer wirre Stockkonstruktionen von anderen Kindern drin sind und ich Angst habe, dass sie sich ein Auge aussticht. Also saß die Maus eine Weile alleine im Sand und spielte. Dann kam sie an und wollte Schaukeln. In der Babyschaukel, da sie gern freihändig schaukeln möchte, das gehört dort zu ihrer „Geschichte“ dazu. Ich setzte sie also rein, was die Schnecke natürlich prompt mit dem dringenden Bedürfnis, auch reinzusitzen, quittierte. Auf dem Arm wand sie sich wie ein Regenwurm, auf dem Boden abgesetzt wollte sie immer in die Schwungbahn der Schaukel rennen. Beide Optionen suboptimal. Dann kam sie auf die Idee, dem Trampelpfad den Berg hinauf in den Wald hinein zu folgen. Auch hier konnte ich sie nicht alleine lassen. Die Maus folgte uns irgendwann, blieb jedoch auf halber Strecke „stecken“, weil sie sich nicht weitertraute. Ich wollte ihr ein wenig helfen, was wiederum in Riesengeschrei ausartete, da die Schnecke auf gar keinen Fall zurück wollte. Und so weiter und so weiter.

Ich könnte tausende solcher Situationen schildern und sie zermürben mich zunehmend. In letzter Zeit reicht eine winzige Kleinigkeit und ich explodiere wie ein Vulkan. Ich hasse es, wenn ich so bin.

Gestern habe ich dann versucht, ein „klärendes Gespräch“ mit der Maus zu führen. Ich sehe es natürlich, dass sie oft zurückstecken muss und dann eben durch negative Handlungen um meine Aufmerksamkeit buhlt. Ich habe ihr mein Dilemma erklärt und ich denke, sie hat es auch verstanden. Und ich muss mich wieder besser in den Griff kriegen, denn mein Geschrei hilft keinem weiter.

Ein Anfang ist gemacht.

Hilfsangebot

Mittwochabend. Ich bin unterwegs zur Big Band Probe, mein Mann bringt die Kinder ins Bett. Wie immer wird vor dem Lichtausmachen die Schnecke kurz ins Bett der Maus gelegt, damit die beiden sich einen Gute-Nacht-Kuss geben können. Da verkündet die Maus:

„Komm her, kleines Schneckchen. Du darfst heute bei mir schlafen. Ich stille dich auch heute Nacht!“

Hihi. Sie wünscht sich so sehr, dass ihre kleine Schwester endlich bei ihr im Zimmer (bzw. aus ihrer Sicht am liebsten bei ihr im Bett) schläft. Und ich sage halt jedes Mal, dass das erst geht, wenn ich die Schnecke nachts nicht mehr stille…

Ich glaube jedenfalls, das nächste Aufklärungskapitel ist heute fällig… 😉

Liebesbekundungen

Wenn unser Urlaub etwas Positives mit sich gebracht hat, dann die Tatsache, dass die Maus die Schnecke als Person anerkannt hat. Sicher nicht zuletzt weil die Schnecke seit dem letzten Schub nicht mehr so babyhaft ist. So können sie gemeinsam krabbeln, quietschen, über Zeug auf dem Boden klettern, sich gegenseitig die Socken ausziehen und vor allem: gemeinsam über all das lachen.

Vorgestern waren wir dann zu dritt im Bad und die Maus hatte gerade ihr großes Geschäft erledigt. Ich wollte mir beim Rausgehen die Schnecke schnappen – die Maus stoppte mich jedoch beim Hochheben: „Warte, ich will ihr noch einen Kuss geben!“ Ich sie also wieder runtergesetzt und die Maus gab der Schnecke einen dicken Kuss auf die Backe. Und sagte zu ihr: „Ich hab dich lieb!“

Manchmal hat man auf der Toilette halt die besten Einfälle… 😉 Mein Mutterherz hüpft vor Freude. ♥

Abendprogramm Reloaded

Nachdem ich meinen letzten Blog-Eintrag getippt hatte, stand für mich eigentlich schon fest: Ich werde die Maus wieder in den Schlaf begleiten. Etwas anderes lässt mein Bauchgefühl einfach nicht zu.

