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Abschied auf Raten

Von gestern auf heute stieg das große „Abschiedsevent“ für die zukünftigen Schulkinder unseres Kindergartens. Die Maus und acht weitere Kinder durften dazu im Kindergarten übernachten – alle anderen Programmpunkte waren zunächst geheim und sorgten daher für zahlreiche Überraschungsmomente bei den Kindern. Aber von vorne.

Natürlich sehnte sich die Maus schon seit Wochen diese Übernachtung herbei. Dementsprechend aufgeregt war sie, als vor einer Woche die Einladungen dazu in Form eines Rucksacks an die betroffenen Kinder verteilt wurden. Gestern stieg die Vorfreude dann in Unermessliche an und gipfelte um 16:30 Uhr mit einer Schar aufgeregt gackernder Kinder und Mütter im Kindergarten.

Was dann kam, erfuhren wir erst heute Morgen, als wir zum gemeinsamen Frühstück in die Einrichtung kamen. Die Kinder und Erzieher(innen) machten einen tollen Ausflug zum Stuttgarter Fernsehturm, einschließlich ausgiebigem Spielplatzbesuch. Erst recht spät waren sie dann zurück im Kindergarten, wo es dann bestellte Pizza gab. Um 22 Uhr (!) saßen alle ums Lagerfeuer , wo ein Erzieher Gitarre spielte und alle mitsangen. ♡ Jeder durfte erzählen, was ihm an der Kindergartenzeit am besten gefallen hat. Und von Ausflügen über Geburtstagsfeiern oder Stopp-Tanz spielen war alles dabei. Es war wohl so emotional, dass der eine oder andere Erwachsene ein Tränchen verdrücken musste. Das glaube ich sofort. Gegen Mitternacht war dann auch das letzte Kind eingeschlafen und das Team bereitete noch eine Fotoshow vor mit Bildern der vergangenen drei Jahre sowie vom gestrigen Tag, damit sie diese heute Morgen den Eltern zeigen konnten.

Und wie sollte es auch anders sein: Als wir um 8 Uhr beim Kindergarten ankamen, erwarteten uns neun überglückliche Kinder, die gerade teilweise fleißig Obst schnippelten, teilweise im Garten herumturnten und sechs etwas müde aber auch sehr zufriedene Erzieher(innen). Sogar die ehemalige Bezugserzieherin der Maus, die mittlerweile in der Partnereinrichtung arbeitet, schaute vorbei, was mich besonders gefreut hat. ♡

Wir versammelten uns im „Morgenkreis“ um die Reste des Lagerfeuers der vergangenen Nacht und sangen erst das Begrüßungslied, das der „neue“ Gitarre spielende Erzieher vor einiger Zeit komponiert hat und dann noch „Heute hier morgen dort“ von Hannes Wader, wobei mir dermaßen die Tränen kamen, dass ich kaum ein Wort rausbekommen habe. Puh. Und ich war nicht die einzige, das könnt ihr euch sicher vorstellen… Dann kamen ein paar Mädels – unter anderem die Maus – nach vorne, und sangen mit einer Erzieherin zusammen „Je ne parle pas français“ von Namika, weil sie das Lied gestern zufällig im Aufzug beim Fernsehturm gehört und den Rest des Abends als Ohrwurm gemeinsam geträllert hatten. Als danach die Maus wieder zu uns kam, hörte ich sie sagen: „Papa, jetzt hast du ja Tränen!“ Und tatsächlich war er nun an der Reihe…

Es folgte ein super leckeres Frühstück, das wir Eltern mitgebracht hatten, begleitet von den schönen Erinnerungsfotos auf der Leinwand. Hachz.

So ein toller Kindergarten, so ein tolles Erlebis für die großen Kleinen. Ich weine in meinem Herzen noch ein bisschen weiter und kann mich nur dadurch trösten, dass wir noch ein Kind haben, das voraussichtlich weitere 3 Jahre in dieser Einrichtung bleiben wird…

„Manchmal träume ich schwer
und dann denk ich, es wär
Zeit zu bleiben und nun
was ganz andres zu tun.
So vergeht Jahr um Jahr
und es ist mir längst klar,
dass nichts bleibt, dass nichts bleibt,
wie es war.“

(c) Hannes Wader, „Heute hier, morgen dort“

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DSGV…HÄ…?

Der gestrige Tag hatte es irgendwie in sich. Erst eine ganztägige Fortbildung, bei der mir sowieso schon der Kopf rauchte, dann eine Mail aus dem Kindergarten, dass ich das von mir vor Wochen angefragte Ziel unseres Sommerfests bitte buchen soll, obendrein Koordinationsschwierigkeiten der Einrichtung bzgl. Kindergartenfotograf mit der Bitte zwischen den Zeilen, ob das nicht auch ich machen könnte (yeah, Elternbeirat rocks! Ich wusste schon, warum ich das eigentlich nicht machen wollte…). Abends wollte ich dann online die in der Bücherei ausgeliehenen Medien verlängern und stellte fest, dass ein Buch beim letzten Mal nicht verlängert wurde, so dass schon seit knapp 4 Wochen Gebühren dafür auflaufen – das neue Buchungssystem verlängert vorbestellte Medien einfach nicht, ganz ohne Warnhinweis o.ä. – vielen Dank auch.

Und dann las ich mich gerade durch meine abonnierten Blogs, während mein Mann das „Zuckerberg-Verhör“ im TV guckte, als mir (wie passend!) ein aufgewühlter Blog-Artikel mit dem Thema DSGVO ins Auge sprang. Datenschutz, blabla, Blogger müssen tätig werden, Recht an seinen eigenen Daten, blabla, keine IP-Adresse speichern, keine Mailadressen, Verzeichnisse, Datenschutzerklärung, blabla. Ich verstehe nur Bahnhof.

Irgendwo lese ich dann, dass nur Firmen betroffen sind bzw. nur kommerziell genutzte Blogs, aber rechtsverbindlich sind diese ganzen Websites, auf denen das steht, natürlich nicht. Nun steh ich da mit meinem Mini-Blog, der keinen einzigen sponsored Post o.ä. enthält, aber trotz allem die Möglichkeit bietet, eine Email-Adresse dazulassen, um den Blog zu abonnieren oder um einen Kommentar abzugeben. Auch hier sollte doch die Möglichkeit für den Nutzer bestehen, wieder „vergessen zu werden“, wie es überall so schön steht. Oder? Also sind Blogs wie meiner doch auch betroffen?? Ich weiß es nicht.

