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Die Sache mit der Zahnfee

Der Tag, an dem der Maus ihr erster Milchzahn ausfiel, ist mir einen eigenen Blogbeitrag wert, denn es war ein „ganz besonderer“ Tag…

Es fing alles bei der Zahnärztin an. Wir verließen die Praxis mit einer leicht verstörten Maus und dem frisch „herausgewackelten“ Zahn in einer wubderschönen roten China-Plastikschatztruhe. Damit ihm auch ja nix passiert, verwahrte ich diesen Schatz in meiner Handtasche.

Als wir daheim angekommen waren, wollte die Maus die Truhe samt Zahn direkt beim Aussteigen aus dem Auto haben, um ihre Trophäe direkt de Schnecke und der Tante, die in der Zwischenzeit auf die Schnecke aufgepasst hatte, zu präsentieren. Ich gab ihr also die Schachtel und sie marschierte die Treppe zur Haustür hinauf. Ich schloss die Tür auf und die Maus rannte hinein und öffnete mit den stolzen Worten „Schaut mal, was ich hier habe!“ die Schatzkiste. Sie war leer.

Mir blieb das Herz stehen. Irgendwo auf den 10 Metern vom Auto bis zum Wohnzimmer musste dieser 5 mm große Zahn sein! Unter lautstarkem Geheul der Maus suchte ich im Schweiße meines Angesichts jede Ritze zwischen den Treppen ab, fand zwar auf der Fußmatte einen Stein, der genau wie ihr Zahn aussah, aber leider nicht den echten Zahn.

Kurz vor dem Verzweifeln kam mir die Idee, mal in meiner Handtasche zu suchen. Und was soll ich sagen? Er war aus der „tollen“ Schatztruhe herausgerutscht uns hatte mir die ganze Zeit beim Suchen zugeguckt. Was für eine Erleichterung!

Aber das war nicht das Ende der Geschichte. Denn nun begann das eigentliche Zeremonium, auf das zahlreiche Kinderbücher im Laufe der Jahre (unnötigerweise) hingewirkt hatten: die Sache mit der Zahnfee!

Natürlich hatte die vorausschauende Mutter bereits eine Kleinigkeit besorgt, um es dann im Fall der Fälle parat zu haben. Aber die Maus wäre nicht die Maus, wenn das alles „einfach so“ über die Bühne gegangen wäre.

Je später der Abend wurde, umso unruhiger wurde sie. Sie begann, bittere Tränen zu weinen, weil sie ihren schönen Zahn nicht an die Zahnfee abgeben wollte. Alle Bemühungen meinerseits, sie zu beruhigen oder zu behaupten, dass diese den Zahn gar nicht mitnimmt, sondern nur anschaut, liefen ins Leere. Ich war wirklich kurz davor, ihr zu sagen, dass das alles Lug und Trug ist, es keine Zahnfee gibt, keinen Weihnachtsmann und den Osterhasen sowieso nicht. Aber ich verkniff es mir.

Schon während dem Zähneputzen bat mich die Maus dann inständig, ihr zu versprechen, dass ich nicht die Zahnfee bin. Beim ersten Mal versuchte ich noch, darüber hinwegzusehen, aber auch an der Bettkante rang sie mir mehrfach dieses Versprechen ab. Und nein – nicht nur mir, sondern auch meinem Mann – diesen hatte ich mir in dem Moment nämlich als „Backup-Zahnfee“ auserkoren. Aber: versprochen ist versprochen. Und so diskutierten mein Mann und ich noch lange hin und her, was wir machen sollen, ob überhaupt, ob die Maus trauriger wäre über die Wahrheit oder über die Lüge. Mann Mann Mann.

Ich entschied mich dann dazu, ihr selbst einen Brief zu schreiben, wie stolz wir auf sie sind, dass sie ihre Zähne so toll putzt und wie tapfer sie beim Zahnarzt war, blablabla. Dann bastelte ich noch ein Pappding drumherum, klemmte das Geschenk, das eigentlich die Zahnfee gebracht hätte dran und legte es ins Zimmer der Maus während sie schlief.

Es wurde die schlimmste Nacht seit – ja, ich würde fast sagen seit Geburt unserer Kinder. Die Maus rief ab Mitternacht im Halbestundentakt nach mir. Sie hatte Angst vor der Zahnfee, Angst dass sie den Zahn nie wieder sieht, Angst dass die Zahnfee nicht kommt. Alles im Wechsel. Nachdem ich 7 Mal rübergegangen war, blieb ich bei ihr liegen und wir schliefen noch drei oder vier unruhige Stunden nebeneinander.

Mein armes Kind. Das alles wegen der doofen Zahnfee, die wir völlig unfreiwillig in unser Leben lassen mussten.

Der nächste Morgen startete natürlich mit einer Enttäuschung, da klar wurde, dass es wohl keine Zahnfee gibt. Da tröstete auch unser Geschenk nicht mehr. Nur die Tatsache, dass sie ihren Zahn behalten durfte, hellte die Stimmung ein wenig auf.

Beim zweiten Zahn schwiegen wir das Thema Zahnfee tot. Er fiel aus, wurde allen stolz gezeigt und landete in der Zahndose. Aber nicht in der aus Plastik… ;-)

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Bleibender Mauszahn Nr. 1 und 2

Dieses Update ist längst überfällig – aber da ich die Grafik mit dem Milchzahngebiss erstmal auf eine für bleibende Zähne „umbasteln“ musste, hat es mal wieder länger gedauert. Aber jetzt! Jetzt sind wir gerüstet für die nächsten Jahre!

Natürlich startete auch die Sache mit den bleibenden Zähnen der Maus nicht bilderbuchmäßig. Es zeichnete sich schon bald ab, dass die beiden unteren bleibenden Schneidezähne hinter den Milchzähnen herauswachsen würden anstatt untendrunter. Somit hatte die Maus zur Einschulung zwar einen Wackelzahn – die gewünschte Zahnlücke ließ aber auf sich warten.

Mittlerweile weiß ich, dass es nicht ungewöhnlich ist, dass die Zähne in zweiter Reihe herauswachsen – aber wie bei allem was man noch nicht „durch hat“, war es erstmal Neuland. Auch wenn mein Bauchgefühl mir sagte, dass das schon so passt, nervten mich meine Familienangehörigen so lange, bis ich mich verunsichern ließ und doch einen Zahnarzttermin vereinbarte.

Die Zahnärztin bestätigte mir, dass alles im grünen Bereich sei und wir dem Zahn noch ein paar Wochen Zeit geben könnten, von alleine auszufallen. Im selben Atemzug bot sie der Maus jedoch an, den Zahn mit ihr gemeinsam „herauszuwackeln“. Das klingt auf jeden Fall besser als ziehen und so sprang die Maus zu meiner großen Verwunderung sofort auf dieses Angebot an. Vermutlich, weil sie endlich eine Zahnlücke haben wollte…

Nun ja. Auch wenn der Zahn nur noch an einem Eckchen festsaß, war es natürlich etwas unangenehm, trotz aufgetupfter Betäubung. Die Maus nahm es zwar tapfer hin, aber als dann der zweite Zahn wieder hinter dem Milchzahn herauskam, war klar, dass wir ihm die Zeit zum Ausfallen geben, die er braucht.

Und er brauchte viiiiel Zeit. Denn die Maus benutzte ihn nicht mehr und wackelte auch nicht mit der Zunge daran herum. Schonhaltung. Nachdem er mehrere Tage unter großem Trara und vielen Tränen am seidenen Faden durch die Welt getragen wurde, fiel er an einem Abend quasi vom Atemhauch angetrieben einfach aus. Plopp. Große Erleichterung und Freude bei allen Beteiligten.

Zum Thema Zahnfee schreibe ich einen separaten Beitrag, das würde hier sonst zu viel Text werden.

Nun warten wir jedenfalls auf die nächsten Übeltäter. Die beiden oberen vorderen Schneidezähne wackeln schon ein bisschen. Aber es wird vermutlich noch ein halbes Jahr dauern, bis es ernst wird. Mal sehen!