Gleich drei Mal musste ich diese Woche das Zubettbringen alleine meistern. Aber mal wieder zeigte sich: Wenn man keine Alternative hat, geht es immer irgendwie. Ich legte also die Schnecke an bis die Maus schlief – was immer innerhalb weniger Minuten passierte. Dann ging ich aus dem Zimmer und die Schnecke wurde wieder wach bzw. schlummerte nach dem Stillen nicht weiter, sondern blieb bis zu ihrer normalen Schlafenszeit wach. Dann werden wir es eben eine Weile so machen. So lange die Maus es braucht.

Auch nachts wird sie seit ein paar Tagen wieder wach und will in unser Bett. Das selbe hatten wir ja auch schon für ein paar Wochen nach der Geburt der Schnecke. Und genau wie damals nehmen wir sie einfach zu uns. Ich könnte es einfach nicht übers Herz bringen, sie so „auszugrenzen“ und nicht ins Schlafzimmer zu lassen.

Ich bin mir sicher, dass auch diese Phase vorbeigehen wird. Und außerdem mehr als froh, dass mein Mann nicht nur einverstanden ist mit alldem, sondern es auch von sich aus so machen würde…

Hallo Eifersucht.

Rund ein Jahr lang ist die Maus nun ohne sich zu beschweren alleine in ihrem Bett eingeschlafen. Seit letztem Sommer auch in ihrem Zimmer.

Seit letztem Samstag sind diese Zeiten offenbar passé. 😦 Die Maus beginnt sofort Rotz und Wasser zu heulen, wenn man das Zimmer verlassen will. Setzt man sich zu ihr, schläft sie binnen Minuten ein – an fehlender Müdigkeit kann es also nicht liegen. Sie möchte am liebsten in unser Bett, aber das geht halt nicht.

Auch tagsüber lässt sie immer wieder durchblicken, dass sie eifersüchtig auf die Schnecke ist. Sie sagt Dinge wie dass sie auch so ein kleines Baby ist wie die Schnecke oder „noch viiiel kleiner“. Sie möchte nicht, dass ich mit der Schnecke ins obere Stockwerk zum Wickeln gehe (will aber auch nicht mitgehen). Sie ist mega kuschelig, was ich von ihr gar nicht so kenne.

Ach Mann. Ich weiß wirklich nicht, wie ich reagieren soll. Einerseits will ich nicht, dass die Maus abends weinen muss und die paar Minuten an ihrem Bett kann ich dann auch noch verschmerzen, es wird auch ohne immer viel zu spät. Andererseits will ich keinen Fehler machen und etwas zulassen, was unnötig ist und wieder ewig zum Abgewöhnen braucht. Außerdem weiß ich nicht, wie ich das „wuppen“ soll, wenn ich mit den beiden alleine bin. Denn die Schnecke schläft erst gegen frühestens 21 Uhr ein, sonst ist sie um 5 Uhr top fit. Dass sie aber ruhig im Dunkeln auf meinem Schoß wartet, bis die große Schwester ins Land der Träume driftet, ist sehr unwahrscheinlich…

Morgen werde ich mehr wissen, da muss ich das Abendprogramm alleine erledigen.

Ein zweites Kind – eine gute Idee?

Letztes Jahr zu dieser Zeit war gerade klar: Ich bin schwanger! Und nun liegt dieses kleine Würmchen, das auch schon gar nicht mehr so klein ist, schlummernd auf meinem Arm. Unglaublich.

Dem allem ging aber ein recht langer Entscheidungsprozess voran. Mehrere Monate überlegten wir hin und her, ob unser ursprünglicher Plan – zwei Kinder zu wollen – ein guter ist oder ob wir es bei der Maus belassen sollten. Immerhin war sie zu dem Zeitpunkt knapp zwei Jahre alt und somit „aus dem Gröbsten raus“, ich war wieder im Job angekommen, mein Mann und ich konnten ab und zu wieder Paar sein, und und und.