Was ich weiß ist, dass ich keine Lust habe, Stress zu bekommen mit diesem Blog, denn Stress bietet mein „wahres Leben“ auch so schon genug. Was also tun? Vielleicht hat sich ja von euch schon jemand näher mit dem Thema befasst und mag dazu kommentieren, so lange es noch erlaubt ist…?

Ich warte nun noch ein bisschen ab, ob von WordPress selbst etwas kommt. Eine Möglichkeit, das Ganze easypeasy gesetzeskonform umzusetzen. Wenn nicht, dann wird ab Ende Mai die Abo- und Kommentarfunktion hier deaktiviert. Das sollte doch reichen, denn so könnte ja keiner mehr seine Daten an mich abgeben. Hm. Blog dicht machen wegen sowas fänd ich doof. Ist aber natürlich auch eine Option… :-(

Rückblick 2017 und Ausblick 2018

Beim Durchlesen des letztjährigen Jahresrückblicks dachte ich ständig: „Ach – das war ja dieses Jahr genau so!“ Daher könnte ich vermutlich den vom letztem Jahr kopieren und keiner würde es merken. In einiger Zeit vermutlich nicht mal ich selbst. Aaaber da diese Zusammenfassung des Jahres immer mein persönlicher Lieblings-Blogbeitrag ist, gibt es natürlich doch eine aktuelle Version.

Zunächst einige Fakten über meinen Blog:

  • Knapp 14.000 Aufrufe verzeichnete mein Blog im Jahr 2017. Ein Hoch auf alle, die hier landen, obwohl es fast nix Neues mehr gibt…
  • 13 Beiträge im ganzen Jahr. Ha! Könnte man meinen, einer pro Monat ist ja noch ok. Aber in Wirklichkeit hab ich einen Großteil davon ja als „Nachtrag“ innerhalb weniger Tage getippt… Zitat vom letzten Jahr (als es noch 30 Beiträge waren): „Es hätte so viel mehr zu schreiben gegeben, aber nach Arbeit und Alltag mit meinen beiden Mädels fehlte mir abends jegliche Motivation und Muse zum Bloggen…“ Jo.
  • Fast schon verwundert bin ich, dass es tatsächlich ein Beitrag von 2017 in die Top 10 geschafft hat: „Ihr wollt ein Zeichen? Ihr kriegt ein Zeichen!“ über unsere Entscheidung zur (Nicht-)Einschulung unseres Kann-Kindes. Auf Platz 1 unverändert der „75-Wochen-Schub“ der Maus von 2013, ebenso gleichbleibend Platz 2 für die „Bauchbilder„. Auch wenn das genau vor einem Jahr angekündigte finale Bild nach wie vor fehlt. Und vielleicht auch gar nicht mehr kommt. Und auch Platz 3 geht wiederholt an die „Windelschnecke„. Quasi das Blog-Dinner-For-One… ;-)
  • Natürlich liegt Deutschland wie immer mit Abstand vorne bei den Aufrufern. Österreich wieder auf Platz 2. Aber dann kommen diesmal die USA! Die Schweiz wurde somit erstmals vom 3. Rang verdrängt. Ach ja – Premiere in den Top 10 der Aufrufer feiert Ungarn. Somit werfe ich dieses Jahr ein multikulturelles „Thank you, köszönet!“ In die Runde!
  • Auch dieses Jahr war ich gespannt auf die Suchanfragen, auch wenn mir ein Großteil durch die Verschlüsselung „durch die Lappen“ geht. Die nach wie vor beliebteste Anfrage ist jedenfalls der „Schwangerschaftstest“. Der Begriff taucht so oft auf, dass ich mich für keinen konkreten Link entscheiden kann. Ebenso ein Dauerbrenner scheint die Strickanleitung für einen Babyschal zu sein, inbesondere für einen Schal mit Schlitz.
    Die lustigste Suchanfrage – die ich erstmal selbst gegoogelt habe – ist der „italienische Schnuller“. Ich muss euch aber enttäuschen – es ist kein Super-Schnuller in Stiefelform oder mit Pizzageschmack. Gesucht wurde wohl einfach einer mit aufgedruckter Italienflagge o.ä. … :-)
  • Auch beim nächsten Punkt kann ich ein Zitat vom Vorjahr verwenden: „Dieses Jahr gab es analog zu den wenigen Beiträgen meinerseits auch wenige Kommentare von Lesern.“ Letztes Jahr brauchte man noch zwei Kommentare, um hier aufzutauchen. Dieses Jahr reicht einer! ;-) Danke an blumenpost (die leiderleider nicht mehr bloggt, schnief…), Zuckerkind und derfeuervogel für eure Worte und Meinungen! Ich als meist überall stille Leserin bin immer positiv überrascht, wenn es überhaupt ein „Zeichen“ gibt, dass sich hier noch jemand herumtreibt…
  • Nachdem es ja keinen wordpresseigenen Jahresrückblick mit blinkendem Feuerwerk mehr gibt, habe ich mir überlegt, am dieser Stelle einfach meine Vorjahres-Abschlussberichte zu verlinken. Damit ich es nicht immer suchen muss, um nachzulesen. :-)
    2011
    2012
    2013
    2014
    2015
    2016

Mein persönliches Fazit für das Jahr 2017:

