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Schulkindmama – ein erstes Fazit

Ziemlich genau zwei Monate ist es nun her, dass die Maus eingeschult wurde. Und was soll ich sagen? Es kommt mir vor, als wären es schon Jahre.

Die Maus macht sich bis jetzt sehr gut in der Schule, was vom Lernen her zu erwarten war, vom sozialen Aspekt her aber fraglich. Nun hatte sie aber einen tollen Start, bestimmt auch deshalb, weil sie in die Klasse ihrer besten Freundin kam, die obendrein ihre Patin und Nebensitzerin wurde (wir haben eine Eingangsklasse, in der 1. und 2. Klasse zusammen unterrichtet werden).

Ein erstes Elterngespräch hatte ich auch schon – die Klassenlehrerin war voll des Lobes, wie schön. Lediglich das motorisches Defizit der Maus wurde thematisiert, auch im Namen der Sportlehrerin, so dass ich kurz die Gründe dafür erläutern konnte und mich auch verstanden fühlte.

Die Maus selbst fühlt sich wohl in ihrer Klasse, liebt insbesondere den Religionsunterricht, weil der Reli-Lehrer Gitarre spielt und geht bisher auch recht gut mit ihren Problemen beim Sport um. Ich bin gespannt, ob dieses Thema sie mit der Zeit mehr beschäftigen wird. Aber ich wünsche ihr, dass es auch hier hilft, dass einige Kinder aus ihrem Kindergarten in ihrer Klasse sind und diese ja längst wissen, dass sie eben manche Dinge nicht so gut kann.

Aber auch wenn das nun alles nach Routine klingt: Richtig entspannt ist es nicht, ein Schulkind zu haben! Wir müssen sooo früh aufstehen – eine Stunde früher als zur Kindergartenzeit -, hetzen mittags oft von der Schule zum Kindergarten oder umgekehrt, schnell heim um das Mittagessen in uns reinzustopfen, damit wir rechtzeitig in der Musikschule, beim Ballett oder sonstwo sind. Dazwischen oder teilweise auch in Warteräumen Hausaufgaben machen. Abends das gleiche Hetzen wieder – schnell essen, bloß nicht noch etwas anfangen! Und dann ab ins Bett. Meistens später als es nötig wäre. Gefühlt bin ich den ganzen Tag damit beschäftigt, die Kinder rumzukommandieren und zur Eile aufzurufen. Ich war so froh über unsere ersten Schulferien!

So wird es also die nächsten rund 15 Jahre laufen. Uffz. Vielleicht setzt ja bei mir endlich mal die senile Bettflucht ein, damit wenigstens ich morgens leichter aus den Federn komme…

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Wir sind eingeschult!

Was für eine Woche hinter uns liegt! Letzten Freitag wurde die Maus eingeschult und um es kurz zusammenzufassen: Es war eine sehr schön organisierte Einschulungsfeier, davor ein (optionaler) kurzer, kindgerechter Gottesdienst und am Ende die erste Schulstunde für die Kinder und Kaffee und Kuchen für die Eltern.

Bei uns waren die beiden Omas und der Opa die einzigen Gäste, was aber einen angenehmen, kleinen Rahmen darstellte. Sie waren ab dem Gottesdienst dabei und durften dank gutem Wetter auch bei der eigentlichen Feier auf dem Schulhof zuschauen (drinnen hätten aufgrund Platzmangels nur 2 Personen pro Kind mitkommen dürfen). Nach der Schulstunde und den obligatorischen Fotos im Klassenzimmer (merke: auch in drei Jahren bei der Schnecke lieber schon vor der Veranstaltung Fotos im Freien machen – danach könnte die Lust darauf etwas geschmälert sein…) gingen wir zum Mittagessen in ein Restaurant. Gegen 15 Uhr war der „Spuk“ vorbei und wir konnten ins Wochenende starten.

Seitdem ticken die Uhren hier anders. Die Maus muss jeden Tag um 8 Uhr in der Schule sein. Bei einer halben Stunde Fußweg (inkl. Puffer) müssen wir morgens um 6:10 Uhr aufstehen. Also ich. Die Kinder wecke ich kurz vor halb 7, fast eine Stunde früher als bisher. Was zur Folge hat, dass sie eigentlich auch eine Stunde früher schlafen gehen sollten. Also auch eine Stunde früher Abendessen, und so weiter.