Pülverchen

*** Dieser Beitrag ist keine medizinische Beratung, sondern nur ein Erfahrungsbericht! ***

Heute wird es… etwas unschön. Aber es muss einfach raus. Schon seit Monaten bastle ich in meinem Kopf immer wieder an diesem Beitrag, denn er ist mir so, so wichtig. Ich möchte, dass Hilfesuchende vielleicht hier landen und ihrem Kind einen langen Leidensweg ersparen können. Denn – was ich nicht wusste und womöglich manch anderem auch nicht bekannt sein dürfte: auch Kleinkinder können unter Verstopfung leiden! Und damit meine ich nicht, dass das Kind nach einer österlichen Schokoladenorgie einen Tag Schwierigkeiten mit dem Stuhlgang hat, sondern dauerhaft. Verbunden mit fiesen Schmerzen, vielen Tränen und Unterdrücken des Stuhlgangs. Was wieder zu stärkerer Verstopfung führt und wiederum zu noch größeren Schmerzen. Ein Teufelskreis.

Die Schnecke hatte von Geburt an einen Hang zur Verstopfung. Oder zumindest eine etwas „lahme“ Verdauung. Ich erkannte den Zusammenhang zu diesem Zeitpunkt noch nicht, wohl aber merkte ich, dass einiges bei ihr anders lief als z.B. bei der Maus. Und zwar hatte die Maus direkt nach jeder Mahlzeit – tags oder nachts – die Windel voll mit Stuhlgang. Die Schnecke meist nur ein oder zwei Mal am Tag, nachts nie. (Beide Kinder habe ich über 4 Monate voll gestillt, die Schnecke sogar erst nach 2 Jahren abgestillt – daran kann es also nicht liegen.)

Auch schaffte es die Schnecke z.B. nicht, in der Babyschale sitzend ihr großes Geschäft zu verrichten. Dies erkannte ich jedoch erst, als die Lage schon sehr fortgeschritten war. Die Schnecke schrie an diesem Tag das ganze Auto zusammen (was zunächst für sie nicht ungewöhnlich war, da sie Autofahren nicht mochte) und begann dann, kurz vor unserem Haus, wie verrückt zu drücken und rot anzulaufen. Ich rannte mit ihr ins Haus, legte sie noch im Flur auf den Boden und riss ihr die Kleider vom Leib – denn so langsam dämmerte mir, dass etwas mit dem Stuhlgang nicht stimmen könnte. Und tatsächlich – obwohl sie mit aller Kraft presste, schaffte sie es nicht, sich der Sache zu entledigen, weil alles so hart und verdickt war. Wir quälten uns gemeinsam unendliche Minuten, bis das arme Würmchen es doch geschafft hatte. Von diesem traumatischen Erlebnis trug sie nicht nur eine Fissur davon, sondern entwickelte auch ein Vermeidungsverhalten, das uns noch viele schlimme Stunden bescherte. Mein armes Schneckchen. Wenn ich an diese Zeit zurückdenke, wird mir ganz anders.

Natürlich ging ich mit der Schnecke daraufhin zum Kinderarzt. Dort wurde uns zunächst nahegelegt, mehr zu trinken zu geben, Apfelsaft zu verabreichen und noch mehr auf eine ausgewogene Ernährung zu achten. Wir quälten uns daraufhin weitere Tage und Wochen, in der Hoffnung, es würde sich Besserung einstellen. Stuhlgang war quasi nur möglich, wenn sie keine Windel trug – denn diese genügte, um den „Weg zu versperren“ – und nur wenn ich dabei war. Mit allen anderen hielt sie ein und weinte noch bitterer als wenn sie es bei mir versuchte. Der Anblick brach mir und allen anderen Anwesenden das Herz.

Irgendwann war mir klar, dass wir es „nur“ mit den auferlegten Tipps des Arztes nicht schaffen würden. Wir gingen also erneut hin und bekamen ein Abführmittel verschrieben, das die Schnecke ab diesem Tag dauerhaft nehmen sollte. Dieses Mittel, so versicherte man uns, müssten viele Kleinkinder nehmen, manche über Jahre, und es sei gut verträglich. Der Wirkstoff sorgt dafür, dass der Stuhlgang so weich wird, dass er nicht eingehalten werden kann. Dadurch wird das durch die Angst vor den Schmerzen antrainierte Zurückhalten wieder abgewöhnt bis alles wieder von alleine funtioniert.

Fortan war unser „Pülverchen“ für eineinhalb Jahre unser Dauerbegleiter. Mit dem Pulver klappte es super, beim Versuch es abzusetzen gab es aber Höhen und Tiefen. Ein Lernprozess.

So mussten wir z.B. feststellen, dass (nicht selbstgekochtes) Essen im Urlaub eine Herausforderung für die Verdauung der Schnecke ist. Der erste Urlaub als wir das Pulver fast schon komplett abgesetzt hatten führte zu einer mega Verstopfung, die uns um Monate zurückwarf. Erst im Laufe der Zeit stellte ich fest, dass ein ganz einfaches Mittel – zumindest bei der Schnecke – Wunder bewirkt: ein Fruchtbrei pro Urlaubstag (egal ob der im Becher oder im Quetschbeutel) und alles ist in bester Ordnung!

Kurz vor dem 3. Geburtstag der Schnecke setzten wir das Medikament dann endgültig ab. Die Schnecke war zu der Zeit windelfrei geworden und seitdem klappte alles problemlos.

Erst während unserer Pülverchen-Zeit und auch danach lernte ich Eltern kennen, die diese Thematik auch kannten, ebenfalls ihren Kleinkindern jahrelang eine solche Medizin geben mussten oder verzweifelt von ihren Sorgen erzählten und ebenso verwundert wie ich damals waren, dass dieses Problem kein Einzelfall ist.

Daher: Wenn euer Baby Stress mit dem Stuhlgang hat – scheut euch nicht, zum Arzt zu gehen! Schildert deutlich, wie sich das auswirkt, damit die Situation nicht unterschätzt wird und das Kind sich nicht länger als nötig quälen muss! Und: Auch wenn es seine Zeit braucht – alles wird gut, ihr seid nicht allein mit dem Problem!

Na Logo!

Neulich fiel mir auf, dass ich hier noch gar nichts über den Besuch der Maus bei der Logopädin berichtet habe. Klar, ich hab einiges nicht verbloggt, was in den letzten Monaten passiert ist, aber zu diesem Thema möchte ich gerne ein paar Dinge aufschreiben, damit ich sie mir später mal wieder in Erinnerung rufen kann.

Mit dem Thema Lispeln wurden wir eigentlich erst bei der U9, also kurz nach dem 5. Geburtstag der Maus, konfrontiert. Mir war natürlich auch davor schon bewusst, dass sie lispelt, aber eigentlich war ich überzeugt davon, dass sich dies von alleine geben würde. Spätestens mit dem Zahnwechsel. So liest man es ja gerne und so sagte es mir auch mein Bauchgefühl.

Nun waren wir also zur U9 bei unserer sehr netten Kinderärztin, die wir obendrein auch noch „als Mutter“ aus dem Kindergarten kennen und sie empfahl uns, höchstens noch drei Monate abzuwarten, dann aber zur Logopädie zu gehen, falls sich ohne Einschreiten keine Verbesserung zeigen würden. Eigentlich überraschte mich das, denn ich hätte eher damit gerechnet, auf die mangelhafte Grobmotorik der Maus angesprochen zu werden, als auf ihr dezentes Lispeln.

Innerlich sträubte ich mich auch direkt gegen die Logopädie, da ich es – ähnlich wie das Thema Zahnspange – für eine Modeerscheinung halte. Zudem hatte ich Angst, die Maus könnte denken, etwas sei mit ihr nicht in Ordnung. Und da sie sich durchaus darüber bewusst ist, dass sie Gleichaltrigen körperlich unterlegen ist, wollte ich verhindern, dass die Sprache – ihre „Schokoladenseite“ – auch noch kritisiert wird.

Dann brachte die Kinderärztin aber das Argument ein, das bei mir zog: Sollte es sich doch nicht von alleine geben, müsste man die Logo-Termine zu einem Zeitpunkt absolvieren, in dem das Kind schon zur Schule geht und dies sei dann ein zusätzlicher zeitlicher und psychischer Stressfaktor.