  • Wie sagte ich letztes Jahr so schön: „Ein Jahr im Alltagstrott, Arbeit, Krippe, Kindergarten, Freizeitprogramm.“ Im Groben und Ganzen passt das auch für dieses Jahr. Allerdings hatte es einen doofen Start, denn meine Mutter hatte im Januar eine große OP, die sie um ein Haar nicht überlebt hätte. Dass sie es doch geschafft hat erfüllt mich mit größter Dankbarkeit. Eine zweite OP stand Anfang Dezember an und Gott sei Dank war meine riesige Angst davor unbegründet, sie war wenige Tage danach wieder wohlauf.
  • Beziehungstechnisch haben wir nach wir vor viel Luft nach oben. Jeder lebt so vor sich hin. Leider. Dass es in unmittelbarer Zukunft wieder besser wird bleibt vermutlich nur mein Wunsch.
  • Die Maus ist nach all dem Hin und Her mit vorzeitiger Einschulung doch im Kindergarten geblieben. Trotz vieler Tränen wegen dem Verlust der besten Freundin und der Bezugserzieherin ging alles gut und ich bereue unsere Entscheidung überhaupt nicht!
  • Die Schnecke ist seit Oktober ein Kindergartenkind und macht sich dort sehr gut. Sie profitiert natürlich davon, dass ihre Schwester immer in der Nähe ist. Zum ersten Mal haben wir eine gemeinsame „Anlaufstelle“ für beide Mädels, fußläufig erreichbar. Perfekt. Ach ja – und aus dem elterlichen Schlafzimmer ist die Schnecke zu Beginn des Jahres auch noch ausgezogen. In ein Kinderzimmer zusammen mit der Maus. Seitdem schlafen beide meistens durch. Hurra!
  • In der Arbeit läuft es so vor sich hin. Keine negativen Punkte, immerhin. Aber so irgendwie brodeltes im Inneren – ich hab das ungute Gefühl, dass Änderungen anstehen. Aber mal sehen.
  • Im Freundeskreis wurden zwei Kinder geboren, darunter das zweite Kind von meiner Bekannten, von deren einstigen „Beziehungsdrama“ ich mehrfach berichtet habe. Und: Jaaaa – es gab noch ein weiteres Baby! Letztes Jahr schrieb ich noch, dass es in unserem Freundeskreis nur noch ein einziges Paar mit „nur“ einem Kind gibt (natürlich neben den kinderlosen und 2-Kind-Familien). Sie haben uns gleich zu Jahresbeginn überrascht und mittlerweile eine süße Tochter bekommen.

Noch ein kurzer Ausblick auf das Jahr 2018:

  • Keine geplanten Krankenhausaufenthalte in der Familie. Das sind doch schonmal bessere Aussichten als letztes Jahr.
  • Winterurlaub im Salzburger Land und Sommerurlaub an bewährter Stelle in Italien sind gebucht. Wie sollte es auch anders sein: Ich kann v.a. für den demnächst anstehenden Gruppen-Skiurlaub noch keine Vorfreude empfinden, da wir diesmal 2 Erwachsene und 3 Kleinkinder mehr sind als in den vergangenen Jahren und ich Schlimmes befürchte. Und dann noch der Skikurs, den die Maus besuchen soll – ich bin froh, wenn der Urlaub vorbei ist.
  • Die Maus kommt im Sommer in die Schule. Diesmal wirklich. Und so langsam merkt man, dass sie bereit dazu ist. Auch wenn sie natürlich etwas Angst vor der Veränderung hat.
  • Die Schnecke wird damit im Sommer alleine im Kindergarten verbleiben. Auch hier wird es spannend, wie sie die Umstellung meistert, da sie schon noch sehr fixiert auf ihre Schwester ist. Aber bis dahin sind es ja noch viele Monate.
  • Und nun zu den 2018er-Babys! Ähm ja – fertig… Wenn, dann gibt es nur Überraschungsbabys. Ich bin so gespannt, ob sich eines der kinderlosen Paare durchringen kann. Oder ob tatsächlich jemand eine „Nummer 3“ wagt! :-)

Das war’s auch schon wieder. Danke, dass ihr hier trotz spärlicher Neuigkeiten noch vorbeischaut! Ich wünsche euch ein gesundes, glückliches und entspanntes Jahr 2018!

Einmal Kann-Kind, Schulpflicht und zurück, bitte!

Über ein halbes Jahr ist es her, dass wir eine der bislang schwierigsten Entscheidungen für die Maus treffen mussten: vorzeitig Einschulen oder nicht?

Das kam so: Der Stichtag für die Einschulung in Baden-Württemberg ist derzeit der 30. September. Ist man in den Monaten danach geboren – also wie unsere Novembermaus -, ist man automatisch ein „Kann-Kind“ und die Eltern bekommen zusammen mit dem Einschulungsschreiben der „Muss-Kinder“ eine schriftliche Anfrage, ob man beabsichtigt, sein Kind vorzeitig einschulen zu lassen oder nicht. 

Natürlich kam das für uns nicht überraschend – es ist ja jedes Jahr im Kindergarten Thema, wer da jetzt früher geht oder auch nicht. Wenn man dann aber plötzlich selbst dieses Schreiben in den Händen hält, geht die Karussellfahrt erst richtig los…

Bei uns im Kindergarten sind alle Muss- und Kann-Kinder des jeweiligen Kindergartenjahres die sogenannten „Großen“. Schon allein deshalb, weil die Muss-Kinder alleine zu wenig für eine Ausflugsgruppe wären. Sie machen gemeinsame Waldtage und auch einige Aktionen, bei denen nur sie dabei sind, finden statt. Einerseits, weil man mit den „Großen“ eben schon andere Dinge unternehmen kann, aber auch weil der Zusammenhalt für die Schule gefördert werden soll.

Dadurch – aber auch bedingt durch die Tatsache, dass die Maus von ihrer Ausdrucksfähigkeit her schon immer eher den Großen entsprochen hat, hatte die Maus ausschließlich näheren Kontakt mit Mädels, die diesen Sommer eingeschult wurden. Auch ihre beste und einzige „richtige“ Freundin war ein „Muss-Kind“.

Im März galt es dann, eine endgültige Entscheidung zu treffen – und quasi zu erahnen, wie die Situation in einem halben Jahr sein würde. Die Erzieherinnen rieten uns von einer Einschulung ab – nicht aus kognitiver Sicht, sondern aufgrund der motorischen Entwicklungsverzögerung der Maus und ihrer noch nicht allzu stark ausgeprägten Sozialkompetenz. Die Kinderärztin riet auch ab, aber eher aufgrund ihrer persönlichen Erfahrungen. Der Rest unserer Familie, inklusive meinem Mann, erwarteten eine vorzeitige Einschulung, da die Maus ein sehr wissbegieriges Kind ist, zudem schon so langsam anfing zu lesen und beim optischen Vergleich eher zu den diesjährigen Schulkindern passte als zu den „Kleinen“. 