Ich fühle mich seit einer Woche, als sei ich den ganzen Tag gehetzt. Nein, ich fühle mich nicht so, ich bin es! Morgens Tempo Tempo, damit man die Laufgruppe nicht warten lässt. Mittags schnell zum Abholen in die Schule, weil der Kindergarten der Schnecke um 13:30 Uhr schließt, dann flott zu Mittag essen, Hausaufgaben machen und zapp zarapp zu den Freizeitprogrammen. Ein Nachmittag Musikschule, einer Ballett. Von dort hopplahopp heim, denn es gibt gleich Abendessen und – oh je! schon wieder so spät! – schnell ins Bett… Dass wir Eltern eigentlich auch eine oder zumindest eine halbe Stunde früher schlafen gehen sollten, haben wir leider noch nicht umsetzen können…

Ich bin gerädert. Aber: Ich bin glücklich, denn mein Kind mag die Schule fürs erste und macht sehr motiviert Hausaufgaben. Sogar die Betreuung bis mittags im Schülerhaus hat reibungslos funktioniert, was will man mehr? Ach ja: Dass es möglichst lange auch so bleibt!!

Der letzte Frei-tag

Große Ereignisse werfen ihren Schatten voraus – nächsten Freitag wird die Maus eingeschult! Ich bin soweit durch mit Schultüte basteln, Inhalt und Schulkram besorgen, Tagesablauf zur Einschulung organisieren – lediglich die Kleidung steht noch nicht fest, da der Wetterbericht von Tag zu Tag zwischen 18 und 27 Grad schwankt. Ich werde dieses Thema also wohl erst Mitte nächster Woche angehen.

Was mir heute aber auffiel, als ich mich um Viertel nach 7 so langsam aus dem Bett schälte: Ab nächster Woche ist es aus mit dem Lotterleben! Freitags ist ja mein „freier“ Vormittag, an dem ich nicht im Büro arbeite. Daher bin ich an dem Wochentag nicht wie sonst etwas früher aufgestanden als die anderen, sondern erst, wenn der Wecker meines Mannes klingelt. Um 7 Uhr. Oder 7:10 Uhr. Oder 7:20 Uhr… Je nach dem, was „Mister Snooze“ veranstaltet. ;-) Jedenfalls war es heute 7:23 Uhr, als die Maus die Augen aufschlug und sich nochmal mit dem Kopf auf meinen Schoß kuschelte. Um etwa diese Zeit werden wir ab Montag in 10 Tagen zur Schule losgehen müssen. Losgehen! Nicht aufstehen… Ich weiß, dass wir bisher luxuriös spät aufstehen konnten. Dafür ging das Programm dann halt abends länger. Nun muss die ganze Familie umgepolt werden… Wir haben dieses Jahr somit noch zwei Zeitumstellungen um je eine Stunde vor uns – die „offizielle“ im Oktober und dann noch die in der übernächsten Woche. Uffz. Ich bin gespannt, wie wir das hinbekommen!

Als Scotty bei uns einzog…

Es war ein paar Tage vor Weihnachten, als ich die glorreiche (NICHT!) Idee hatte, zusammen mit Maus und Schnecke, nur mal kurz in dem mir vielfach empfohlenen Taschenladen vorbeizuschauen, um mir für einen groben Überblick Schulranzenprospekte geben zu lassen. Ok. Wer findet den Fehler?

Genau. Zusammen mit dem zukünftigen Schulkind „bloß mal gucken“ ist natürlich eine hirnrissige Idee. Als hätte ich nicht seit 6 Jahren Kinder. Jedenfalls zeigte uns der überaus nette Ladenbesitzer sein Sortiment. Während er gerade erklärte, welche Marken, Vorzüge und Nachteile es gibt, verkündete die Maus plötzlich: „Ich weiß sowieso schon, welchen Ranzen ich will!“

Sie zeigt auf einen Ranzen mit Eulenmotiv. Einer der wenigen Mädchenranzen ohne pink-rosa-flitter-glitter-Einhornprizessin. Ein klein wenig Erleichterung ereilte mich. Trotzdem wollte ich das nicht einfach so auf die Schnelle entscheiden, zumal so ein Ranzen keine Ausgabe aus der Kaffeekasse ist… Außerdem wollte ich mich online informieren, ob das nicht vielleicht ein „No-go-Modell“ ist, das man auf keinen Fall kaufen sollte oder ob ihm etwas wichtiges fehlt. Oder es nicht etwas hübschere Alternativen gibt, den so richtig 100 %ig schön fand ich ihn dann auch wieder nicht.