Zahlreiche Gespräche mit Geschwisterkindern in unserem Freundeskreis folgten. Und eine zufällige Begegnung mit unserem ehemaligen Nachbarn, der vier Kinder hat, mittlerweile aber in Frankreich lebt. Wir erzählten ihm von unseren Zweifeln woraufhin er felsenfest behauptete, mit zweien würde es einfacher werden.
Nun gut. Wenige Tage später hielt ich einen positiven Schwangerschaftstest in der Hand. Ich bin ja sonst wenig „esoterisch“ veranlagt, aber dennoch habe ich das Gefühl, dass all diese Begegnungen im Dezember 2013 irgendwie ihre Bestimmung hatten.

Im Sommer 2014 trafen wir – wieder zufällig – noch einmal selbigen Nachbarn. Er freute sich sichtlich über meinen dicken Bauch und wir eröffneten ihm, dass seine Aussage, es würde einfacher werden mit zwei Kindern, wesentlich zu unserer Entscheidung beigetragen hätte. Daraufhin revidierte er seine Aussage – am Anfang würde es doch eher anstrengender werden… Na prima. 😉

Die ersten Wochen mit zwei Kindern waren hart, das kann ich nicht leugnen. Es hat uns alle verändert – uns Eltern, aber auch die Maus. Sie hatte mit Sicherheit die größten Einschnitte zu verkraften. Aber nun, nach knapp vier Monaten (und auch schon seit einer ganzen Weile), können wir weitestgehend sagen, dass wir uns als Viererteam gefunden und eingespielt haben.

Somit kann ich für uns die Frage, ob ein zweites Kind eine gute Idee ist, ganz klar beantworten: Ja! Eine der besten, die wir je hatten!

Schwesternliebe

Seit ein paar Tagen hat sich die Beziehung zwischen Maus und Schnecke ziemlich geändert. Während die Maus ihre kleine Schwester anfangs fast komplett ignorierte, begann sie vor kurzem, ein bisschen beim „ausgehfein“-machen der Schnecke zu helfen. Erst wollte sie ihr immer die Kapuze aufsetzen, dann den Schnuller in den Mund geben, dann den Gurt der Babyschale festzurren.

Gestern wollte sie dann zum ersten Mal beim Wickeln der Schnecke mit auf dem Wickeltisch sitzen und mir helfen. Socken ausziehen, Windel öffnen, frische Windel anreichen, selbige schließen. Heute wieder. Ich bin begeistert.

Was aber noch viel schöner war: Gestern saß die Maus neben mir, die Schnecke schlummerte auf meinem Arm. Plötzlich küsste die Maus immer wieder den Kopf der Schnecke, rieb vorsichtig mit ihrer Backe den Haar-Flaum und streichelte ihre Hände. Mein Mutterherz schmolz nur so dahin… ♡

Woher der plötzliche Wandel? Das weiß natürlich keiner so genau. Vielleicht hat die Maus sich von der Schnecke „um den Finger wickeln“ lassen. Denn z.B. beim Stillen sieht die Schnecke manchmal die Maus über die Brust hinweg an, setzt ihr breitestes Baby-Grinsen auf, bis die B.rustwarze aus dem Mund rutscht und strahlt dann über beide Backen. Wer kann so einem Anblick widerstehen? 🙂

Große Schwester

Gestern testete ich – wie ich ja bereits geschrieben habe – den neuen Schnuller bei der Schnecke. Beim ersten Versuch weinte sie jedoch, vermutlich weil sie Bauchschmerzen hatte. „Von außen“ sah es aber aus, als würde sie wegen dem Schnuller weinen. Plötzlich sagte die Maus ganz ernst und bestimmt: „Nimm ihn raus, Mama!“ Mit einem bösen Blick dazu… Da schmolz mein Mutterherz schon ein bisschen dahin, dass die Maus als große Schwester ihre kleine Schwester beschützen will! Sehr süß. Ich glaube, da können wir Eltern uns noch warm anziehen, wenn die beiden sich später mal gegen uns verschwören… 😉

Herzschmerz

Schon vor der Geburt der Schnecke schmerzte mich der Gedanke, dass ich meinen Umgang mit der Maus nicht in der Art fortführen können würde wie bisher. Gerade in den letzten Wochen wollte ich ihr daher so nah wie möglich sein, wir haben viel gekuschelt, geschmust und unternommen. Zeit miteinander verbracht.