Da stand ich nun. Tief in meinem Herzen wissend, dass beide Entscheidungen falsch sein würden. Eine frühe Einschulung würde die Maus sicher vor harte Herausforderungen stellen, denn durch die gemischte Eingangsklasse (gemeinsamer Unterricht der Klassen 1+2) würde sie sich u.a. gegen bis zu 3 Jahre ältere Kinder durchsetzen müssen. Dass sie noch sehr unsicher Treppen steigt und im letzten Jahr das Wort Schule in keinem Satz erwähnt geschweige denn in einem Rollenspiel thematisiert hat, setzte ich durch, dass sie nicht eingeschult wird. 

Selbstverständlich wurde mir dies direkt vorgeworfen, als die Maus viele Wochen vor den Ferien svhon ziemlich traurig in die Zukunft blickte. Aber wer garantiert mir, dass die Freundschaft bestehen bleibt? Nachher ist die Maus völlig überfordert eingeschult und ihre Freundin orientiert sich um – was dann?

Tatsächlich findet sie zu unserer großen Erleichterung einige neue Spielpartner im Kindergarten, wenn auch nichts „Intensives“. Aber wir sind ja auch noch am Anfang des Kindergartenjahres. Außerdem wechselt in 2 Wochen ihre Schwester zu ihr.

Mein Fazit knapp 2 Wochen nach Schulbeginn: Auch wenn die Maus mittlerweile super lesen kann (ganze Bücher), zweifle ich nach wie vor an ihrer Schulfähigkeit und bin nicht unglücklich über unsere Entscheidung. Aber wer weiß, was noch kommt. 

Bleibt nur noch zu sagen, dass ich auch erst mit knapp 7 eingeschult wurde und aus mir trotzdem was geworden ist. 🤣 Die Hoffnung stirbt zuletzt. ;-)

3 1/2 Jahre Maus

Mal wieder ist ein Vierteljahr ins Land gezogen und es wird Zeit für eine Zusammenfassung der Ereignisse im Leben der Maus.

Das große Thema schlechthin war die „Klofrage“. Während die Maus im letzten Quartal noch aufs Töpfchen ging, geht sie nun aufs Klo. Daheim haben wir einen in der Klobrille integrieren Kindersitz, aber auswärts geht sie mit Hilfe auch aufs ‚große“ Klo. Allerdings möchte sie fast nur noch fürs große Geschäft auf die Toilette – Pipi wird wieder in die Windel gemacht, auch morgens und abends…

Zu Beginn des Quartals sah es aus, als würde die Maus riesige motorische Fortschritte machen. Sie wollte rutschen, klettern, alles ausprobieren. Sie lief freihändig die Treppe hoch und runter. Bis sie eines Tages stolperte und kopfüber die letzten drei Stufen vor dem Haus runterfiel. Zum Glück war nur ihr Knie etwas aufgekratzt, aber im Kopf löste das wieder eine Blockade aus, an der die Maus bis heute zu knabbern hat. Sie traut sich fast gar nichts mehr zu uns wir müssen uns jeden kleinen Fortschritt mühsam und wochenlang erarbeiten.

Einen Rückschritt gabs auch beim Einschlafritual. Denn plötzlich brauchte sie wieder jemanden, der ihre Hand hält. Da ich aber das Gefühl hatte, dass sie wirklich nicht anders klarkommt, sitze ich nun jeden Abend bei ihr und halte ihre Hand bis sie schläft…

Dafür kann sie mittlerweile bis 20 zählen, Zahlen bis 100 lesen und mühelos das Alphabet aufsagen und sämtliche Großbuchstaben erkennen…

Dann gab es noch einen Backenzahn. Und den Kindergarten mag sie immer noch nicht besonders.

Die Maus hat die „Laufende-Meter-Marke“ geknackt, ist 101 cm groß, wiegt 16,1 kg und hat einen Kopfumfang von 50,5 cm.

Für das nächste Quartal wünsche ich mir, dass die Maus motorisch wieder einen Zahn zulegt. Und nicht mehr ganz so ungern in den Kindergarten geht…

In aller Freundschaft

Gestern las ich auf Wunsch der Maus eine Bastelanleitung aus einer Kinderzeitschrift vor, die mit dem Satz endete: „Nun kannst du deine Freunde damit überraschen.“

Da meinte die Maus plötzlich: „Ich hab gar keine Freunde!“

Ich fragte, ob sie gerne welche hätte, was sie bejahte. Und mir damit wieder ein Magengrummeln bescherte. Die Hoffnung, dass die Maus im neuen Kindergarten Anschluss findet, ist nämlich bislang ins Leere gelaufen. Dies liegt hauptsächlich an der Maus, die jeden Annäherungsversuch der Kinder dort komplett abschmettert. Wie soll sich da also ihr Wunsch erfüllen?

Bislang dachte ich ja, sie wäre recht zufrieden mit ihrer Situation als „Einsiedler“ – da habe ich mich dann wohl getäuscht. Wie ich ihr aber helfen kann? Keine Ahnung… Nächste Woche habe ich das Eingewöhnungs-Abschlussgespräch und bin mal sehr gespannt auf die Einschätzung der Erzieherin…

Da laust mich doch der Aff‘!

Na prima. Laus-Alarm im Kindergarten. Ich habe ja schon von anderen gehört, dass das ab und an vorkommt, aber jetzt wo es uns betrifft, finde ich es gar nicht lustig! Schon beim bloßen Gedanken daran juckt es mich überall…

Nachher geht’s erstmal zur Apotheke, damit ich zur Kontrolle der Maus einen Nissenkamm kaufen kann…

[Edit: So sieht er also aus:
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Und hat bis jetzt zum Glück nix ausgekämmt…]

Hoffentlich profitieren wir wenigstens in diesem Fall davon, dass die Maus so kontaktscheu gegenüber anderen Kindern ist… :-/

3 1/4 Jahre Maus

Da mir die Maus schon lange wie ein „fertiger Mensch“ vorkommt, ist es umso erstaunlicher, was sie im letzten Quartal für Fortschritte gemacht hat.

Angefangen bei ihrer Art, sich zu beschäftigen. Musste man ihr zuvor den halben Tag lang vorlesen, fiel dies quasi von heute auf morgen weg. Dafür spielt sie seitdem ständig Rollenspiele. Oft sind es die Geschichten ihrer Bücher, die nachgespielt werden. Dabei sind oft irgendwelche ausgedachten Mäuse die Protagonisten. Oder „Ügi“. Ein Stoffigel, ihr – wie sie sagt – bester Freund. Er darf muss überall hin mit, das gab es davor bei keinem ihrer Kuscheltiere.