Glücklicherweise war der Ladenbesitzer der einzige nicht aufdringliche Verkäufer, den ich je getroffen habe und er redete auf die Maus ein, dass wir jederzeit diesen Ranzen nachbestellen könnten und wir auch im Frühjahr wiederkommen könnten. Dann lugte seine Frau plötzlich ums Eck und warf in den Raum, dass der Eulenranzen aber ein Vorjahresmodell sei und sie nur diesen einen noch da hätten.

Die Maus weinte natürlich los, weil sie uuuunbedingt die aller-allerletzte kleine Eule auf dieser Welt haben wollte. Denn auf dem Ranzen ist nicht nur eine große Eule mit (wie ich finde nicht so ganz gelungenen) Glubschaugen zu sehen, sondern auch „Scotty“, ihr süßes Baby.

Ich kürze es nun ab: Während ich vor einem Jahr noch ein Kind im Kindergarten belächelt habe, weil es nach Weihnachten schon seinen Schulranzen präsentierte, kauften wir nach mehreren Tagen Bedenkzeit zwei Tage vor Heiligabend den Ranzen für die Maus.

Warum? Weil er ihr gefallen muss und nicht mir. Weil sie ihre Vorlieben normalerweise nicht so schnell ändert. Weil ich keine Eulen-Alternative gefunden habe. Und weil ich mich dann am Ende auch ein bisschen in „Scotty“ verliebt habe…

Dies ist im Übrigen keine Werbung oder Empfehlung für eine bestimmte Schulranzenmarke! Der Ranzen ist vielleicht gut, vielleicht aber auch ein totaler Reinfall – das wird sich noch zeugen… Ich bekomme kein Geld für diesen Post und berichte einfach nur, wie es bei uns war. :-)

Einmal Kann-Kind, Schulpflicht und zurück, bitte!

Über ein halbes Jahr ist es her, dass wir eine der bislang schwierigsten Entscheidungen für die Maus treffen mussten: vorzeitig Einschulen oder nicht?

Das kam so: Der Stichtag für die Einschulung in Baden-Württemberg ist derzeit der 30. September. Ist man in den Monaten danach geboren – also wie unsere Novembermaus -, ist man automatisch ein „Kann-Kind“ und die Eltern bekommen zusammen mit dem Einschulungsschreiben der „Muss-Kinder“ eine schriftliche Anfrage, ob man beabsichtigt, sein Kind vorzeitig einschulen zu lassen oder nicht. 

Natürlich kam das für uns nicht überraschend – es ist ja jedes Jahr im Kindergarten Thema, wer da jetzt früher geht oder auch nicht. Wenn man dann aber plötzlich selbst dieses Schreiben in den Händen hält, geht die Karussellfahrt erst richtig los…

Bei uns im Kindergarten sind alle Muss- und Kann-Kinder des jeweiligen Kindergartenjahres die sogenannten „Großen“. Schon allein deshalb, weil die Muss-Kinder alleine zu wenig für eine Ausflugsgruppe wären. Sie machen gemeinsame Waldtage und auch einige Aktionen, bei denen nur sie dabei sind, finden statt. Einerseits, weil man mit den „Großen“ eben schon andere Dinge unternehmen kann, aber auch weil der Zusammenhalt für die Schule gefördert werden soll.

Dadurch – aber auch bedingt durch die Tatsache, dass die Maus von ihrer Ausdrucksfähigkeit her schon immer eher den Großen entsprochen hat, hatte die Maus ausschließlich näheren Kontakt mit Mädels, die diesen Sommer eingeschult wurden. Auch ihre beste und einzige „richtige“ Freundin war ein „Muss-Kind“.

Im März galt es dann, eine endgültige Entscheidung zu treffen – und quasi zu erahnen, wie die Situation in einem halben Jahr sein würde. Die Erzieherinnen rieten uns von einer Einschulung ab – nicht aus kognitiver Sicht, sondern aufgrund der motorischen Entwicklungsverzögerung der Maus und ihrer noch nicht allzu stark ausgeprägten Sozialkompetenz. Die Kinderärztin riet auch ab, aber eher aufgrund ihrer persönlichen Erfahrungen. Der Rest unserer Familie, inklusive meinem Mann, erwarteten eine vorzeitige Einschulung, da die Maus ein sehr wissbegieriges Kind ist, zudem schon so langsam anfing zu lesen und beim optischen Vergleich eher zu den diesjährigen Schulkindern passte als zu den „Kleinen“. 