Die Zeit im Krankenhaus war irgendwie „außen vor“. Die Maus wusste, dass ich ein paar Tage dort bleibe und hatte sich damit arrangiert. Erst als ich wieder zu Hause eintrudelte und hier dauerstillend auf dem Sofa saß, merkte sie – und  auch ich -, wie anders das alles doch werden wird. Ihre Enttäuschung zu spüren, dass mir die Schnecke so nah sein kann und sie nicht, brach mir das Herz.

Der Babyblues tat sein Übriges. Und so stand ich am ersten Abend zu viert daheim am Wickeltisch, um die Maus bettfertig zu machen, und konnte die Tränen einfach nicht mehr zurückhalten. Mein kleines Mäuschen kam mir so riesig vor, wie sie da auf dem Wickeltisch lag, so fremd. Sie fragte, was da für Wasser an meiner Nase tropft und ich konnte nicht mal mehr sprechen, sie nur ganz fest an mich drücken. Sie meinte daraufhin: „Oooh – ich bin ja daaa…“ Was mich nur noch mehr weinen ließ – mein kleines, noch nichtmal dreijähriges Kind muss mich auch noch trösten…

Heute dann der nächste Tiefpunkt. Da mein Mann zum Elternabend musste, kam meine Mutter zur Hilfe vorbei. Während wir Abendbrot aßen, hatte sie die Schnecke auf dem Arm und schäkerte mit ihr. Wieder dieser enttäuschte Blick der Maus, dass nun auch ihre geliebte Oma ihr nicht mehr alleine „gehört“. Dann ging es daran, ins Bett zu gehen. Oma putzte der Maus die Zähne, während ich die Schnecke auf dem Wickeltisch in den Schlafsack steckte. Mittendrin kam die Maus zur Tür herein und begann zu weinen, weil sie auch auf den Wickeltisch wollte. Es war aber kein Quengel-Weinen, sondern richtiges von ganz tief drinnen, ich konnte es nicht ertragen. Also schnell die Schnecke an Oma abgedrückt, obwohl diese schon wieder nach der Brust suchte und das restliche Abendprogramm der Maus selbst erledigt. Wickeln, kuscheln, vorlesen. Alles andere hätte ich nicht übers Herz gebracht. Und im Hinterkopf immer wieder der Gedanke, dass die Schnecke mich ja auch braucht, dass die Maus in der ersten Zeit auch dauernd gestillt wurde, dass ich doch auch an sie denken muss…

Momentan komme ich mit meiner Rolle als Zweifachmutter noch nicht klar. Vielleicht liegt es daran, dass ich ein Einzelkind bin, oder unfähig das zu organisieren. Es wäre einiges in dieser Situation leichter, wenn ich nicht stillen würde. Aber ich bringe es auch nicht übers Herz, die Vorteile des Stillens so ganz außer Acht zu lassen…

Wieso habe ich noch nie ähnliche Klagen von anderen gehört? Ist das auch eines dieser „Elterngeheimnisse“, die man gegenüber anderen „Familienplanenden“ nicht ausplaudert, um sie in die selbe Situation „reinzureiten“? Oder was mache ich falsch? Ich habe jetzt schon Angst vor der Zeit, wo mein Mann wieder arbeiten gehen muss. Nur noch drei Wochen…