Dann die Sache mit dem Töpfchen. Seit fast 3 Monaten geht sie nun auf eigenen Wunsch hin morgens nach dem Aufstehen auf selbiges. Alle Versuche, sie tagsüber auch dazu zu bewegen, scheiterten. Bis wir letzte Woche im Urlaub waren und sie – zumindest bis jetzt – zusätzlich auch vor dem Schlafengehen Pipi drauf machen möchte.
Außerdem hat sie verstanden, dass es hilft, beim Haare waschen die Augen zu schließen und den Kopf in den Nacken zu legen. Hurra, das hilft nicht nur ihr!

Viele Kleidungsstücke kann und will sie mittlerweile alleine ausziehen. Wird auch Zeit. ;-) Überhaupt möchte sie gerne so viel wie möglich alleine machen und ärgert sich immer wieder, wenn es doch nicht klappt.

Seit Dezember geht die Maus zum Kindertanz bzw. Ballett. Ich bin froh, dass es ihr so gut gefällt und sie sich dort ein bisschen zusätzlich bewegt und gleich noch etwas gegen ihre Knick-Senkfüße tut.

Ein großer Schritt war auch der Wechsel von der Krippe in den Kindergarten. Die Maus hat es sehr gut gemeistert – die Eingewöhnung war nach gut einer Woche bereits abgeschlossen. Trotzdem ist sie dort noch immer nicht ganz „angekommen“ – immerhin ist sie eine der Jüngsten und muss ihre neue Rolle erst finden. Sie beschwert sich über den Kindergarten aber nicht mehr als über die Krippe, daher denke ich, dass alles passt.

Die Beziehung zu ihrer kleinen Schwester hat sich um einiges verbessert. Während die Maus die Schnecke anfänglich eher ignoriert hat, möchte sie jetzt oft beim Wickeln helfen, beim Baden zuschauen und schimpft mit mir, wenn sie das Gefühl hat, ich tue ihrer kleinen Schwester unrecht. ;-) ♡

Mein kleines, großes Mäuschen ist 99 cm groß, wiegt 15,7 kg und hat einen Kopfumfang von 50 cm.

Große Maus ganz klein

Heute Mittag holte ich die Maus im Kindergarten ab. Da sie morgens erst nicht hin wollte, wusste ich nicht, was mich erwarten würde. Entgegen meiner Befürchtungen war sie aber super gelaunt und ihre Bezugserzieherin bestätigte auch, dass alles gut gelaufen war.

So gut, dass sie sogar unbedingt noch mit den anderen Kindern in den Hof und mir dort was zeigen wollte. Da konnte ich natürlich nicht Nein sagen und so begleitete ich sie nach draußen. Sie ging schnurstracks zum (im Winter stillgelegten) Brunnen mit Rinne. An deren Ende spielten zwei große Jungs. Die Maus stellte sich daneben und begann an einem Sandhaufen herumzupulen. Dafür kassierte sie von den Jungs ein „He, lass das!“ Und brach sofort und untröstlich in Tränen aus…

Das überraschte mich so sehr, dass ich fast sprachlos war. Ich erklärte ihr, dass die Jungs eben nicht wollen, dass ihr Bauwerk zerstört wird, machte ihr einen anderen Sandhaufen zum Pulen, schlug vor, wo anders zu spielen oder heim zu gehen – nichts half. Sie wollte unbedingt diesen einen 10 cm hohen Haufen betatschen. Vom Geschrei angelockt kam auch eine Erzieherin vorbei, aber auch deren Ablenkungsversuche scheiterten. Irgendwann ging die Maus dann doch mit mir mit, aber nun fürchte ich, dass sich das wiederholen könnte.

Mir ist auch außerhalb des Kindergartens schon öfters aufgefallen, dass sie noch nicht mit Schimpfen oder Ablehnung durch Fremde umgehen kann. Muss das so? Gibt sich das von alleine oder will sie deshalb demnächst gar nicht mehr in den Kindergarten? Sie ist nun halt nicht mehr das älteste Kind, sondern das jüngste.

Wenn jemand Tipps hat, wie ich mich verhalten soll – bitte danke!

Schau mir in die Augen…

Die Maus ist ja schon immer recht ängstlich. Sie hatte verschiedene Phasen – mal hatte sie vor allem möglichen „Ancks!“ (so nannte sie es damals), mal vor Ballons und Bällen, mal vor einer bestimmten Person. Seit geraumer Zeit sind es Augen, vor denen sie sich fürchtet.

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Generell kann man sagen: je größer die Augen, desto mehr Angst hat sie. Zum Beispiel vor den Metall-Vogelskulpturen im Nachbarsgarten, die dafür sorgen, dass die Maus die Augen schließt, wenn wir an dem Haus vorbei fahren. Oder vor der Pink-Panther-Figur auf einem Karussell, die dafür gesorgt hat, dass die Maus – einst riesen Karussell-Fan – keinen Fuß mehr in ein selbiges stellt.  Oder vor einem mit Nudeln gefüllten Hahn auf unserem Küchenschrank, der die Maus – obwohl er längst vor ihren Augen entsorgt wurde – seit Monaten daran hindert die Küche oder den Flur bei geöffneter Küchentür zu betreten. Oder vor der Nachziehente, die dummerweise im neuen Kindergarten aufgetaucht ist und nun zwar von den Erzieherinnen weggeräumt wurde, von der Maus aber immernoch jeden Tag sorgenvoll erwähnt wird…

Ich hoffe, diese Angst-vor-Augen-Phase endet bald, denn es schränkt die Maus doch ziemlich ein…

Kindergartenkind

Die Maus ist seit dieser Woche ein „echtes“ Kindergartenkind. Durch die drei Wochen Weihnachtsferien war der Cut zur Krippe auch nicht ganz so hart – im Gegenteil: Ich glaube, ein bisschen langweilig war es ihr mittlerweile dann doch daheim, so dass sie ganz froh über die Abwechslung war.

Montag begann also die Eingewöhnung im neuen Kindergarten. Auch diesmal übernimmt meine Mutter diese Phase. Zum einen, weil es beim letzten Mal so gut geklappt hat, zum anderen weil ich der Schnecke die im Kindergarten herumschwirrenden „Winter-Bazillen“ ersparen wollte, denn ich hätte sie ja mitnehmen müssen.