Also starteten wir nach den Sommerferien mit einem 10er-Rezept bei einer Logopädin, bei der es der Maus auch echt Spaß machte. Die Treffen waren zunächst wöchentlich, schon bald aber nur noch alle 2 oder 3 Wochen, weil die Maus rasch große Fortschritte machte. Am Ende des sechsten Termins lobte die Logopädin die Maus im Gespräch mit mir, dass sie ja nun gar nicht mehr lispeln würde. Daraufhin musste ich ihr allerdings „den Zahn ziehen“, denn die Maus sprach ab Verlassen der Logopädie wie gewohnt, nur beim Üben oder eben bei der Logopädin selbst ließ sie die Zunge verschwinden.

Und dann zeigte mir die Maus ein Mal mehr, warum sie „irgendwie anders“ tickt als andere. Sie hatte das Gespräch mitgehört, obwohl sie abseits mit der Schnecke spielte und lispelte ab dem Tag nicht mehr. Kein einziges Mal. Ich kann mich schon gar nicht mehr dran erinnern, wie ihre Sprechweise vor einem halben Jahr noch klang. Wir kamen also noch zu einem 7. Termin, aber da war klar, dass sich das Problem für uns erledigt hat.

Die Maus. So ist sie halt.

Ihr wollt ein Zeichen? Ihr kriegt ein Zeichen!

In meinem Ausblick aufs Neue Jahr habe ich bereits erwähnt, dass die Frage auf uns zukommen würde, ob wir die Maus vorzeitig – also als „Kann-Kind“ – einschulen lassen wollen. 

Wir wohnen ja in Baden-Württemberg, wo alle Kinder, die bis zum 30.9. geboren sind, schulpflichtig werden. Die Maus ist also gut einen Monat über diesen Termin drüber. Manche werden an dieser Stelle die Hände über dem Kopf zusammenschlagen und rufen: „Lasst dem Kind seine Kindheit!“ Aber so einfach ist das nicht. 

Seit jeher ist die Maus im kognitiven Bereich Gleichaltrigen weit voraus. Und gleichzeitig im motorischen sowie sozialen Bereich Gleichaltrigen weit hintenher. Sie ist also leider kein „Standardkind“, das ohne Probleme „eingetütet“ werden kann. Ihre Kindergartenfreundinnen sind ausschließlich „Große“, die im Sommer gehen. Und genau das bricht mir das Herz. 

Wir haben Angst, dass sie nach den Sommerferien nicht mehr in den Kindergarten will. Schon jetzt sind Tage, an denen keine ihrer beiden Freundinnen da ist, schwierig. Wie mag es dann bloß werden, wenn sie gänzlich weg sind? Dazu kommt, dass die Maus auch im Kindergarten die letzten 2 Jahre mit den Älteren mitgelaufen ist – sie passt einfach nicht nur von ihrer Körpergröße her, sondern durchaus auch von den Interessen viel besser zu den Großen.

Ich kürze das Ganze nun aber ab. Samstag war in unserer Schule Tag der offenen Tür. Ich hoffte so sehr, auf ein „Zeichen“, auf eine Entscheidungshilfe. Und was soll ich sagen? Es regnete Zeichen! 
Während des Begrüßungsprogramms stand die Maus plötzlich vor mir und streckte sich mir entgegen: „Arm! Mama Arm!“ Auch in den Klassenzimmern, in denen es Mitmachangebote gab, hielt sich ihr Interesse in Grenzen. Sie malte und bastelte pro forma ein bisschen, Begeisterung sieht aber anders aus. Zudem trafen wir zwei ehemalige Kindergartenmütter, die uns von ihren Erfahrungen mit ihren Kann-Kindern berichteten. Und wir bekamen ein paar interessante Informationen über die Grundschulförderklasse. 

Abends diskutierten mein Mann und ich dann unsere Sichtweisen und Erkenntnisse. Obwohl wir beide ursprünglich eher zur früheren Einschulung tendiert hatten, waren wir uns einig: lieber nicht. Wir fragten heute noch die Maus, ob unsere Entscheidung ihrem Sinne sei und sie schien durchaus froh, fast schon erleichtert zu sein.

Nun müssen wir alle Bremsen wieder anziehen, im Kindergarten, in der Schule. Und hoffen, dass der Übergang ins neue Kindergartenjahr nicht allzu hart wird. Vielleicht bleibt ja noch jemand anderes „übrig“, mit dem sie sich gut versteht…

Rückblick 2016 und Ausblick 2017

Der Countdown läuft, bald haben wir 2017! Höchste Zeit für ein Resümee über das laufende Jahr, das bei mir hauptsächlich von Erschöpfung geprägt war – aber immerhin ohne persönliche Katastrophen, ich will ja nicht alles schwarz malen!

Zunächst einige Fakten über meinen Blog:

  • Rund 33.000 Aufrufe verzeichnete mein Blog im Jahr 2016, das ist erstaunlich viel dafür, dass ich mich hier so rar gemacht habe.
  • 30 Beiträge hab ich mit diesem hier nämlich nur geschrieben. Ganz schön mau. Es hätte so viel mehr zu schreiben gegeben, aber nach Arbeit und Alltag mit meinen beiden Mädels fehlte mir abends jegliche Motivation und Muse zum Bloggen…
  • Der beliebteste Artikel aus dem Jahr 2016 war der über die „Familienbande“ (als einziger in den Top 10 der aufgerufenen Beiträge). Heute Abend vermutlich wieder aktueller denn je… :-) Platz 1 belegt mal wieder der „75-Wochen-Schub“ der Maus von 2013 – der scheint wohl der absolute Höllen-Schub zu sein… ;-) Dicht dahinter liegen auch in diesem Jahr die „Bauchbilder„. Eigentlich wollte ich dort dieses Jahr ein finales Bild hochladen, um die Galerie zu komplettieren, aber auch das hab ich nicht hinbekommen. 2017 dann vielleicht…
  • Neben den Top-Aufrufern aus Deutschland bzw. dem deutschsprachigen Ausland fällt dieses Jahr Italien auf – die Anzahl der Aufrufe hat sich im Vergleich zum Vorjahr verfünffacht (rund 400 Aufrufe), obwohl ja die Tendenz insgesamt rückläufig war. Daher geht mein diesjähriger Silvestergruß an Italien – mille grazie! :-)
  • Auch dieses Jahr möchte ich auf die Suchanfragen eingehen, auch wenn sie natürlich weit nicht mehr so ausgiebig gelistet sind wie früher (über 12.000 kamen nur verschlüsselt). Ich liebe es nachvollziehen zu können, wie meine „Besucher“ hier gelandet sind.
  • Die meisten kamen jedenfalls, weil sie nach „Schwangerschaftstest“ suchten. Der Begriff taucht hier öfter auf, da kann ich keinen Beitrag für eine Verlinkung auswählen. Auch dieses Jahr wurde sehr oft nach einer Strickanleitung für einen Babyschal gesucht, ebenso nach der „Windelschnecke“ – vielleicht sollte ich öfter Anleitungen für Handarbeit oder Basteln veröffentlichen! :-)
    Ein paar Fragen, die immer wieder auftauchen:

    • Nackenfaltenmessung / Chorionzottenbiopsie:
      Was haben wir da bei der Maus durchgemacht… Ihre Nackenfalte wurde damals auf über 5 mm vermessen – normal sind um die 2 mm. Sie ist ein „ganz normales“ Kind geworden, trotz des Extremwertes. Vielleicht gibt es denjenigen ein bisschen Hoffnung, die mit einer solchen Anfrage hier in meinem Blog landen…
    • Schwangerschaftstest schwache Linie / MHD abgelaufen:
      Mein Test bei der Schnecke war über ein Jahr abgelaufen und die zweite Linie kaum sichtbar. Und ich war sowas von schwanger! :-) Eine zweite Linie ist eine zweite Linie (zumindest für den Augenblick)…

    Dann noch: „Karussel fahren in der 37. SSW“? – Nein! Ich nicht, auf keinen Fall! Auch nicht unschwanger! :-)))
    Und zu guter Letzte meine Lieblingsanfrage: „Pünktlich wie die Eieruhr“. Ahja. Dazu kann ich sagen, dass ich das früher immer war, aber spätestens seit ich zwei Kinder zum Verlassen des Hauses bewegen muss, hinke ich meistens (mindestens) ein paar Minuten hinterher… ;-)

  • Dieses Jahr gab es analog zu den wenigen Beiträgen meinerseits auch wenige Kommentare von Lesern. Wer mehr als einen meiner Posts kommentiert hat, wird heute also namentlich erwähnt! :-) Danke Andrea Krapf und Zuckerkind für eure Worte! Aber natürlich auch allen anderen, die sich die Mühe gemacht haben, mir zu schreiben (und ich weiß aus eigener Erfahrung, wie bequem es ist, nicht zu kommentieren, obwohl man was zu sagen hätte…)!
  • Alles weitere zur Statistik findet ihr im WordPress-Jahresrückblick! [Edit: Mann, WordPress, da habt ihr mich aber schwer im Stich gelassen! War es dieses Jahr zu viel Aufwand, den Rückblick zu erstellen…?]