II/41+0: Endspurt

So. Nix war’s. Auch die Nacht auf heute hat uns kein Geburtsereignis beschert. Auch egal. Eigentlich ist ab sofort alles entspannt, denn heute Mittag kommt meine Mutter zu uns, da ich nachmittags nochmal zur FÄ zum CTG muss und dann bleibt sie gleich über Nacht, weil wir morgen früh schon um 7:45 Uhr in der Klinik sein sollen zur Einleitung. Sollte es also wider Erwarten heute während des Tages oder in der nächsten Nacht doch noch von selbst losgehen, brauchen wir keinen Stress mehr zu machen, keine Maus-Aufpass-Ressourcen aus dem Bett klingeln, denn alles ist schon im Haus. Puh. Ein kleiner Stein fällt ja schon von meinem Herzen. Einzig ein kleines Gefühlschaos schnürte mir heute Morgen die Kehle zu. Nämlich als ich morgens zur Maus ins Bett kroch, um sie wachzukuscheln. Ein letztes Mal so als mein einziges Kind – da musste ich schon ein bisschen mit den Tränen kämpfen. Auch jetzt. Ich hoffe so sehr, dass ich es weiterhin schaffe, der Maus gerecht zu werden – auch mit Baby.

Im Übrigen sind auch die letzten beiden Datumstipps – von Daniela und Märchenkönigin – verstrichen. Tjaaaa, leider wieder kein Sieger. Aber hey – was soll’s!

Ich werde nun nach einigen Überlegungen einen „faulen Vormittag“ vor dem PC und der Glotze verbringen, denn so schnell werd ich das wohl nicht mehr machen können…

Regentage

Gestern war einer dieser Tage, an denen es bei uns regnete. Ein bisschen draußen, aber noch viel mehr drinnen…

Alles hatte damit begonnen, dass wir samstags auf einer Geburtstagsfeier eingeladen waren. Mein Mann wollte die Maus dorthin mitnehmen – ich nicht. Mir schwebte vor, ein allerletztes Mal vor der Geburt so richtig auszuschlafen. Ohne nächtliche „Rufbereitschaft“ und ohne morgendliches Aufstehen, um die Maus fertig zu machen und dann ggf. nochmal für ein Stündchen im Halbschlaf im Bett zu liegen. Denn mehr ist es selten, wenn ich „ausschlafen“ darf, da die Maus sich ja seit geraumer Zeit von meinem Mann nicht aus dem Bett holen lässt. Und nicht ins Bett bringen. Und und und.

Mir zuliebe stimmte er dann zu, dass die Maus von Samstag auf Sonntag bei meiner Mutter verbringen darf. Wir gaben ein bestens gelauntes Kind ab, verbrachten einen tollen Abend auf dem Geburtstag, schliefen schön aus, bauten sogar noch das Babybett wieder zum Beistellbett um und machten uns dann auf den Weg, die Maus wieder abzuholen.

Schon bei unserer Ankunft begrüßte sie nur mich. Und das zog sich dann auch den restlichen Tag so hin. Was auch immer mein Mann mit ihr tun wollte, stieß auf Ablehnung. Sie klammerte regelrecht an mir, wurde unruhig, wenn ich nicht zu sehen war – wer weiß, was sie sich bei ihrem Übernachtungsbesuch von der lieben Verwandtschaft alles anhören musste zum Thema Geschwisterchen und was nun in ihrem Kopf vorging. Es gipfelte jedenfalls darin, dass die Maus meinem Mann mehrfach wortwörtlich ins Gesicht sagte, dass sie dies oder jenes „nicht mit Papa“ machen wolle und lieber vor der Toilette stand und alle 5 Sekunden fragte, ob ich fertig sei, anstatt mit ihm zu spielen. Als ich dann ins Wohnzimmer zurückkam, war mein Mann weg. Erst vermutete ich ihn auf der anderen Toilette, nach einiger Zeit war mir aber klar, dass er sich „verkrümelt“ hatte und schmollte. Einerseits verständlich, dass er verletzt war, andererseits für die Maus nicht realisierbar. Ich glaube, er wartete darauf, dass sie nach ihm ruft oder ihn unten im Zimmer vermisst oder so. Tat sie natürlich nicht – die Maus und ich sind ja an 5 von 7 Tagen alleine im Wohnzimmer, da ist sie das gewöhnt. Also noch mehr Enttäuschung.