Jedenfalls war die Maus schon am zweiten Tag für längere Zeit alleine in der Einrichtung – heute schon drei Stunden. Als meine Mutter sie nämlich abholen wollte, war die Maus gerade bei der „Vorlesefrau“, die 14-tägig in den Kindergarten kommt, so dass sie noch eine gute halbe Stunde warten musste. Am Ende wollte die Maus gar nicht gehen. Ich hoffe, ihre Begeisterung bleibt!

Vielleicht wird ihre Eingewöhnung auch schon nach dieser Woche abgeschlossen sein – sie kennt die Situation ja schon von der Krippe und muss nur die neue Umgebung kennenlernen. Die Erzieherinnen haben schon ihr Vertrauen erlangt, bei Erwachsenen ist sie ja sehr offen. Und auch die ersten Kinder scheinen sich für sie zu interessieren – hoffentlich sind diese ein bisschen geduldig, denn noch beachtet die Maus sie gar nicht.

Tränenreicher Abschied

Der Abschied von der Krippe war noch emotionaler, als gedacht. Ich dachte ja, dass ich mir schwer tun werde. Aber dass fast die gesamte „Belegschaft“ Pipi in den Augen hat, die Bezugsbetreuerin der Maus Rotz und Wasser heult und sogar eine andere Mutter, die gerade zufällig zum Abholen da war ob der Trauerstimmung ein paar Tränen verdrückt – das hätte ich nicht erwartet. So viel Herzlichkeit machte es mir noch schwerer, zu gehen.
Zum Abschied bekam die Maus – wie passend – eine selbstgebastelte Maus von ihrer Bezugserzieherin. Ich bin mir sicher, sie wird sie in ihr Herz schließen, denn sie redet ja nach wie vor den ganzen Tag von Mäusen…

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Nun bleibt nichts, als zu hoffen, dass unser Mäuschen im Kindergarten genauso gut aufgenommen wird.

Next level

Heute ist der letzte Krippen-Tag der Maus. Mir ist ganz schwer ums Herz, denn wir haben uns doch recht gut aufgehoben gefühlt dort. Vor allem wenn man bedenkt, wie schwierig die Platzsuche war, wie viele Sorgen wir hatten, ob die damals neu eröffnete Einrichtung einschließlich der Betreuerinnen uns zusagen, da wir den Platz ja „blind“ annehmen mussten, ohne Einrichtung, Personal und die anderen Kinder zu kennen.

Auf die Frage, ob sie die Krippe vermissen wird, antwortete die Maus in den letzten Wochen immer „nein“, vor allem den Erzieherinnen gegenüber. Ich wusste aber gleich, dass das nur leere Worte sind. Gestern sagte sie mir, sie würde alle dort vermissen und heute Morgen meinte sie, sie möchte keine Abschiedsfeier. Denn diese steht heute an, ich habe süße Blätterteigschnecken gebacken, die Maus hat Bilder für die Lieblingserzieherinnen gemalt. Und keine Abschiedsfeier bedeutet für sie wohl kein Abschied…

Um 14:30 Uhr hole ich sie ab, packe ihr gesamtes „Hab und Gut“ ein und dann heißt es „Byebye!“. Zum Glück stehen jetzt erstmal die Weihnachtstage vor der Tür, das bietet Ablenkung und gestaltet den Übergang zum Kindergarten vielleicht ein bisschen sanfter.

Warum Rudolph mich zum Weinen brachte

Neulich fuhren wir Mädels abends mit dem Auto heim. Damit die Maus nicht einschläft, trällerten wir Weihnachtslieder. „Welches gibt’s noch? Und welches noch? Und welches noch?“ Irgendwann war mein Repertoire an deutschen Weihnachtsliedern erschöpft und mir fiel „Rudolph, the rednosed reindeer“ ein. Ich sang es auf Wunsch mehrmals vor. Dann wollte die Maus, dass ich es ihr übersetze.

Und als ich an der Stelle ankam, bei der es darum geht, dass Rudolph verspottet wird, weil er so anders ist und nicht mit den anderen mitspielen darf, ließ mich ein dicker Kloß im Hals kaum weiter singen und Tränen sammelten sich in meinen Augen…

Dem voraus ging einen Tag zuvor das Abschlussgespräch in der Krippe der Maus – sie kommt ja im Januar in den „normalen“ Kindergarten. Thema war unter anderem, dass sie in den knapp eineinhalb Jahren dort keinen Anschluss gefunden hat. Das war keine Überraschung für mich, denn sie hat auch zu keinem Kind in unserem privaten Umfeld näheren Kontakt. Wenn wir uns mit gleichaltrigen treffen, sieht es so aus, dass alle Kinder zusammen spielen und die Maus alleine in der Ecke sitzt, vor sich hinspielt oder ein Buch anguckt. Sie ist einfach schon immer anders.

Der Gedanke daran, dass es ihr so gehen könnte, wie „Rudolph“, bricht mir das Herz. Ich habe große Angst, dass sie auch im Kindergarten keinen Anschluss findet und später in der Schule zur Außenseiterin wird…

Ich habe mit der Bezugserzieherin besprochen, woran es liegen könnte, denn wir haben natürlich auch schon über Autismus nachgedacht. Aber weder sie noch der Kinderarzt glauben, dass die Maus autistische Merkmale zeigt. Beim Abschlussgespräch wurde das Thema „Hochbegabung“ in den Raum geworfen, da sie ja sehr früh sehr gut und ausgefeilt gesprochen hat, im Gegensatz dazu spät gelaufen ist und sehr stark auf Rituale bzw. Regelmäßigkeiten fixiert ist. Auch dass sie keinen Kontakt zu Gleichaltrigen sucht passt. Wir haben uns natürlich daraufhin ein wenig im Internet informiert und konnten bei einer „Checkliste“ eigentlich jeden Punkt mit ja beantworten. Nun sind wir schon etwas verunsichert, ob wir was unternehmen sollen – aber ich frage mich, was es uns bringen würde, zu wissen, dass eine Hochbegabung in welchem Grad auch immer vorliegt…

Ich hoffe so sehr, dass in dem neuen Kindergarten ein passender „Deckel“ zur Maus ist, der auf sie zugeht und sie aus ihrem Schneckenhaus herausholt…

2 3/4 Jahre

Wir steuern schnurstracks auf den 3. Geburtstag der Maus zu, also wird es höchste Zeit, das letzte Vierteljahr Revue passieren zu lassen. Dieses stand ganz im Zeichen der Selbstständigkeit.