Mein persönliches Fazit für das Jahr 2016:

  • Ein Jahr im Alltagstrott, Arbeit, Krippe, Kindergarten, Freizeitprogramm. Alle waren oft krank oder sonstwie gehandicapped, was sehr an den Nerven gezehrt hat. Seit Monaten halten wir „Sicherheitsabstand“, weil ständig einer Bazillen verschleudert, unsere einst monatlichen Paartage kann ich an einer Hand abzählen – was sich leider auch im Zustand unserer Beziehung widerspiegelt. Es muss wieder besser werden!
  • Die Maus ist mittlerweile ein „alter Hase“ im Kindergarten. Sie geht meist gerne hin und hat sogar ein paar wenige „Spielkameradinnen“ dort gefunden. Was aber nicht heißt, dass sie Wert darauf legt, diese Mädels auch „privat“ zu treffen.
  • Die Schnecke geht seit März in die Krippe und macht sich dort richtig gut. Was hab ich mir mal wieder umsonst Gedanken gemacht im Vorfeld! Außerdem haben wir nach über 1,5 Jahren das Stillen hinter uns gelassen. Eine schöne, für mich aber vor allem emotional anstrengende Phase ist damit zu Ende.
  • Auch meine Befürchtungen, den Tätigkeitsbereich in der Arbeit wechseln zu müssen, scheint sich nicht zu bewahrheiten. Es war zwar dieses Jahr mehrmals Thema, aber nun scheint es endgültig vom Tisch zu sein. Hoffentlich.
  • Im Freundeskreis wurden zwei Kinder geboren, darunter das Kind von meiner Bekannten, von deren „Beziehungsdrama“ ich mehrfach berichtet habe. (Das Schönste kommt aber gleich noch…)

Noch ein kurzer Ausblick auf das Jahr 2017:

  • Das Jahr wird so doof starten, wie 2016 aufgehört hat. Meine Mutter wird eine geplante OP über sich ergehen lassen müssen und danach auf unbestimmte Zeit „ausfallen“. Ich hoffe, die Sehnsucht nach ihren Enkelinnen wird sie ganz schnell gesunden lassen!
  • Winterurlaub in den Tiroler Bergen und Sommerurlaub in Italien sind gebucht. Wie immer bin ich unentspannt angesichts der unbekannten Lokalität bei ersterem und der langen Anfahrt bei beidem. Aber so bin ich halt, dazu braucht es keinen Jahresrück-/-aus- oder -sonstwasblick. :-)
  • Die Schnecke wird im Herbst oder Winter vermutlich in den Kindergarten der Maus wechseln.
  • Die Maus wird vielleicht, ganz ganz vielleicht, in die Schule kommen. Aber das ist ein Thema, das uns noch viel Kopfzerbrechen bereiten wird, das wage ich heute schon zu prognostizieren.
  • Und jetzt zum Schluss wie immer die Babys! Auch 2017 hat sich Nachwuchs angekündigt! Bis jetzt nur ein Baby, dafür ein umso spektakuläreres. Denn die Bekannte, die auch schon oben im Rückblick auftaucht, wird kurz nach dem 1. Geburtstag ihres ersten Kindes ein zweites Kind bekommen! Hach, ich freu mich so. Damit haben wir im Freundeskreis (natürlich neben ein paar kinderlosen Freunden) nur noch ein einziges Pärchen, das „nur“ ein Kind hat… Ich bin gespannt, ob das Jahr 2017 vielleicht noch die eine oder andere Überraschung für uns bereit hält. Ich habe jedenfalls mindestens eine Freundin, bei der ich jederzeit auf die „frohe Botschaft“ warte! :-)

So. Und nun darf 2017 kommen. Danke, dass ihr hier mitlest, auch wenn ich so selten in die Pötte komme! Ich wünsche euch ein gesundes, glückliches und erfolgreiches Jahr 2017!

Schnecken-Zahn Nr. 5 bis 16

Mir war, als hätte ich die letzten 2 oder 3 Zähne der Schnecke nicht „verbloggt“. Und dann musste ich gerade eben feststellen, dass ich bei Zahn Nr. 4 aufgehört hatte, die Updates hier hochzuladen… Aber: Nichts ist verloren, ich habe alle „Erscheinungsdaten“ der Zähne (wie es sich für eine ordentliche Beamtin gehört :-) ) feinsäuberlich notiert. Hier also der – plötzlich ziemlich volle – Zahnkalender der Schnecke:

Zahnkalender2_Arial_12

4,5 Jahre Maus

Ein halbes Jahr ist mein letzter Bericht über die Maus her und obwohl ich eigentlich das Gefühl habe, sie ist noch „die alte“, sehe ich in meinen Aufschrieben, dass sich wieder einiges getan hat.

Vor allem in puncto Grobmotorik hat sich ein bisschen was verändert bzw. verbessert. Die Maus kann nun endlich einigermaßen hüpfen, mit beiden Beinen. Sie traut sich immer mehr zu, auch beim Klettern oder Rutschen. Wir haben seit geraumer Zeit diverse „Hilfsmaßnahmen“ am Start – Schuheinlagen wegen den Knick-Senk-Füßen, Psychomotorische Therapie wegen ihrer stark ausgeprägten Angst, Ballettuntericht für die „Basics“ der Bewegung. Das scheint ihr alles irgendwie zu helfen und man hat das Gefühl, dass langsam etwas in Gang kommt.

Kurz nach ihrem 4. Geburtstag konnte sie bereits einfache Worte in Großbuchstaben ohne Probleme lesen, ihren Namen schreiben sowieso. Das Interesse an Büchern und Lesen ist allerdings ein wenig verloren gegangen, was mit Sicherheit auch daran liegt, dass ich es seit der Geburt der Schnecke einfach nicht mehr so oft in Ruhe anbieten kann.

Ihr Verhältnis zu anderen Kindern ist nach wie vor zurückhaltend, die „Hochphase“ um ihren Geburtstag herum ist wieder ein wenig eingeschlafen, so dass sie „privat“ (also außerhalb des Kindergartens) keine großartigen Ambitionen hat, andere Kinder zu treffen. Auch mit der Schnecke spielt sie zur Zeit nicht mehr so viel – wenn, dann wird nur sich gegenseitig geärgert, Spielzeug weggenommen und dergleichen. Wie das halt so ist.

Launemäßig hatten wir schon bessere Lebensabschnitte. Die Maus ist oft gereizt oder schlecht gelaunt, kann sich nicht lange selbst beschäftigen, trödelt unsäglich, meckert an allem herum. Unzählige Male musste ich mit irgendwelchen Verboten drohen, damit sie „in die Pötte“ kommt. Aber das gehört vermutlich zu dem Alter dazu…

Die nächtliche Windel ist im Übrigen nach wie vor unser Begleiter. Aber ich vertraue da ihrem Gefühl – tagsüber hat sie es auch von sich aus angeleiert und dann super gemacht. Und da morgens immer mal wieder etwas in der Windel ist, vermute ich, dass es einfach noch etwas Zeit braucht.