Da stand ich nun. Tief in meinem Herzen wissend, dass beide Entscheidungen falsch sein würden. Eine frühe Einschulung würde die Maus sicher vor harte Herausforderungen stellen, denn durch die gemischte Eingangsklasse (gemeinsamer Unterricht der Klassen 1+2) würde sie sich u.a. gegen bis zu 3 Jahre ältere Kinder durchsetzen müssen. Dass sie noch sehr unsicher Treppen steigt und im letzten Jahr das Wort Schule in keinem Satz erwähnt geschweige denn in einem Rollenspiel thematisiert hat, setzte ich durch, dass sie nicht eingeschult wird. 

Selbstverständlich wurde mir dies direkt vorgeworfen, als die Maus viele Wochen vor den Ferien svhon ziemlich traurig in die Zukunft blickte. Aber wer garantiert mir, dass die Freundschaft bestehen bleibt? Nachher ist die Maus völlig überfordert eingeschult und ihre Freundin orientiert sich um – was dann?

Tatsächlich findet sie zu unserer großen Erleichterung einige neue Spielpartner im Kindergarten, wenn auch nichts „Intensives“. Aber wir sind ja auch noch am Anfang des Kindergartenjahres. Außerdem wechselt in 2 Wochen ihre Schwester zu ihr.

Mein Fazit knapp 2 Wochen nach Schulbeginn: Auch wenn die Maus mittlerweile super lesen kann (ganze Bücher), zweifle ich nach wie vor an ihrer Schulfähigkeit und bin nicht unglücklich über unsere Entscheidung. Aber wer weiß, was noch kommt. 

Bleibt nur noch zu sagen, dass ich auch erst mit knapp 7 eingeschult wurde und aus mir trotzdem was geworden ist. 🤣 Die Hoffnung stirbt zuletzt. ;-)

5,5 Jahre Maus

Wieder ist ein halbes Jahr vorbei. Ein halbes Jahr, in dem sich einiges getan hat, in dem wir aber auch wichtige, schwere Entscheidungen treffen mussten.

Die schönste Entwicklung ist auf jeden Fall, dass die Maus im letzten Halbjahr eine „beste Freundin“ gefunden hat. Sie sind im Kindergarten unzertrennlich und es ist toll anzusehen, wie die beiden miteinander umgehen. Wer hätte das gedacht, als ich mir vor zwei Jahren zu diesem Thema noch so viele Sorgen gemacht habe…
Trotzdem wird dieses Glück bald auf eine harte Probe gestellt, denn zu Beginn des Jahres mussten wir eine schwere Entscheidung treffen: Wird die Maus als „Kann-Kind“ eingeschult oder nicht? Die Freundin muss auf jeden Fall zur Schule. Wir haben uns nach langem Hin und Her aber dagegen entschieden und so werden wir sehen müssen, wie alle Beteiligten mit der Situation klarkommen.
Im Übrigen war das letzte halbe Jahr stark von Schlümpfen geprägt. Falls sich jemand fragt, wo „Schlumpfhausen“ liegt – es ist mittlerweile in unserem Haus. :-) Aber durch die Freundin der Maus sind auch „Bibi und Tina“ bei uns eingezogen, so dass hier fleißig alles verhext wird, was nicht niet- und nagelfest ist.

Die fürs Auge schönste Entwicklung ist, dass die Maus begonnen hat, „frei“ zu malen. Bisher hatte sie immer eine Zeitlang ein bestimmtes Motiv, das sie täglich, immer wieder malte. Erst waren es ihre berühmten „Schattenmäuse“, dann Igel und später „Fussel“. Nun malt sie Raumschiffe, Schlümpfe, Roboter – was ihr gerade in den Sinn kommt oder was gerade Thema ist. Sie ist dabei sehr detailverliebt bei der Formgebung – das Ausmalen ist ihr nicht so wichtig, da wird dann schonmal ein wenig „geschludert“. :-)
Außerdem hat sie Lego ein bisschen für sich entdeckt. Sie schafft es u.a., ein 155-teiliges Raumschiff alleine mit Hilfe der Anleitung zusammenzubauen!