Als wir dann ins Bett gingen, gab ein Wort das andere. Wir redeten und redeten, jeder äußerte seine Sorgen und Bedenken. Er fürchtet, dass er mich nach der Geburt des Babys trotz Elternzeit nicht entlasten kann, weil die Maus es nicht zulässt. Und ich fühle mich einfach nur schuldig, dass ich nichts tun kann, um seine Tochter an ihn „heranzuführen“. Es war auch viel unnützes Gerede dabei, so dass ich gar nicht mehr aufhören konnte, zu weinen, was ihm wiederum leid tat, was mir wiederum leid tat, …

Ich hoffe, die Gewitterwolken ziehen schnell weiter.

Gefühlschaos-Mäuschen

Gestern war einer dieser Tage, die mich doch sehr zum Nachdenken bringen. Mein Mann, die Maus und ich saßen auf dem Sofa mit einem großen Stapel Babykleidung, der frisch gewaschen war und den ich zusammenfalten wollte. Nebenbei schauten wir alle drei die kleinen Klamöttchen an und schwelgten in Erinnerungen – wann hatte die Maus dies an, wer hat ihr das geschenkt. Die Maus wühlte sich recht begeistert durch die Sachen – sie hatte sie ja auch schon mehrfach zuvor gesehen, als wir gemeinsam in den Kartons auf dem Dachboden gestöbert hatten. Plötzlich warf sie sich rückwärts aufs Sofa und fing bitterlich an zu weinen. Ich dachte erst, sie hätte sich irgendwo weh getan, bis wir feststellten, dass es etwas anderes sein musste. Wir versuchten minutenlang, sie zu trösten, was aber nur sehr langsam möglich war.

Mein armes, kleines Mäuschen. Irgendetwas geht da in ihrem Köpfchen vor. Sie kann oder will es nicht aussprechen, auch wenn man danach fragt, ob sie traurig sei oder vor etwas Angst oder Sorge habe. Aber sie ist ja auch noch so klein, da muss man seine Gefühle noch nicht zuordnen können… Wie sagte schon die Leiterin des Geschwisterkurses: Wenn ein zweites Kind kommt, hat die schwierigste Aufgabe überhaupt das erste Kind.

Große Schwester

Gestern hat die Maus einen Geschwisterkurs in einem der Krankenhäuser bei uns in der Nähe besucht. Unsere Absicht war weniger, dass sie wirklich lernt, wie man das Baby trägt oder wickelt, sondern dass sie merkt, jetzt wird es langsam „ernst“. Ich hatte auch bewusst diesen Kurs gewählt, weil er für Kinder von 2 – 4,5 Jahre gedacht war. In dem anderen KH wird der Kurs nämlich für 3 – 5jährige angeboten – da wäre eine Teilnahme für uns gar nicht möglich oder wahrscheinlich auch weniger sinnvoll gewesen.

Jedenfalls waren wir (nach anfänglichem Gezeter, weil die Maus lieber aus den dort ausliegenden Büchern vorgelesen haben wollte) sehr angetan, wie aufmerksam sie dabei war, als es ans Waschen bzw. Baden der Babypuppen ging. Sie setzte sich auch gleich zu Beginn zur Kursleiterin auf die Matte und schaute aus nächster Nähe zu bzw. stellte Fragen. Besonders angetan war die Maus auch, als die Kursleiterin einige Lieder anstimmte und sang lautstark mit. Zum Schluss wurden sogar verschiedene Rhythmusinstrumente ausgepackt – das war dann sowieso das Highlight des Tages für sie. Nach gut eineinhalb Stunden fuhren wir dann vergnügt nach Hause.