Einen ersten Berufswunsch hat die Maus nun übrigens auch – sie möchte Astronautin werden! Da ist sie sich ganz sicher. Na prima. Ich hoffe, sie findet vielleicht noch eine Alternative… :-)

Die Maus ist nun 107 cm groß, wiegt 18,5 kg und hat einen Kopfumfang von 51 cm.

Für das nächste halbe Jahr wünsche ich mir, dass sie wieder mehr Kontakte zu anderen Kindern bekommt, weiter Mut hat, an ihren Schwächen in der Motorik zu arbeiten und dass sie ein so tolles Kind bleibt, wie sie es ist! :-)

19 Monate Schnecke

Ein weiterer Monat ist ins Land gezogen und wieder hat die Schnecke vor allem sprachlich große Fortschritte gemacht. Sie kennt nun alle Farben und kann diese auch benennen (z.T. in „ihren“ Worten – z.B. „gebl“ (gelb), „gün“ (grün). Nur zu blau sagt sie immer „lila“ – wenn man ihr aber einen lila und einen blauen Stift zeigt und sie auffordert, den lilafarbenen zu nehmen, dann greift sie zum richtigen. Vermutlich kommt das Wort „blau“ einfach noch nicht über ihre Lippen. Sie kann alle möglichen Teile des Gesichts benennen – „Aage“ (Auge) „Mun“ (Mund), Nase, Backe, „Oi“ (Ohr). Seit Ende des Lebensmonats setzt sie immer wieder zwei Worte aneinander, z.B. „Zähne putze!“.

Am liebsten würde die Schnecke alles alleine essen, ohne Hilfe. Alles, was man mit der Gabel (oder natürlich den Händen) essen kann, klappt super. Der Löffel ist aber noch eine Herausforderung, weil sie ihn immer kurz vor dem Mund umdreht und alles rausläuft. Wenn sie dann etwas nicht schafft zu essen, wird sie wütend und möchte sich auch gar nicht helfen lassen, sondern schiebt den Teller weg, wirft Sachen zu Boden oder ihren Becher um.

Was sie aber von heute auf morgen ohne Schwierigkeiten hinbekommt, ist es, sämtliche Türen an ihrem „Schlüsselhaus“ aufzuschließen. Dabei finde selbst ich einige der Türen „fummelig“, weil man darauf achten muss, wie herum man den Schlüssel einsetzt.

Und hier noch die Maße: Die Schnecke ist 83 cm groß, wiegt 10,9 kg und hat einen Kopfumfang von 48 cm.

Der Schrei

Gestern holte ich wie immer zusammen mit der Maus die Schnecke von der Krippe ab. Als ich gerade die Kinder im Auto anschnallte, hörte ich plötzlich jemanden laut einen Namen rufen. Zunächst nichts ungewöhnliches in einer Großstadt. Irgendwie kam mir dieser Schrei aber komisch vor und ich hielt Ausschau nach der Herkunft. Da kam eine Frau strammen Schrittes aus einer Seitenstraße hervor. In der Hand trug sie einen Kinderrucksack. Nochmals rief sie, diesmal hörte ich deutlich die Panik in ihrer Stimme. Es war der Name ihres Kindes, den sie nun immer wieder schrie – jedes Mal lauter.

Ich stand wie angewurzelt an meinem Auto. Ein Blick um mich herum zeigte ihr, dass das Kind hier nirgends ist. In meinem Kopf gingen tausend Dinge um. Was man alles in der Presse liest über das Verschwinden von Kindern. Dass das auch ich sein könnte, die nach Maus oder Schnecke sucht. Ich wollte helfen – aber wie? Immernoch wie gelähmt von der Situation stieg ich ins Auto ein und parkte aus. Ich erklärte der Maus, was los war und bat sie, Ausschau zu halten nach einem Kind ohne Begleitung.

An der ersten Abbiegung entdeckte ich plötzlich im Augenwinkel hinter einer Litfaßsäule einen vielleicht 4jährigen Jungen auf einem Fahrrad. Ich parkte das Auto am Straßenrand und rannte zu ihm hinüber. Er stand da ganz ruhig, das Vorderrand an die Säule gestemmt, und wartete. Ich versuchte, ihn anzusprechen, aber – eigentlich ja richtigerweise – gab er der „fremden Frau“ keine Antwort. Ich wusste auch seinen Namen nicht mehr, da er mir nicht geläufig und nicht deutsch war. Ebendeshalb wusste ich zunächst gar nicht, ob er mich überhaupt versteht. Ich versuchte ihn zu fragen, ob er gerade mit seiner Mama aus dem Kindergarten gekommen sei, ob er wüsste, wo seine Mama jetzt sei. Ich wollte ja nicht das falsche Kind „verhaften“… Plötzlich sagte er, er sei vorausgefahren und seine Mama wäre ganz hinten. Da war mir alles klar. Wahrscheinlich stand er da tatsächlich ganz „unschuldig“, wartete darauf, dass seine Mutter ihn wieder einholen würde und wusste nicht, dass sie nicht kommen würde, weil er den falschen Weg genommen hatte. Ich erklärte ihm, dass seine Mutter nach ihm rufen würde und bot ihm an, sie mit mir gemeinsam zu suchen. Natürlich stand er weiter wie angewurzelt da und er hatte doch so Recht, nicht mit mir mitzugehen. Dann sagte ich: „Ich suche jetzt deine Mama. Du bleibst solange hier stehen, ok?“ Er nickte eifrig. Ich glaubte ihm.

Ich rannte die Straße in Richtung des Weges, wo ich seine Mutter zuletzt gesehen hatte. Zum Glück kam mir da auch schon ein anderer Junge, ein paar Jahre älter, entgegengerannt. Ich rief ihm zu, ob das da vorne sein Bruder sei, er rief mir ein „Nein!“ entgegen. Um aber dann doch zu dem kleinen Jungen hinzusprinten. Wahrscheinlich war er einfach ein Verwandter oder Freund, aber eben nicht der Bruder. Er sprach mit ihm, bis ich wieder zurückgehetzt war. Dann bat ich den großen Jungen, die Mutter des Kleinen zu suchen und blieb bei der Litfaßsäule stehen. Eine weitere, etwas ältere Passantin, war dazugekommen und stand dabei. Als sie die Situation erfasste, tadelte sie, die Mutter müsse doch auf ihr Kind besser aufpassen! Ja klar. Müsste sie. Aber in der Situation ist das egal. Ich nickte, sagte aber kein Wort.

Der große Junge kam nicht wieder. Ich wurde langsam nervös. Maus und Schnecke saßen immernoch im Auto. Ich winkte ihnen ab und an, aber ich wusste, dass sie sich bald beschweren würden. Plötzlich entdeckte ich in der Ferne eine Frau, hörte wieder die Rufe. Ich überquerte die Fahrbahn, rannte ihr entgegen und rief: „Er ist hier!“

Sie kam angerannt, mit Kinderwagen und Baby drin – den hatte sie wohl zuvor irgendwo stehen lassen. „Danke! Danke!“ sagte sie mehrmals zu mir. Ich setzte mich ins Auto, startete den Motor. Als ich losfuhr, hörte ich ein lautes Schluchzen durch das geöffnete Fenster. Die Mutter saß auf dem Grünstreifen und weinte bittere Tränen der Erleichterung. Eine ihr bekannte Frau war mittlerweile angekommen und tröstete sie, ich konnte nun also wirklich wegfahren.

Auch heute bekomme ich eine Gänsehaut, wenn ich an die Geschichte zurückdenke. Gott sei Dank haben wir den Jungen gefunden. Es kann wirklich jedem passieren, es geht so schnell. Ich bete, dass ich nie in eine solche Situation komme!