Im Alltag sehr geschickt ist die Tatsache, dass die Maus seit Neustem Groß- und Kleinbuchstaben lesen kann. Großbuchstaben gingen ja schon länger, aber nun liest sie schon ganze Textstellen vor, Wahnsinn. Mein großes Mäuschen.

Motorisch geht es langsam voran, aber immerhin vorwärts. Sie traut sich nun, ca. 50 cm herunterzuspringen, wenn man sie an den Händen hält. Und im Winterurlaub hat sie sich tatsächlich zu 4 Tagen Bambini-Skikurs überreden lassen. Den Schlümpfen sei Dank! (Es gab für jeden absolvierten Tag ein kleines legoähnliches Schlumpfgeschenk…) Und sie hat es zwar vorsichtig, aber dennoch sehr toll gemeistert.

Ach ja – und dann war da noch die erste Zeckenimpfung, bei der sie sooo tapfer war, dass ich es kaum glauben konnte.

Nun geht es auf die 6 zu!

Die Maus ist 5 1/2 Jahre alt. Sie ist 115 cm groß, wiegt 20 kg und hat einen Kopfumfang von 51,5 cm.

Ihr wollt ein Zeichen? Ihr kriegt ein Zeichen!

In meinem Ausblick aufs Neue Jahr habe ich bereits erwähnt, dass die Frage auf uns zukommen würde, ob wir die Maus vorzeitig – also als „Kann-Kind“ – einschulen lassen wollen. 

Wir wohnen ja in Baden-Württemberg, wo alle Kinder, die bis zum 30.9. geboren sind, schulpflichtig werden. Die Maus ist also gut einen Monat über diesen Termin drüber. Manche werden an dieser Stelle die Hände über dem Kopf zusammenschlagen und rufen: „Lasst dem Kind seine Kindheit!“ Aber so einfach ist das nicht. 

Seit jeher ist die Maus im kognitiven Bereich Gleichaltrigen weit voraus. Und gleichzeitig im motorischen sowie sozialen Bereich Gleichaltrigen weit hintenher. Sie ist also leider kein „Standardkind“, das ohne Probleme „eingetütet“ werden kann. Ihre Kindergartenfreundinnen sind ausschließlich „Große“, die im Sommer gehen. Und genau das bricht mir das Herz. 

Wir haben Angst, dass sie nach den Sommerferien nicht mehr in den Kindergarten will. Schon jetzt sind Tage, an denen keine ihrer beiden Freundinnen da ist, schwierig. Wie mag es dann bloß werden, wenn sie gänzlich weg sind? Dazu kommt, dass die Maus auch im Kindergarten die letzten 2 Jahre mit den Älteren mitgelaufen ist – sie passt einfach nicht nur von ihrer Körpergröße her, sondern durchaus auch von den Interessen viel besser zu den Großen.

Ich kürze das Ganze nun aber ab. Samstag war in unserer Schule Tag der offenen Tür. Ich hoffte so sehr, auf ein „Zeichen“, auf eine Entscheidungshilfe. Und was soll ich sagen? Es regnete Zeichen! 
Während des Begrüßungsprogramms stand die Maus plötzlich vor mir und streckte sich mir entgegen: „Arm! Mama Arm!“ Auch in den Klassenzimmern, in denen es Mitmachangebote gab, hielt sich ihr Interesse in Grenzen. Sie malte und bastelte pro forma ein bisschen, Begeisterung sieht aber anders aus. Zudem trafen wir zwei ehemalige Kindergartenmütter, die uns von ihren Erfahrungen mit ihren Kann-Kindern berichteten. Und wir bekamen ein paar interessante Informationen über die Grundschulförderklasse. 

Abends diskutierten mein Mann und ich dann unsere Sichtweisen und Erkenntnisse. Obwohl wir beide ursprünglich eher zur früheren Einschulung tendiert hatten, waren wir uns einig: lieber nicht. Wir fragten heute noch die Maus, ob unsere Entscheidung ihrem Sinne sei und sie schien durchaus froh, fast schon erleichtert zu sein.

Nun müssen wir alle Bremsen wieder anziehen, im Kindergarten, in der Schule. Und hoffen, dass der Übergang ins neue Kindergartenjahr nicht allzu hart wird. Vielleicht bleibt ja noch jemand anderes „übrig“, mit dem sie sich gut versteht…