Ein riesengroßer Schritt war der Auszug aus unserem Schlafzimmer. Zunächst mit ihrem gewohnten Gitterbett, ein paar Wochen später wurde dann das große Bett geliefert. Seitdem schläft die Maus tatsächlich im eigenen Zimmer – weitestgehend völlig problemlos. Zudem hat sie von sich aus den Mittagsschlaf abgeschafft. Zunächst wollte sie ihn an den Wochenenden daheim nicht mehr machen, nach unserem Sommerurlaub dann plötzlich auch in der Krippe nicht mehr. Seitdem sind unsere Abende viel entspannter, denn die Maus schläft jetzt in der Regel zwischen 20 und 20:30 Uhr ein und schläft dann 11 – 12 Stunden.

Eine ganze Weile wollte sie in der Krippe auch ohne Windel sein. Ihr gefiel, dass sie so einen „dünnen Po“ hatte und auch die kleinen Toiletten dort gefielen ihr. Sich dort aber draufzusetzen, bevor die Hose nass ist, leuchtete ihr nicht ein. Auch das Töpfchen oder der Kloaufsatz zu Hause waren ihr unsympathisch. Irgendwann beendete sie dann das „Experiment“ Windelfreiheit auf eigenen Wunsch und nun warten wir eben auf ihren nächsten freiwilligen Anlauf.

Sprachlich hat sie weiter an sich „gefeilt“. Von heute auf morgen konnte sie „zw“ korrekt aussprechen. Sie war selbst ganz begeistert von sich. :-) Sie erfindet den ganzen Tag Geschichten und erzählt von imaginären Mäusen, Hasen, Schnecken und anderen Tieren, die natürlich auch alle (oft lustige) Namen haben. Wenn sie von sich selbst spricht, nennt sie sich dabei oft „Mimi-Maus“… :-)

Motorisch ist sie auch etwas routinierter geworden. Sie rennt nun wie wild herum und springt auch wie ein galoppierendes Pferd. Nur auf der Stelle hüpfen gelingt ihr noch nicht, obwohl sie es wirklich gerne können würde. Ein paar Stufen kann sie nun komplett freihändig nach oben gehen, will aber meist doch eine Hand gereicht bekommen. Dafür ist sie mit riesigem Eifer bei der Sache, wenn es darum geht, den Tisch fürs Abendessen herzurichten. Sie trägt alle Sachen aus dem Kühlschrank ins Wohnzimmer und ist dabei auch sehr vorsichtig, so dass man ihr durchaus mal ein Olivenglas o.ä. zum Tragen anvertrauen kann.

In den letzten drei Monaten hat sie – natürlich auch saisonbedingt – alle möglichen Fahrgeschäfte für sich entdeckt. Karussell, Kinderzug, Bimmelbahn – sie kann davon nicht genug bekommen. Zum Ende des Vierteljahrs ist auch ihr Trotz wieder etwas mehr zu Tage getreten – es wirkt auf uns meist wie Wut, weil sie etwas alleine machen möchte, was sie aber nicht kann. Trotzdem war sie die letzten Monate sowas von verschmust, dass wir die Zeit einfach nur genossen haben.

Die Zusage für den „großen“ Kindergarten ab Januar hat diesen Lebensabschnitt abgerundet. Die Maus ist 96 cm groß, wiegt 12,1 kg und hat einen Kopfumfang von 50 cm. Nun steht ein weiterer Riesenschritt für uns alle an: Die Geburt des Geschwisterchens. Wir sind gespannt!

Große Schwester

Gestern hat die Maus einen Geschwisterkurs in einem der Krankenhäuser bei uns in der Nähe besucht. Unsere Absicht war weniger, dass sie wirklich lernt, wie man das Baby trägt oder wickelt, sondern dass sie merkt, jetzt wird es langsam „ernst“. Ich hatte auch bewusst diesen Kurs gewählt, weil er für Kinder von 2 – 4,5 Jahre gedacht war. In dem anderen KH wird der Kurs nämlich für 3 – 5jährige angeboten – da wäre eine Teilnahme für uns gar nicht möglich oder wahrscheinlich auch weniger sinnvoll gewesen.

Jedenfalls waren wir (nach anfänglichem Gezeter, weil die Maus lieber aus den dort ausliegenden Büchern vorgelesen haben wollte) sehr angetan, wie aufmerksam sie dabei war, als es ans Waschen bzw. Baden der Babypuppen ging. Sie setzte sich auch gleich zu Beginn zur Kursleiterin auf die Matte und schaute aus nächster Nähe zu bzw. stellte Fragen. Besonders angetan war die Maus auch, als die Kursleiterin einige Lieder anstimmte und sang lautstark mit. Zum Schluss wurden sogar verschiedene Rhythmusinstrumente ausgepackt – das war dann sowieso das Highlight des Tages für sie. Nach gut eineinhalb Stunden fuhren wir dann vergnügt nach Hause.

Dort folgte dann UNSER Highlight des Tages. Im Briefkasten lag das hier:

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Tatsächlich eine Zusage für unseren favorisierten Kindergarten! Und dann auch noch ab Januar – das ist perfekt! Viel früher hätten wir gar keinen Wechsel gewollt, da die Maus ja mit dem Geschwisterchen im Herbst so viele Veränderungen zu verkraften hat, dass wir ihr das nicht auch noch zumuten wollten. Wir sind so glücklich! :-)