18 Monate Schnecke

[Später geht immer. Aber hier ist er…]

Der 18. Lebensmonat der Schnecke stand ganz im Zeichen der Sprache. Sie verwendet zunehmend auch Verben wie „mali“ (malen), „beiße“ (beißen) oder „butze!“ (putzen – wobei sie nebenbei den Besen schwingt). Wenn sie etwas Verbotenes tut, schimpft sie mit erhobenem Zeigefinger „DuDu!“ (das hat sie von Oma ;-) ). Sehr begeistert ist sie von der Großbaustelle („Telle“) vor unserem Haus und kommentiert täglich die „Bagga“ (Bagger) und „Männa“ (Männer bzw. Bauarbeiter). Nackte Haut bezeichnet sie als „Peck“ (Speck), weil ich mal spaßeshalber gesagt hab, das sei mein Speck, als sie auf meinen nackten Bauch geprustet hat. Nun fordert sie nachts immer „Peck“ ein, wenn sie an die Brust will *lach*, sehr nett – ich muss jedes Mal schmunzeln. Wenn die Schnecke irgendwo weggeht, wird nun aus eigener Initiative heraus gewunken und „Tüss-Tüss!“ (Tschüss) gesagt.

Wenn die Schnecke sich ärgert, wird sie ein kleiner Wutzwerg. Dann zwickt und beißt sie oder wirft sich auf den Bauch und schlägt absichtlich ihren Kopf auf den Boden. Ich hoffe, diese Eigenschaft flaut noch etwas ab in nächster Zeit, denn die Maus hat schon regelrecht Angst vor den „Angriffen“.

Die Eingewöhnung in der Krippe hat die Schnecke erfolgreich gemeistert – sie bleibt von ca. 8:30 Uhr bis 13 Uhr dort, einschließlich Mittagessen und Mittagsschlaf und wir freuen uns sehr, dass sie bis jetzt gerne hingeht.

Die aktuellen Maße der Schnecke mit eineinhalb Jahren: 82 cm, 10,8 kg und ein Kopfumfang von 48 cm.

Mama ist da. Und da. Und da!

Seit die Schnecke erfolgreich in die Krippe geht, haben wir einen neuen Tagesrhythmus. Der sieht im Normalfall so aus, dass ich morgens nach dem Frühstück die Maus zu Fuß in den Kindergarten bringe, dann von zu Hause arbeite und der Mann die Schnecke zur Krippe fährt und dann weiter zur Arbeit. Mittags gegen 12:45 Uhr hole ich erst die Maus ab, denn der Kindergarten schließt um 13:30 Uhr, dann fahren wir zur Schnecke, die sowieso bis kurz vor eins Mittagsschlaf macht. Um 13:30 Uhr sind wir meist zu Hause und dann beginnt das „flexible Tagesprogramm“. Kein Mittagsschlaf der Schnecke mehr, in dem ich Exklusivzeit für die Maus habe. Bis mein Mann abends heimkommt, sind es rund 5 Stunden, in denen ich beide Kinder gleichzeitig bespaßen muss.

Und mit „bespaßen“ meine ich nicht, daneben sitzen und den beiden beim Spielen zusehen. Der Anteil dessen liegt momentan vielleicht bei 10 Minuten verteilt über den Tag.
Die Kleine weint, sobald ich sie vom Arm absetze oder spätestens, wenn ich kurz aus dem Zimmer gehe. Wenn sie nicht weint, zerstört sie etwas. Bücher, Spielzeug, egal was. Knibbelt Tapeten von der Wand, steigt auf Möbel hoch, räumt Schränke aus. Versucht, die Maus zu beißen. Ich kann sie fast keine Sekunde aus den Augen lassen.
Die Große möchte am liebsten den ganzen Tag Rollenspiele mit mir spielen. Sie kann nicht einfach mal still dasitzen und etwas angucken, malen oder so. Nein, seit sie sprechen kann (und das war gefühlt ab Geburt), spricht sie immer während sie etwas tut. Und erwartet im Normalfall auch, dass man ihr zuhört.

Also was tun? Raus aus der Bude! Am besten auf den Spielplatz. Eine Szene von neulich:
Wir erreichen den Lieblingsspielplatz der Maus. Die Schnecke verkündet, sie möchte als erstes Sandeln. Wir begeben uns zum Sandkasten, setzen uns hin. Noch während ich die Tüte mit dem Zubehör auskippe, steht die Schnecke auf und stapft ans andere Ende des Spielplatzes, wo drei Holz-Tipis stehen. Alleine kann ich sie dort nicht lassen, da in den Zelten immer wirre Stockkonstruktionen von anderen Kindern drin sind und ich Angst habe, dass sie sich ein Auge aussticht. Also saß die Maus eine Weile alleine im Sand und spielte. Dann kam sie an und wollte Schaukeln. In der Babyschaukel, da sie gern freihändig schaukeln möchte, das gehört dort zu ihrer „Geschichte“ dazu. Ich setzte sie also rein, was die Schnecke natürlich prompt mit dem dringenden Bedürfnis, auch reinzusitzen, quittierte. Auf dem Arm wand sie sich wie ein Regenwurm, auf dem Boden abgesetzt wollte sie immer in die Schwungbahn der Schaukel rennen. Beide Optionen suboptimal. Dann kam sie auf die Idee, dem Trampelpfad den Berg hinauf in den Wald hinein zu folgen. Auch hier konnte ich sie nicht alleine lassen. Die Maus folgte uns irgendwann, blieb jedoch auf halber Strecke „stecken“, weil sie sich nicht weitertraute. Ich wollte ihr ein wenig helfen, was wiederum in Riesengeschrei ausartete, da die Schnecke auf gar keinen Fall zurück wollte. Und so weiter und so weiter.

Ich könnte tausende solcher Situationen schildern und sie zermürben mich zunehmend. In letzter Zeit reicht eine winzige Kleinigkeit und ich explodiere wie ein Vulkan. Ich hasse es, wenn ich so bin.

Gestern habe ich dann versucht, ein „klärendes Gespräch“ mit der Maus zu führen. Ich sehe es natürlich, dass sie oft zurückstecken muss und dann eben durch negative Handlungen um meine Aufmerksamkeit buhlt. Ich habe ihr mein Dilemma erklärt und ich denke, sie hat es auch verstanden. Und ich muss mich wieder besser in den Griff kriegen, denn mein Geschrei hilft keinem weiter.

Ein Anfang ist gemacht.

Eine Tasse Freiheit

Seit dem 1. März geht die Schnecke in die Krippe. Ihre Eingewöhnung übernahm – wie auch damals bei der Maus – meine Mutter. Das war auch gut so, denn die Bereitschaft der Schnecke, sich von mir zu trennen strebte zu dem Zeitpunkt gegen Null und mein bislang einzige Versuch, sie selbst hinzubringen, endete beinahe mit einem vorzeitigen Anruf aus der Krippe.

Aber entgegen aller unserer Erwartungen macht sich die Schnecke super in der Krippe. Sie erzählt täglich von der Erzieherin, den „Kinda“ oder dem „Beeeby“, das „weine“ und einen „Nulli“ bekam. Sie spielt mit den anderen, isst meistens gut mit und macht ohne zu Murren ihren Mittagsschlaf. Was muss ich daheim immer kämpfen, bis sie mittags ihre Augen schließt! Also alles prima. Ich warte innerlich aber irgendwie auf den „großen Schlag“ mit dem alles ganz übel wird… ;-)

Ja. Seit Ostern ist die Eingewöhnung also quasi abgeschlossen. Zumindest was die Uhrzeiten anbelangt – ihre Bezugserzieherin ist momentan noch sehr wichtig für die Schnecke, daher war sie nach Ostern eine Woche wegen Urlaub selbiger zu Hause. Und diese Woche ging wegen Fieber erst Mittwoch los. Aber – ABER – heute ist DER Tag, an dem beide Kinder in der Betreuung sind und ich FREI habe!!! (Entschuldigt die vielen Großbuchstaben, aber sie sprudeln aus mir heraus!) Also packte ich mein Täschchen und brach auf in die Innenstadt, um eine Jacke für die Maus zu kaufen. Und Kaffee zu trinken, alleine, in der Sonne, in aller Ruhe mit Straßenmusik im Hintergrund.

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Es läuft. Ich bin unheimlich glücklich. So darf es bleiben!