Dort folgte dann UNSER Highlight des Tages. Im Briefkasten lag das hier:

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Tatsächlich eine Zusage für unseren favorisierten Kindergarten! Und dann auch noch ab Januar – das ist perfekt! Viel früher hätten wir gar keinen Wechsel gewollt, da die Maus ja mit dem Geschwisterchen im Herbst so viele Veränderungen zu verkraften hat, dass wir ihr das nicht auch noch zumuten wollten. Wir sind so glücklich! 🙂

II/24+1: Sommer

Es scheint einfach Pflichtprogramm zu seine – eine Hitzewelle während meiner Schwangerschaft. Ich gehöre nicht zu denen, die den ganzen Frühling über gejammert haben, dass es zu kalt ist. Von daher steht es mir auch zu, mich zu beschweren, dass es nun so heißt ist. 😉

Pfingsten haben wir auswärts verbracht in einem kleinen Städtchen, in dem wir dann alle möglichen Museen und Attraktionen angeschaut und in einer tollen Ferienwohnung gewohnt haben. Heiß war es trotzdem. Eigentlich zu heiß, um irgendetwas draußen zu machen. Aber wir haben das bestmögliche aus dem Ausflug gemacht und er war schön. (Bis auf die Tatsache, dass die arme Maus bei der Hinfahrt zwei Minuten bevor wir unsere Unterkunft erreichten im Auto spucken musste…)

Auf jeden Fall habe ich nun die 100 cm Marke beim Bauchumfang geknackt – ob durch das Baby im Bauch oder durch das leckere Essen im Kurzurlaub kann ich gar nicht sagen, hihi. Bauchbilder gibt’s auch neue – auf denen sieht der Bauch jedenfalls nicht so imposant aus, wie er sich anfühlt. 😉 Schlafen geht seit längerem nur noch mit Stillkissen. Und auch damit sind die Nächte nicht immer erholsam, heute Morgen zum Beispiel konnte ich meinen rechten Arm vor Schmerzen im Ellbogen kaum noch strecken, da ich so komisch draufgelegen war, um irgendeine einigermaßen bequeme Position für den Bauch zu finden.

Für Anfang August haben wir uns drei für einen Geschwisterkurs angemeldet, damit die Maus ein bisschen Vorbereitung auf ihre Schwester hat. Natürlich nicht, um wirklich das Handling mit dem Baby zu lernen, sondern einfach, damit sie so langsam an die Situation herangeführt wird. Der Kurs ist ab 2 Jahren buchbar – bis August ist die Maus ja fast 3, da hoffe ich, dass ihr der Inhalt des Kurses ein bisschen Spaß machen wird.

II/11+6: Ein Geschwisterchen

Gestern war es soweit – wir haben der Maus erzählt, dass sie ein Geschwisterchen bekommt. Wir waren so aufgeregt, wie sie es aufnehmen würde. Dann haben wir ihr die Situation erklärt und ihr das Ultraschallbild von letzter Woche gezeigt, sozusagen „ein Foto“ von dem Geschwisterchen. Ob die Maus wirklich verstanden hat, was da vor sich geht, wissen wir nicht. Aber ein wenig beschäftigt hat sie die Sache dann im Laufe des Tages doch. Wir hatten ihr nach der „Verkündung“ ein neues Buch passend zum Thema geschenkt, „Conni und das neue Baby“, und dieses wollte sie dann mehrfach vorgelesen bekommen. Jetzt bin ich gespannt, wie sie in den nächsten Tagen reagieren wird, wenn wir es unseren Eltern sagen.

Demnächst ist es dann auch soweit, dass ich zumindest zu Hause Umstandshosen anziehen werde, denn der Bauch fühlt sich zunehmend gestört von Hosenbund und Co. Habe mir extra noch eine neue Joggingumstandshose bestellt, da die vom letzten Mal doch sehr gelitten hat (der Saum unten ist total runtergetreten) und es eh unkomplizierter ist, wenn man mehrere davon hat.

Joa. Ansonsten gibt es wieder neue Bauchbilder, denn morgen beginnt die 13. SSW. Wow, ganz nebenbei.