Überzeugt

So plötzlich die Freude über die KiTa-Zusage über uns hereinbrach, so abrupt erhielten wir einen kleine Dämpfer. Und zwar als wir das „Objekt der Begierde“ von außen anschauten. Mein Mann und ich fuhren unabhängig voneinander noch am Tag der Zusage dort vorbei, damit wir uns zumindest ein vages Bild machen können, für was wir da die Maus eigentlich angemeldet hatten. Denn wie ich ja bereits geschrieben habe, ist es einerseits eine neue Einrichtung, andererseits gab es an dieser Stelle auch zuvor schon etwas – wohl ein Kindergarten. Die Möglichkeiten, sich im Internet Informationen hierüber zu verschaffen, waren leider gleich null. Und da wir vor Ort nur das etwas unangenehme Stadtviertel wahrnehmen konnten, sowie die Tatsache, dass sich die KiTa im Erdgeschoss eines Hochhauses befand, waren wir plötzlich gar nicht mehr so euphorisch. Bei mir ging es noch, da ich mir ja alle anderen Einrichtungen während der Anmeldephase angeschaut hatte und wusste, dass die meisten nicht „bilderbuchmäßig“ sind. Mein Mann hingegen war nur bei der Infoveranstaltung unserer Wunsch-KiTa dabei, die zum einen in privater Trägerschaft ist und zum anderen riesengroß und recht neu gestaltet. So hatte er dies als einzigen Vergleich und war nicht willens sein kleines Mädchen in diese kleine Einrichtung im Hochhaus abzugeben, an deren Außenbereich zudem gleich – nur durch einen Gartenzaun getrennt – der Fußgängerweg vorbeiführt, so dass jeder x-beliebige sein Mäuschen klauen könne.

Abgesehen von den Bedenken, die auch ich hatte, rührte mich seine Argumentation doch sehr. :-)

Die Erlösung kam aber sogleich am Montag. Da rief ich nämlich die Einrichtungsleiterin an, um  den Termin für das Anmeldegespräch zu vereinbaren. Es war eine sehr, sehr nette Frau, die äußerst bereitwillig alle meine Fragen beantwortete und uns die Entscheidung dadurch mehr als leicht machte. Entgegen unserer Befürchtungen wird die KiTa nämlich komplett neu aufgezogen, d.h. alle Kinder sind neu. Unsere Maus ist unter den ersten drei Kindern, die eingewöhnt werden, so dass zunächst nur eine ganz kleine Gruppe an Kindern dort sein wird und erst nach einem halben Jahr die Maximalzahl von 20 Kindern erreicht sein wird. Zudem sind alle 0-3 Jahre alt, so dass uns eine weitere Entscheidung abgenommen wird, nämlich die, unsere Kleine mit 3 Jahren in einen „normalen“ Kindergarten umzumelden. Dieser liegt nämlich quasi vor unserer Haustüre und es wäre mir sehr schwer gefallen, zu entscheiden, ob wir die Maus nur wegen dieses räumlichen Aspektes aus ihrer bis dahin hoffentlich gewohnten KiTa-Umgebung herausreißen sollen oder nicht. Nun ist es wie es ist und es wird hoffentlich gut werden.

Bleibt uns nur noch das „Luxusproblem“, dass wir nun die Montagsbetreuung kündigen müssen, bevor sie richtig angefangen hat: Wir haben dort eine 3-monatige Kündigungsfrist und Anfang September beginnt die KiTa-Eingewöhnung… Deswegen bin ich ein wenig unschlüssig, ob wir überhaupt noch das Ziel verfolgen sollen, sie in dieser Montagsbetreuung einzugewöhnen. Es sind nämlich nur noch 8 Mal bis zu den Sommerferien und wir sind nach dem ersten Besuch dort noch meilenweit davon entfernt, dass die Maus den ganzen Vormittag alleine dort bleibt. Vielleicht sollte ich meine Urlaubstage lieber für die KiTa-Zeit aufsparen… Hm.

Da waren’s nur noch…

…eine KiTa weniger. Kaum hatte ich meinen letzten Artikel freigegeben, hörte ich den Briefkasten klappern. Und tatsächlich war die erste Rückmeldung drin. Eine Absage. Aber bei dieser einen KiTa hatte ich auch nicht auf eine Zusage gehofft, da wir eigentlich außerhalb ihres „Einzugsbereiches“ liegen. Nun denn.

RT -4

In Anlehnung an die Terminologie rund um die Schwangerschaft habe ich beschlossen, ein neues Kürzel in diesem Blog einzuführen: „RT“. Abkürzung für „Rückmeldungstermin, finaler“.

Klar, es geht wieder um unseren potentiellen KiTa-Platz. Nur noch vier Tage sind es, bis wir angeblich Bescheid bekommen – aufmerksame Leser haben vielleicht schon bemerkt, dass es sich beim 31.03.2013 um den Ostersonntag handelt. Immer mehr brennt mir die Frage auf der Seele, wie das mit den Antworten laufen wird und kann mir nicht so recht vorstellen, am Sonntag tatsächlich schriftliche Rückmeldungen im zweistelligen Bereich in unserem Briefkasten vorzufinden.

Vielleicht liegen am Sonntag Morgen auch einfach nur 15 bunte Ostereier mit der Aufschrift „NEIN!“ in unserem Garten…

…und vom Genießen

Gerade eben war ich eine weitere KiTa besichtigen. Während ich darauf wartete, herumgeführt zu werden, kam ich mit einer Mutter ins Gespräch. Wobei – Gespräch ist übertrieben. Unsere Konversation beschränkte sich darauf, dass sie mir ans Herz legte, die Zeit zu genießen, so lang die Maus noch so klein ist. Es geht ja soooo schnell vorbei. Nun ja. Ich weiß, dass es schnell vorbei geht. Und im Rückblick ist das auch alles ganz schade, aber ich glaube, man blendet irgendwie die anstrengende Seite der vergangenen Zeit aus und sieht nur noch das Positive. Mir gehts ja auch nicht anders – wenn ich Fotos von letztem November sehe, denke ich: „Och, wie süß – damals war sie noch nicht so quengelig, damals hat sie tagsüber ständig geschlafen…“ Dass ich aber das Haus nicht verlassen konnte, weil ich sie immer eine Stunde lang gestillt habe und dann nur eine Stunde Pause hatte bis zur nächsten Stillmahlzeit, muss ich mir erst wieder in Erinnerung rufen. Und so erstrebenswert ist dieser Zustand auch wieder nicht.

Ich fürchte, man muss sich mit den negativen Seiten jeder Phase arrangieren. Und kann aber trotzdem im Rückblick sagen, dass man eine schöne Zeit hatte.

Ach ja – eine Frage stellt sich mir noch: Warum gibt es so wenige Halbtages-Betreuungsplätze für unter Dreijährige?? Ich würde meine Kleine ja abgeben – aber den ganzen Tag, 8 Stunden – das find ich irgendwie zu heftig, wenn ich doch nur halbtags arbeite…