Bis aufs Blut

Es ist 20:45 Uhr. Ich bin heute gut in der Zeit für unsere Verhältnisse. Geduscht hab ich schon heute Morgen und die Vesperboxen konnte ich während dem Abendessen bestücken, daher keine weitere Verzögerungen nachdem die Kinder eingeschlafen sind. Und die Bude – die hab ich einfach mal so gelassen. Alles in eine Ecke, nein, in viele Ecken, und fertig mit Aufräumen, ich mag nicht mehr.

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Ich sinke aufs Sofa. Heute war einer dieser Tage, die mich richtig auslaugen, die in letzter Zeit so häufig sind. Meine beiden Mädels verstehen, mich bis aufs Blut zu reizen.

Die Maus ist in einer Phase, die ich mir einfach nur wegwünsche. Ich dachte ja, in der schlimmsten Trotzphase befindet man sich hauptsächlich mit 2 oder 3 Jahren. Weit gefehlt. Die Maus testet auch mit ihren 4,5 Jahren aus, was geht. Sie meckert an allem herum, egal ob Essen oder Aktivitäten, ist zu jedem erstmal patzig, trödelt bis ich aus der Haut fahre und hat zu nichts Lust. Sie verhält sich wie ein Baby, ist zu bequem, sich selbst die Schuhe anzuziehen, geschweige denn selbige zuzumachen. Und wenn ich sie durch Drohungen wie „dann kommen wir eben zu spät“ oder „dann gehst du eben barfuß“ unter Druck setze, fängt sie an zu heulen wie ein Schlosshund und alles dauert noch länger. Sie nimmt mich momentan dermaßen in Anspruch, dass man meinen könnte, sie sei das kleinere Kind von beiden. Ich muss ständig mit ihr spielen, ihr vorlesen, sie zur Toilette begleiten und und und. Fast jede Nacht wacht sie wieder mindestens ein Mal auf und ruft nach uns.

Zumindest in der Nacht kann es die Schnecke mit der Maus sehr gut aufnehmen. Auch sie schläft nach wie vor furchtbar schlecht. Sie wacht gefühlte tausend Mal auf und will an die Brust. Oder auch nicht, dann ist es aber noch schlimmer, denn dann schreit sie sich in Rage und man kriegt sie kaum wieder zum Schlafen. Tagsüber kann sie sich über lange Zeit alleine beschäftigen – muss sie auch, wenn ich dauernd mit der Maus zugange bin. Blöd nur, dass ihre Beschäftigung meist darin liegt, Chaos zu stiften oder etwas zu zerreißen, zerquetschen, zerbrechen, zerstören. Wenn sie wütend wird, schmeißt sie sich im besten Fall auf den Boden und schreit aus voller Kehle oder schlägt ihren Kopf auf den Boden. Um daraufhin noch mehr zu schreien. Seit Kurzem beißt sie zudem wie ein abgerichteter Kampfhund, das finde ich furchtbar. Ich hoffe, sie tut das wegen den einschießenden Eckzähnen, die ihr gerade sehr zu schaffen machen und sie lässt das ganz bald wieder sein, denn das ist nicht nur schmerzhaft, sondern auch ziemlich gefährlich. Wenn sie sich dann mal nicht selbst zu beschäftigen weiß, schreit sie und will auf meinen Arm. Egal ob ich aufm Klo sitze, Essen herausrichte, putze. Was super entspannt ist mit ihren 10 + x kg und einem Geschrei das von der Dezibelzahl her einem startenden Düsenjet in nichts nachsteht.

Meist kann ich es kaum erwarten, dass es 19 Uhr wird. Dann trudelt mein Mann von der Arbeit ein, wir essen, schauen Sandmann und starten das Abendprogramm. Trödeln, Zähne putzen, trödeln, umziehen, trödeln, Geschichte hören, singen, Nachtfläschchen, stillen. Stille. Ich liebe diese Stille, wenn beide eingeschlafen sind. Ein Gebirge fällt von meinen Schultern ab und ich schaffe oft nicht mehr, als mich für die restlichen eineinhalb, zwei Stunden vor die Glotze zu legen und die Beine hochzulegen…

 

17 Monate Schnecke

Fast hätte ich es nicht mehr vor dem nächsten Lebensmonat geschafft. Aber hier ist nun doch noch der Bericht zum 17. Lebensmonat.

Die Schnecke hat weiter an ihrem Vokabular gearbeitet. Sie sagt nun neuerdings „Bett“, „Bille“ (Brille), „Putze!“ (Putzen, Kehren), „Hopp, hopp, hopp“ (wenn sie auf etwas reiten will oder reitet), „Kotze!“ (Kochen :-) ), „Kacke“ (Geige doppel-:-) ), „Socke“, „Mütz“ (Mütze), „Bagge“ (Bagger), „Gucki“ (Gurke), „Batze“ (baden), „Appi“ (Apfel), „Wutz“ (Wurst), „Pok“ (Kopf), und noch vieles mehr. Zu niedich.

Der vierten Backenzahn kam durch und die Schnecke kann alleine Nase schneuzen (einschließlich Tuch halten, womit sie hier ihrer Schwester ca. 3 Jahre voraus ist… ;-) ). Sie macht wie ne Eins „gulli gulli“ (also Rollen) mit den Händen und setzt ohne Hilfe Duplo-Figuren auf die zugehörige Tiere. Sie kann alleine auf den Bobbycar auf- und von selbigem wieder ansteigen und auch das Lenken klappt immer besser.

Der wahrscheinlich einschneidendste Punkt ist allerdings wohl, dass am 1. März ihre Eingewöhnung in der Krippe begonnen hat. Sie hat sich entgegen allen unseren Erwartungen ganz gut eingefunden und wir sind gespannt, wie es weitergeht.

Die Schnecke ist mit 17 Monaten 80 cm groß, wiegt 10,6 kg und hat einen Kopfumfang von 47 cm.

Müde.

Bei jedem Blinzeln muss ich mich zusammenreißen, nicht einzuschlafen. Ich bin so unglaublich müde, dass ich immer und überall nur noch ans Schlafen denken kann. Wenn jemand mit mir spricht, höre ich die Worte – sie kommen aber nicht in meinem Kopf an. Bei der Arbeit starre ich in den Computer und bekomme nichts gebacken. Jede Hausarbeit kostet mich Überwindung.

Die Schnecke bekommt gerade Eckzähne, wacht nachts dauernd auf und will tagsüber nur auf meinem Arm sein. Die Maus testet seit geraumer Zeit wieder Grenzen aus und bringt mich mit Vorliebe auf die Palme. Was auch gar nicht so schwer ist bei dem Schlafmangel… Auch mein Liebster kommt in den Genuss meiner schlechten Laune. Und der Blog… Hach. Es gäbe so viel zu schreiben, aber ich schaffe es nicht, etwas zu formulieren.

Ich sollte mal ein paar Tage lang abends mit den Kindern zusammen ins Bett gehen, dann hätte ich vielleicht ein, zwei Stunden mehr Schlaf. Aber am Abend kann ich mich nicht dazu aufraffen, meine einzigen Momente ohne quengelde Kinder für ein bisschen Schlaf aufzugeben.

Es wird irgendwann besser, ich weiß es ja. Bis dahin heißt es Abwarten und Kaffee trinken. Viel Kaffee.

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Ein Tag im Ausnahmezustand

Bei uns steht diese Woche alles Kopf. Wegen dem anstehenden Urlaub. Alles waschen, packen, vorbereiten. Und dazwischen gefühlt tausend Termine. Arbeiten, Freizeit, Zusatzveranstaltungen, die zufällig und dummerweise genau auf diese Woche fallen. Und dann noch Maus und Mann, die kränkeln. Was will man mehr?

Gestern dachte ich dann zeitweise, ich falle einfach um. Vormittags arbeiten, Wäsche falten, Liste abstreichen, ständig mit dem Gedanken, dass mir die Zeit davon läuft, da es der letzte Tag diese Woche war, an dem meine Mutter die Schnecke betreuen konnte.

Mittags hab ich dann so früh wie möglich die Maus aus dem Kindergarten abgeholt, da sie Generalprobe von ihrer Ballettschule hatte. So richtig groß wird der anstehende Auftritt aufgezogen, in einer riesen Halle, wo die Probe auch 3,5 Stunden lang stattfand. Das größte Problem: Eltern durften nicht anwesend sein. Da die Halle ein Stück von uns entfernt ist, fuhr die Maus mit der Mutter einer Freundin mit dorthin. Das war gegen 14 Uhr. Darauf folgten 4 der fiesesten Stunden meines Lebens. Ich machte mir solche Sorgen, ob es der Maus gut geht. Ich meine – die Betreuerinnen kannte ich zwar, aber diese fremde Umgebung, die ungewohnte Situation, das viele Warten und ein gewisser Grad an Selbstständigkeit – ich traute das der Maus irgendwie nicht zu. Ich musste ständig um Atem ringen, mein Magen rebellierte und meine Gedanken kreisten um meine Entscheidung, nicht als Betreuerin zu melden. Weder packen, noch Großeinkauf vorbereiten, Kaffee trinken mit meiner Mutter noch eine heiße Dusche konnten mir Ablenkung verschaffen.

Um 17 Uhr hielt ich es nicht mehr aus und fuhr zur Halle. Viel zu früh, aber ich wollte wenigstens dort im Foyer sein. Was war ich froh, als die Maus um kurz nach 18 Uhr in meinen Armen lag! Es war, als hätten wir uns wochenlang nicht gesehen. Eine Betreuerin erzählte mir gerade noch, wie toll sie alles gemeistert hatte, da fing die Maus plötzlich doch an zu schluchzen. Mein armes kleines Baby. Ich fühlte mich ein Mal mehr wie eine Rabenmutter.

Wir fuhren nach Hause und kurz darauf musste ich zu meiner eigenen Probe wieder los. Im Auto fiel langsam die Anspannung von mir ab. Ein belegtes Brot und eine Tafel Schokolade von der Tankstelle taten ihr Übriges und ich konnte die Probe einigermaßen frei von Schuldgefühlen genießen.

Mittlerweile weiß ich, dass die Maus nach der Probe so weinerlich war, weil sie einen Infekt ausgebrütet hat, der heute schubweise deutlicher als gestern sichtbar ist. Trotzdem ist es mir eine Lehre und ich werde zukünftig mehr auf mein Bauchgefühl hören, wenn es darum geht zu entscheiden, was ich der Maus (und mir) zutrauen kann und was nicht…

16 Monate Schnecke

Der 16. Lebensmonat der Schnecke stand ganz im Zeichen des Sprechenlernens. Sie hat nun schon einen respektablen Wortschatz und kann uns dadurch immer öfter direkte Hinweise darauf geben, was sie möchte.

Sie sagt nun „Bam“ (Baum), „Ball“, „Latte“ (Lampe), „Li“ (Licht), ihren Namen und den Namen ihrer Lieblingsschwester (seit neustem mit -i am Ende), „Oma“ (bzw. seit neustem „Omi“), „Opo“ (Opa), „Lat“ (Latz), „sitzi“ (sitzen), „Hasi“ (Hase), „Necke“ (Schnecke), „Mil“ (Milch), „weine“ (weinen), „Conni“ (selbige aus der Bücherreihe), „Wein“ (Schwein), „Hem“ (Hemd), „Pulli“, „Hossi“ (Hose), und „Tatze“ (Tasche). Dazu noch andere Wörter, die sie einfach nachplappert, ich aber nicht aufgeschrieben habe, da sie sie nicht von sich aus verwendet. Nachdem sie letzten Monat an viele Wörter ein „a“ angehängt hat (Balla, Manna), favorisierte sie diesen Monat offensichtlich das „i“ :-). Sie sagt „Ei-ei“ und streichelt dabei sich selbst oder andere über die Backe. Ihre Küsse gibt sie nun mit einem lauten Schmatz – davor „schnüffelte“ sie einem immer „nur“ in die Backe. Beides sehr süß.

Zum ersten Mal hat sie es alleine geschafft, aufs Sofa zu klettern. Nun muss ich noch mehr aufpassen, denn sie kann zwar alleine rückwärts runter, vergisst aber manchmal, dass sie auf dem Sofa sitzt und setzt sich mit dem Po ganz nah an die Kante…

Dann gab es noch einen weiteren Backenzahn und wir haben das abendliche Fläschchen zum Einschlafen endgültig eingeführt. Wenn ich die Schnecke abends ins Bett bringe, ist anschließend aber leider immernoch Stillen angesagt. Über den Mittagsschlaf bzw. die Schwierigkeiten, sie dazu zu bringen, schreiben ich vielleicht nochmal einen extra Beitrag…

Ach ja – in diesem Monat ist die Schnecke zum ersten Mal Schlitten gefahren – mit ihrer Schwester zusammen, von Papa gezogen. Sie fand es richtig toll und war ganz sauer, als die Maus mit Papa alleine weitergezogen ist, um den Hang hinunter zu fahren.

Die Schnecke ist nun 79 cm groß, wiegt 10,4 kg und hat einen Kopfumfang von 47 cm.

Im nächsten Monat wünsche ich mir – wie immer – Schlaf, Schlaf, Schlaf, denn die Nächte sind derzeit grausam.

Letzte Male

Nun geht es plötzlich zappzarapp. Die Zeit der letzten Male beginnt, denn ab 1. März kommt die Schnecke in die Krippe. Das letzte Elterncafé war schon vorgestern, bald kommt noch die letzte Krabbelgruppe, der letzte Musikgarten, der letzte Freitag Vormittag allein mit der Schnecke.

Ich habe grundsätzlich ein gutes Gefühl, die Schnecke in dieser Einrichtung abzugeben. Wir kennen die Abläufe und die Erzieherinnen ja gut von der Zeit der Maus dort. Die Schnecke ist zudem recht selbstständig und auch nicht so zögerlich anderen Kindern gegenüber. Kurz gesagt: Sie lässt sich nicht die Butter vom Brot nehmen. Das Durchsetzen hat sie im Zusammenleben mit der Maus schon ganz gut gelernt. Außerdem kann sie Laufen und ein paar „überlebenswichtige“ Worte wie „Pipi“, „Kacka“, „Tella“, „Weine“, „Aua“, „Eiei“ – das ist auch viel wert. :-)

Morgen ist das Einstiegsgespräch in der Krippe. Und ich bekomme nun doch langsam wieder dieses flaue Gefühl im Magen… Wie wird es werden? Wird die Eingewöhnung reibungslos funktionieren? Wir haben eigentlich nur einen Monat Zeit, weil dann meine Mutter verreist (sie macht die Eingewöhnung mit der Schnecke). Wird die Schnecke jeden Morgen weinen? Sie ist da absolut der Typ für… Wird sie beim Essen klarkommen? Sie ist momentan relativ wählerisch bei der Konsistenz des Essens. Wird sie sich dem Ablauf des Krippentags anpassen können? Derzeit schläft sie mittags nur unter lautstarkem, anhaltenden Protest und das auch erst gegen 14 Uhr ein. Dort ist Schlafen eigentlich schon nach dem Essen um 12 Uhr angesagt. Wird sie viel krank sein? März ist kein optimaler Monat zum Einstieg, wie ich finde.

Fragen über Fragen. Einiges wird einfacher werden, einiges komplizierter. In ein paar Wochen werde ich schlauer sein.

Hilfsangebot

Mittwochabend. Ich bin unterwegs zur Big Band Probe, mein Mann bringt die Kinder ins Bett. Wie immer wird vor dem Lichtausmachen die Schnecke kurz ins Bett der Maus gelegt, damit die beiden sich einen Gute-Nacht-Kuss geben können. Da verkündet die Maus:

„Komm her, kleines Schneckchen. Du darfst heute bei mir schlafen. Ich stille dich auch heute Nacht!“

Hihi. Sie wünscht sich so sehr, dass ihre kleine Schwester endlich bei ihr im Zimmer (bzw. aus ihrer Sicht am liebsten bei ihr im Bett) schläft. Und ich sage halt jedes Mal, dass das erst geht, wenn ich die Schnecke nachts nicht mehr stille…

Ich glaube jedenfalls, das nächste Aufklärungskapitel ist heute fällig… ;-)